Donnerstag, 30. April 2015

Das Autoren-Interview mit Helga Jursch

Liebe Lesezeit-Leserinnen und -Leser,
heute stelle ich Euch eine Autorin vor, die Euch über den göttlichen Akt des Schreibens berichtet, über das Einfangen von Geschichten und ihr nächstes Projekt.



Informationen zur Autorin

Name: Helga Jursch
Alter: 55 Jahre
Wohnort: Schwäbische Alb
Familienstand: verheiratet, ein erwachsenes Kind


(c) Helga Jursch



Rund ums Schreiben:
Wann hast du angefangen mit dem Schreiben?

Genau weiß ich es nicht, aber vermutlich, als ich lesen konnte. Die kleinen, symbolischen Zeichen haben mir eine neue, bunte, aufregende Dimension geschaffen, die mich völlig gefangen nahm. Ich habe mir als Kind viel ausgedacht und aufgeschrieben. Zwei Kurzgeschichten aus meiner Kindheit habe ich neulich gefunden, und so schlecht waren sie gar nicht. Doch ich sollte nicht so viel vor mich herträumen, sondern lieber ordentlich lernen und was Anständiges werden. Als gute Tochter machte ich das auch und begrub meine Schreibträume ganz tief. Sobald ich jedoch ein wenig Muße hatte, erwachte mein alter Trieb wieder. Zunächst wollte ich einfach mal testen, ob sich jemand für mich interessiert. Das Ergebnis motivierte mich außerordentlich. Neue Ideen stapeln sich in meinem Kopf. Jetzt brauche ich nur noch genügend Zeit, um sie umzusetzen.

Was fasziniert dich am Schreiben?

In gewisser Weise ist es ein göttlicher Akt. Ich bin die Herrscherin der von mir geschaffenen Welten, und anders als in der Realität hält niemand mich auf (zumindest bis jetzt nicht).

Wie entstehen deine Geschichten?

Geschichten sind eigentlich überall. Man muss sie nur einfangen (einfach) und mit Hingabe und Disziplin polieren (nicht so einfach).


(c) Christiane Hirsch


Dein nächstes Projekt?

In den Romanbereich taste ich mich derzeit langsam vor. Momentan arbeite ich an der Geschichte eines biederen Mannes, dessen Frau mit einem feurigen Argentinier nach Südamerika durchbrennt. Er reist ihr hinterher. Kriegen sie sich wieder, und wenn ja, wie oft? Das verrate ich nicht!
Meine Begeisterung fürs Reisen und die Erlebnisse, die ich dabei hatte, bilden einen idealen Hintergrund für die Geschichten, die in meinem Kopf herumspuken.

Welchen Berufswunsch hattest du als Kind?

Mama, Prinzessin, Sängerin, Model, Stewardess, Köchin. Schreiben war nicht dabei. Das war nichts Seriöses. Das mit der Prinzessin scheiterte am fehlenden Prinzen, die Sängerin an der fehlenden Stimme, das Model an fehlenden (oder vielmehr überschüssigen) Maßen. Stewardess wäre ich immerhin beinahe geworden, Mama bin ich tatsächlich. Das mit der Köchin wurde zwar niemals Beruf, aber beständige Leidenschaft.

Wie sieht dein Alltag aus?

Von Montag bis Freitag gehe ich Geld verdienen und erledige das tägliche Allerlei. Von Freitag bis Montag koche ich etwas Schönes und schreibe mal mehr, mal weniger.

Welche Jahreszeit ist die Deine?

Alles außer Winter.


(c) Helga Jursch


Hast du ein Lieblingsreiseziel?

Eines? Tausende! Die Welt ist so schön und stellenweise erschreckend vergänglich. Je mehr ich von der Welt kenne, desto mehr möchte ich kennenlernen.

Was bedeutet Dir Zeit?

Mangelware, die zu allem Überfluss mit steigendem Alter immer spärlicher wird. Ich käme deutlich besser zurecht, wenn der Tag 48 Stunden hätte.

Wie definierst du Glück?

Gesundheit, Liebe und ausreichend Geld. Zuversicht, Frohsinn und die Fähigkeit zu staunen.

Wenn du plötzlich 5 Millionen Euro zur Verfügung hättest, was würdest du damit tun?

1. Ein Ökohaus kaufen.
2. Ein Wohnmobil kaufen.
3. Umweltprojekte unterstützen.

Hast du Wünsche für die Zukunft? Welche?

Ja. Gesundheit, Liebe und ausreichend Geld. Zuversicht, Frohsinn und die Fähigkeit zu staunen.
Dass der Mensch beizeiten lernt, die Erde zu lieben und sorgsam mit ihr umzugehen. Mehr Zeit, um zu schreiben.

Beschreibe dich in einem Satz selbst!

Oh je!
Gilt das? Wahrscheinlich nicht. Neuer Versuch:
Buchstaben sind meine große Leidenschaft und ich bin neugierig auf Innen- und Außenwelten.



Liebe Helga, herzlichen Dank für das schöne Interview!

Wenn Ihr noch mehr über die Autorin wissen möchtet,
dann schaut doch mal hier:

www.helga-jursch.de  

Montag, 27. April 2015

Lese-Knochen

Schaut mal! Diese schnuckeligen Lese-Knochen  
(auch wunderbar zu nutzen als Nackenstützkissen!) 
hat mir die Tochter meiner Kollegin Erika genäht!



Der Hohenhof in Hagen - ein Gesamtkunstwerk!

 
(c) Monika Schulte


Karl Ernst Osthaus (1874 - 1921), der Kunstmäzen, wollte eine Villenkolonie gründen. Vielen ist bestimmt die Mathildenhöhe in Darmstadt (1901) ein Begriff. Den Mittelpunkt der Hagener Villenkolonie Hohenhagen sollte der Hohenhof bilden. Osthaus war nicht nur Kunstmäzen, er galt auch als Kulturreformer. 1902 weihte er sein privates Museum Folkwang in Hagen ein.



 
(c) Monika Schulte


Da mich Osthaus und seine Zeit sehr interessieren, haben meine Freundin und Kollegin Kerstin und ich vor einiger Zeit beschlossen, eine Führung im Hohenhof mitzumachen. Am vergangenen Sonntag (26. April 2015) war es dann so weit. 


 
(c) Monika Schulte

Für den Bau des Hohenhofes engagierte Osthaus den belgischen Architekten Henry van de Velde. Der Grundstein hierzu wurde 1906 gelegt. Die geplante Villenkolonie wurde leider nie vollendet. Der Erste Weltkrieg kam dazwischen. Osthaus musste einige Zeit dienen. Zudem verstarb er bereits mit 46 Jahren. Gebaut wurden jedoch drei Villen von Peter Behrens sowie eine komplette Häuserzeile des Architekten Lauweriks. Gelebt haben hier Künstler wie Lauweriks, Thorn Prikker, Will Lammert, Hans Dorn und Milly Steger. Im Hohenhof in der oberen Etage ist ein Modell zu bestaunen, wie Hohenhagen einmal aussehen sollte. Nicht nur Villen sollten gebaut werden, sondern auch Schulen und eine Sternwarte. 



(c) Monika Schulte
 
 
Der Hohenhof zählt selbst zu den architekturgeschichtlich bedeutendsten Bauwerken Europas!!! 




(c) Monika Schulte


Was mich persönlich am Hohenhof so fasziniert, ist, dass es sich hier nicht nur um eine wunderschöne alte Jugendstilvilla handelt, sondern, dass es ein ein Gesamtkunstwerk ist. Immer wieder wird bei der äußerst interessanten Führung darauf hingewiesen, dass die Villa aus "einem Guss" erschaffen wurde. Hierbei sprechen wir nicht nur von der Architektur an sich, sondern auch von der gesamten Inneneinrichtung. Möbel, Dekorationen, Teppiche, Lampen und ja, sogar Geschirr und Besteck! All das wurde extra entworfen und hergestellt. Bauweise, Farben - einfach alles wurde aufeinander abgestimmt.  Die Dame des Hauses trug sogar Kleider, die van de Velde entworfen hat! Auf der Internetseite des Osthaus Museums Hagen ist in einem Download zum Hohenhof zu lesen, dass es sich um ein "Konzert der Künste" handelt. Dies kann ich ich nur bestätigen.


 
(c) Monika Schulte
 

Bei der Führung haben wir die Ehre, das Haus über die Haupttreppe betreten zu dürfen. Später erfahren wir, dass dies eigentlich nur dem Ehepaar Osthaus und seinen Gästen vorbehalten war. Wir haben uns dann einfach als richtige Gäste gesehen. Das Personal und die Kinder der Familie (5 Kinder insgesamt) mussten einen Nebeneingang des Hauses benutzen. Sie hatten sogar ein eigenes Treppenhaus.


 
(c) Monika Schulte
 

Nach einer Einführung in der sehr schicken Eingangshalle, wurden wir in den Verweilraum geleitet. Hier warteten früher die Gäste auf die ihre Gastgeber. Wunderschön das dortige Hodler-Gemälde "Der Auserwählte" (1890), welches leider nur eine Reproduktion ist. Das Original befindet sich jedoch im Besitz des Museums! Der Raum wurde um das wandfüllende Kunstwerk herum gebaut. Nimmt man auf der grünen Couch mit der ungewöhnlich hohen Lehne Platz, kann man das Gemälde in seiner ganzen Schönheit auf sich wirken lassen. 



(c) Monika Schulte
 
 
Das Damenzimmer war zugleich Musikzimmer. Auch hier fügt sich alles wieder ein. Das Gemälde "Herbst vor Paris" von Edouard Vuillard (1897-99) ist leider auch nur eine Reproduktion. Mir persönlich haben die Sitzgruppe und der Damenschreibtisch am besten gefallen. Hier könnte ich mir wunderbar vorstellen, ein paar meiner Wohnzimmerlesungen zu veranstalten, meine Briefe und Postkarten zu schreiben (ja, ich schreibe noch richtige Karten und Briefe!) oder einfach nur zu lesen. Die Räumlichkeiten sind überhaupt einfach ideal, um Kunst- und Literaturveranstaltungen zu organisieren. Auch Wandelkonzerte im kleinen Kreis könnte ich mir hier gut vorstellen.


 
(c) Monika Schulte

Sehr dunkel und einschüchternd wirkt das Arbeitszimmer von Karl Ernst Osthaus, auch im Erdgeschoss liegend. Sehr raffiniert sind die Einbaumöbel. Und auch hier wurden wieder sämtliche Farben abgestimmt und harmonieren somit miteinander. Mir ist der Raum zu dunkel, doch damals war es wohl der Zeitgeschmack. Sehenswert ist er jedoch allemal. Auffällig ist hier auch die Schablonenmalerei des Künstlers Thorn Prikker an der Raumdecke. Und wer es noch nicht nicht weiß, hier darf auch geheiratet werden!

Auch über einen Wintergarten verfügte die Villla. Es war jedoch kein Wintergarten, wie wir ihn uns vielleicht vorstellen. Kein Wintergarten mit unzähligen Pflanzen. Es war ein Raum mit Korbbestuhlung (uns wurden Fotos mit der ursprünglichen Möblierung gezeigt), jedoch ohne Pflanzen. Der Blick nach draußen lässt einen die Natur vor dem Haus bewundern. Sehr schön sind in diesem Raum die gegossenen Stuckornamente und vor allen Dingen das Fliesen-Triptychon von Henri Matisse (im Originalzustand!!). Zu sehen ist eine Darstellung von Satyr und Nymphen (1907/08). Hingewiesen wurden wir bei der Führung auch auf das Korbgeflecht, hinter dem die Heizkörper versteckt wurden. 


 
(c) Monika Schulte

Sehr schön ist auch das Speisezimmerr. Mir gefiel hier vor allen Dingen die raffinierte Schiebetür. Auch hier herrschen wieder die perfekten Farben vor. Die Studentin, die die Führung mit uns machte, wies uns darauf hin, doch einmal die Türgriffe näher anzusehen. Und richtig, der Türgriff der Schiebetür zum Wintergarten hin ist aus Silber, auf der anderen Seite jedoch aus Mesing. Messing findet sich auch wieder in der dortigen Lampe.

Bei dem gesamten Rundgang war ich auch immer fasziniert von den Lampen. Sie wirken äußerst modern. Elektrizität ist somit auch ein Stichwort. Die gesamte Villa verfügte von Anfang an über Elektrizität, was sehr ungewöhnlich war für diese Zeit! Osthaus war somit auch hier ein Vorreiter. Sehr schön auch die alten schwarzen Lichtschalter!

Der Künstler Thorn Prikker begegnet uns wieder im privaten Treppenhaus des Ehepaares Osthaus. Eine fünfteilige Glasmalerei wartet hier auf den Betrachter, die immer mit dem Sonnenlicht geht. Bevor wir die Malerei betrachten konnten, vielen uns jedoch die Schlitze in der Wand des Treppenhauses auf. Lüftungsschlitze, wie wir richtig erraten haben! 

Im oberen Bereich besichtigen wir das Kaminzimmer. Heute würden wir vielleicht Wohnzimmer dazu sagen. Die gemusterte Wandbespannung mutet sehr orientalisch an. 

Auch das Badezimmer durften wir uns ansehen. Eher schlicht mutet es an, war aber sehr modern mit zwei Waschbecken. Die Badewanne ist leider nicht mehr erhalten. Familie Osthaus verfügte zudem bereits über Toiletten im Haus und über Heiß- und Kaltwasser.

Dann ein Blick in das Schlafzimmer, das ich als durchaus modern bezeichnen würde. Die Einrichtung passt - sofern man den Platz dafür hat - in wirklich jedes heutige Schlafzimmer. Absolut durchdacht wurde auch hier wieder alles. Der Kleiderschrank, der sich perfekt in die Wand einfügt oder die sehenswerten Ablageflächen der Nachtschränkchen neben dem Bett. Der Frisiertisch könnte mir auch gefallen. Hier ist vor allen Dingen die Öffnung der Schubladen sehenswert. Das zu beschreiben ist schwierig. Man muss es einfach gesehen haben.

Die Führung im Haus war wirklich sehr, sehr interessant! So haben wir zum Beispiel auch erfahren, dass die Steine für den Bau des Hohenhofes aus dem benachbarten Steinbruch stammen. 

Ein Gang um das Gebäude herum lohnt sich auch, nein, es ist ein absolutes Muss! Von welcher Seite man auch den Hohenhof betrachtet, er bietet immer ein anderes Bild. Wunderschön ist vor allen Dingen der Eingangsbereich mit seiner repräsentativen Treppe. Sehenswert auch das Monogramm Karl Ernst Osthaus in einigen Fenstergittern.

Wunderbar anzusehen ist auch der Gartenbereich der Villa. Wir erfahren bei der Führung, dass die Kinder der Familie Osthaus hier im Sommer draußen schlafen konnten. Die Kinder konnten sich ebenso auf einer eigenen Kegelbahn im Kellerbereich vergnügen oder sie spielten im Theaterzimmer. Langweilig ist es ihnen dort bestimmt nicht geworden! Wunderschön auch der Brunnen. Wie schön muss es gewesen sein, hier zu lesen! Ob die Dame des Hauses das getan hat? Wer weiß?

Später war im Hohenhof eine Handweberei untergebracht. Auch eine Gauverwalter-Schule der NSDAP zog hier ein.Gegen Kriegsende wurde die Villa als Lazarett benutzt. Vielen Hagenern ist der Hohenhof jedoch als Frauenklinik bekannt.


 
(c) Monika Schulte (Haus am Stirnband)

Leider kann ich nur Fotos vom Außengelände (jenseits des Zaunes) zeigen. Ansonsten hätte ich eine kostenpflichtige Genehmigung benötigt, um auch die anderen Bilder veröffentlichen zu dürfen. All die Dinge, über die hier geschrieben habe, kann man auch auf der Internetseite des Osthaus Museums Hagens nachlesen. Dort können auch die entsprechenden Bilder bewundert werden. So könnt Ihr Euch eine eigene Vorstellung machen. Am besten ist es jedoch, Ihr besucht einfach einmal selbst dieses wunderbare Bauwerk! Eine Führung kann ich nur wärmstens empfehlen!


 
(c) Monika Schulte

Nach der Führung des Hohenhofs ging es nur wenige Schritte weiter zu der Siedlung am Stirnband, wo uns die nette Studentin die eingangs erwähnte Häuserzeile des Architekten Lauweriks zeigte. Leider sind diese Häuser allesamt in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Sehenswert sind sie jedoch auch von außen. Könnte man diese Häuser zusammenschieben, so würden sie sich wie Puzzleteile ineinanderfügen. 



 
Kunst am Bau von Milly Steger
(c) Monika Schulte
 

Zwei Stunden Führung. Zwei Stunden, die sehr, sehr interessant und spannend waren. Zwei Stunden, die wie im Flug vergangen sind. Dankeschön für die tolle Führung! Leider weiß ich den Namen der jungen Dame nicht mehr. Sonst würde ich  mich noch einmal persönlich bedanken!




Lauweriks-Reike am Stirnband
 (c) Monika Schulte

Sonntag, 26. April 2015

Rezension zu "Die Frauen der Rosenvilla" von Teresa Simon

Ein großartiges Lesevergnügen!

Anna Kepler hat soeben ihre zweite Chocolaterie in der Dresdner Altstadt eröffnet. Sehr viel Arbeit wartet auf sie, doch Schokolade ist ihr Leben. Ihr Herzblut hängt jedoch auch an der herrschaftlichen Rosenvilla, die sie von ihrem geliebten Großvater geerbt und mit viel Liebe restauriert hat. Als sie den Garten der Villa nach ihren Plänen neu anlegen will, findet sie bei den Arbeiten eine alte Bankfachschatulle. Diese enthält neben vielen anderen Dingen auch heraus gerissene Tagebuchseiten. Tagebucheinträge von drei verschiedenen Frauen, doch wer waren diese Frauen und was haben sie mit der Rosenvilla zu tun? Anna kann sich nicht mehr von der Geschichte der drei Frauen lösen, so fasziniert ist sie von dem, was die Frauen ihren Tagebüchern anvertraut haben, doch warum wurden die Seiten heraus gerissen? Wie gelangte die Schatulle in den Garten? Wird es Anna gelingen, das Geheimnis zu lüften?

"Die Frauen der Rosenvilla" - dieser Roman ist eine echte Entdeckung! Es ist die fesselnde und sehr bewegende Geschichte dreier Frauen über Generationen hinweg. Frauen, die in der Rosenvilla gelebt, geliebt und gelitten haben. Mit großer erzählerischer Kraft und Einfühlungsvermögen entführt uns die Autorin in die jeweilige Zeit der Frauen. Es ist ein mitreißender Roman mit Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen. Nach und nach fügen sich die einzelnen Puzzleteilchen zusammen. Nach und nach wird das Geheimnis der Frauen gelüftet. Ein wunderbarer Roman mit immer wieder überraschenden Wendungen und einfach atemberaubend spannend! Fast nebenbei verführt uns die Autorin zum Schokolade trinken und Schokolade essen! Beim Lesen sollte man mindestens eine Tafel hochwertiger Schokolade oder gar Pralinen parat haben. Ich verspreche Ihnen, schon beim Lesen verspüren sie den zarten Schmelz der Schokolade!

Ein Buch, dem ein feiner Zauber innewohnt. Der Duft von Rosen und Schokolade. Ein wunderschönes Buch, eine sehr bewegende Geschichte. "Die Frauen der Rosenvilla" - eine Geschichte zum Verlieben und ein großartiges Lesevergnügen! Unbedingte Leseempfehlung!





Taschenbuch
448 Seiten
Verlag Heyne



Liebe Teresa, herzlichen Dank, dass ich deinen wunderbaren Roman lesen und besprechen durfte!



Samstag, 25. April 2015

Das Autoren-Interview mit Britta Orlowski

Liebe Lesezeit-Leserinnen und -Leser,

heute stelle ich Euch eine Autorin vor, die sich eigene Welten schafft und dabei alles um sich herum vergessen kann. Eine Autorin spricht über das kleine Glück und ihren Wunsch, sich einen XXl-Ami-Kühlschrank zu kaufen. 

Viel Spaß beim Lesen!




Informationen zur Autorin

Name: Britta Orlowski
Alter: ach je, muss das sein, lach 48
Wohnort: Havelland
Familienstand: verheiratet, schon ganz schön lange



(c) privat Britta Orlowski


Rund ums Schreiben: 
Wann hast du angefangen mit dem Schreiben?  Als ich es konnte,  gleich nach der ersten Klasse

Was fasziniert dich am Schreiben?
Dass ich mir eine neue Welt schaffe und alles um mich herum vergesse

Wie entstehen deine Geschichten?
Tja, wie? Kennst du Pippi Langstrumpf? Die war mal als Sachensucher unterwegs. So ähnlich ist es bei mir. Ich bin kein Sucher, sondern ein Finder. Ich finde pausenlos Ideen zu Stories, zu Dialogen, zu Figuren, Ereignissen … Dann schreibe ich alles fleißig in ein Notizbuch und ordne es den einzelnen Romanen zu, die ich gern schreiben möchte. Irgendwann habe ich pro Romanprojekt genug Fakten zusammengetragen und lege los mit dem Konzept: Exposé, Plot, Setting und dann hält mich nichts mehr auf.

Dein nächstes Projekt?
Kommt darauf an, was du meinst. Was demnächst das Licht der Öffentlichkeit erblickt oder was ich gerade schreibe?
Im Mai erscheint mein neuer Roman „Land oder Liebe“ – meine Landleben Romane sind lustig und traurig und versprühen das Flair des Dorflebens in der heutigen Zeit.
Aber ich schreibe am vierten Band meiner St. Elwine Reihe. Der Roman wird „Erdbeerpunsch“ heißen. Eine Herzensangelegenheit ist aber auch mein erster Ausflug ins 19. Jahrhundert. Eine Jack the Ripper Geschichte. Ein historischer Roman, eine Familiensaga, eine romantische Liebesgeschichte und ein Krimi, der dich (vielleicht) Nächte durchlesen lässt.


(c) Bookshouse


Welchen Berufswunsch hattest du als Kind?
Krankenschwester

Wie sieht dein Alltag aus?
Ziemlich normal, er wird von viel Arbeit, wenig Freizeit und jeder Menge Fantasie beherrscht. Zwischendurch gehe ich einkaufen wie jeder andere auch. Mitunter schlafe ich abends auf dem Sofa ein und bin dann etwas bedröppelt, ich fange mich aber wieder. Meistens lese ich abends im Bett vor dem Einschlafen. Ich trinke hauptsächlich Tee und vergesse manchmal zu essen, weil die Geschichte, die ich schreibe mich selbst so fesselt.

Welche Jahreszeit ist die Deine?
Als ich jung war, musste es unbedingt der Sommer sein. Jetzt liebe ich alle Jahreszeiten, möchte keine missen und habe gelernt im Regen und unter Tränen zu tanzen.

Hast du ein Lieblingsreiseziel?
Nein. Mit offenem Blick ist es überall schön.


(c) Bookshouse


Was bedeutet Dir Zeit?
Sie existiert und nimmt nie ein Ende. Manche behaupten, sie heilt alle Wunden. Aber das stimmt nicht. Für wahre Liebe und Treue ist Zeit bedeutungslos und daher spielt sie für mich auch nur eine untergeordnete Rolle.

Wie definierst du Glück?
Ich zelebriere das kleine Glück: Blumen am Wegesrand, kecke, naseweise Fünfjährige, die mir einen Schlag aus ihrer Jugend erzählen wollen, Sonnenstrahlen, das Tanzen von Libellen und Schmetterlingen, einen dicken Maikäfer beobachten, echten Bienenhonig, glückliche Schweine und Hühner, genug zu essen, Nachts durchschlafen. Daran halte ich mich fest, denn das große Glück habe ich verloren.

Wenn du plötzlich 5 Millionen Euro zur Verfügung hättest, was würdest du damit tun?
Eine große Summe ginge an die Kinderkrebshilfe, eine Summe an traurige Mütter, meine Schwester und meine Eltern bekämen einen Batzen und der Rest bleibt für mich um mir doch noch einen Wintergarten und eine tolle Küche mit Kochinsel und  XXL Ami-Kühlschrank  zuzulegen. Vielleicht käme auch eine Reise in Frage – dann ohne schlechtes Gewissen.


(c) Bookshouse


Hast du Wünsche für die Zukunft? Welche?
Nicht dement werden, denn dann könnte ich nicht mehr schreiben und noch schlimmer, meine schönsten Erinnerungen würden sich in Luft auflösen.
So lange wie möglich Bücher schreiben zu dürfen und damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen, ohne jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen.

Beschreibe dich in einem Satz selbst!
Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt – von Alpha zu Omega.



Liebe Britta, ganz herzlichen Dank für dieses wunderbare Interview! Ich freue mich schon auf unser ganz persönliches Projekt und hoffe, dass es klappen wird!

Rezension zu "Lieber Mr. Salinger von Joanna Rakoff

Joanna Rakoff bekommt einen Job in einer Literaturagentur in New York. Hier will sie Karriere machen. Vielleicht schafft sie es ja sogar, selbst Karriere zu machen. Schnell muss sie feststellen, dass sie als Assistentin der Chefin wirklich nur mehr oder weniger Sekretariatsaufgaben zu erledigen hat. Von moderner Technik keine Spur. Ihre Chefin besteht darauf, dass sie sämtliche Briefe auf einer alten Schreibmaschine tippt. Und bloß keinen persönlichen Kontakt zu Jerry, doch wer ist Jerry eigentlich? Nur langsam kommt Joanna dahinter, dass sich hinter Jerry der berühmte Autor J.D. Salinger verbirgt. Ein Autor, der nach seinen großen Roman-Erfolgen sehr zurückgezogen lebt und auch zu seinen größten Fans keinen Kontakt haben möchte. So ist es Joanna, die all seine Fanpost beantworten muss und die irgendwann nicht mehr den vorformulierten Standardbrief verwenden will. 

"Lieber Mr. Salinger" - das ist die Geschichte der Autorin Joanna Rakoff. Es ist die Geschichte des Jahres, das sie in der Literaturagentur verbringt, die auch den berühmten J.D. Salinger betreut. Mit Joanna Rakoff werden Erinnerungen wach. Erinnerungen an eine Zeit, in der in den Büros noch in die Schreibmaschinen klapperten. Einen Kopierer gab es schon, ein Fax wurde auch schon benutzt. Die ersten Computer halten Einzug in die Bürowelt und auch Joannas Chefin kann sich der Technik nicht ganz entziehen, so schwer sie sich damit auch tun mag. Was für uns heute völlig normal ist, waren damals große Erneuerungen. 

Joanna Rakoff beschreibt auf liebevolle Weise ihren Büroalltag in der Agentur. Es könnte auch jedes andere Büro sein. Ganz nebenbei und wie zufällig erfährt man von der eigentlichen Arbeit einer Literaturagentur. Unzählige Manuskripte, die eingereicht werden von Autoren, die hoffen, dass endlich eines ihrer Werke veröffentlicht wird. Und dann immer wieder Salinger, der etwas schwierig zu nehmende, eher knurrige Autor, zu dem es viele Anordnungen gibt, wie er zu behandeln ist. 

Schön fand ich zu lesen, wie sich die Autorin selbst entwickelt hat. Wie sich aus der Sekretärin, die nur Standardbriefe an die Salinger-Fans rausschickt, plötzliche eine Frau wird, die beginnt, auf die Briefe der Fans einzugehen, ihnen eine persönliche Note zu geben. 

"Lieber Mr. Salinger" - ein charmantes Lesevergnügen über eine Frau, die ein Jahr in einer Literaturagentur gearbeitet hat, bevor sie ihren eigenen Weg eingeschlagen hat. 





Gebundene Ausgabe
304 Seiten
Verlag Knaus


Herzlichen Dank an den Knaus Verlag, 
dass ich dieses Buch lesen und besprechen durfte!

Dienstag, 21. April 2015

Das Autoren-Interview mit Sylvia Lott

Liebe Lesezeit-Leserinnen und -Leser,
heute stelle ich Euch eine Autorin vor, die durch das
 Schreiben mehr als nur ein Leben hat und die als Kind Weltmeisterin im Rollschuhlaufen und Schlittschuhlaufen werden wollte. Über Spiel- und Standbeine könnt Ihr nebenbei auch noch etwas erfahren Viel Spaß beim Lesen!




Informationen zur Autorin

Name: Sylvia Lott
Alter: 59
Wohnort: Hamburg




Rund ums Schreiben:

Wann hast du angefangen mit dem Schreiben?
In der Volksschule, Aufsatzschreiben hat mir viel Spaß gemacht, ab elf dann Tagebuch und mit zwölf erste Kurzgeschichten.

Was fasziniert dich am Schreiben?
Erstens die Recherche. Zweitens, wenn man Glück hat, und in diesen flow gerät,  wenn es flutscht und ich beim Schreiben die Zeit vergesse. Drittens: Wenn ich morgens im Halbschlaf plötzlich weiß, wie es weiter oder besser geht. Letztlich ist es wohl ähnlich wie bei Schauspielern: Man lebt dadurch mehr als nur ein Leben.

Wie entstehen deine Geschichten?
In einer Mischung aus harter Arbeit, Recherche, Suche – plus einem oft zufälligen privaten Erlebnis. Es gibt immer einen Augenblick, in dem es Klick macht.

Dein nächstes Projekt?
Ich glaube, es nimmt einem Projekt die Magie, wenn man zu viel zu öffentlich darüber spricht. Deshalb möchte ich dazu nichts sagen. Nur: Ich habe gerade damit angefangen, bin auf Seite 28.

Welchen Berufswunsch hattest du als Kind?
Weltmeisterin im Rollschuhlaufen, Weltmeisterin im Schlittschuhlaufen, Journalistin/Schriftstellerin.

Wie sieht dein Alltag aus?
Alltag, was für ein Alltag? Ach, Quatsch, um ehrlich zu sein: ziemlich alltäglich. Normale Arbeitszeiten am Schreibtisch und schreiben, wie jeder normale Büromensch, oft auch noch abends und am Wochenende. Einziger Luxus: Ausschlafen und in Ruhe frühstücken.





Welche Jahreszeit ist die Deine?
Frühling (wegen Blütezeit und Vorfreude), aber letztlich dann doch Sommer (and the living is easy...)

Hast du ein Lieblingsreiseziel?
Schwer zu sagen. Ich habe, was Reisen angeht, ein Spielbein und ein Standbein. Das Spielbein wechselt, das Standbein: alle Jahre wieder nach Borkum.

Was bedeutet Dir Zeit?
Nach Gesundheit das Zweitwichtigste. Oder sogar wichtiger? Das allerwichtigste ist natürlich noch etwas anderes: die Liebe – deshalb auch immer mein Thema.

Wie definierst du Glück?
Ein Geschenk. Etwas kann man zwar selbst tun, um es herbei zu locken, aber den letzten Kick bekommst man vom lieben Gott oder von einem Sonnenstrahl, der ein Hormon wachkitzelt. Kaufen kannst du es jedenfalls nicht. ;-)

Wenn du plötzlich 5 Millionen Euro zur Verfügung hättest, was würdest du damit tun?
Eine Penthouse-Wohnung an der Alster kaufen und ein Ferienhäuschen in Ostfriesland; ein großes einwöchiges Fest veranstalten, zu dem ich Freunde, Bekannte und Familie in ein großes Ferienhaus nach Dänemark oder in Südfrankreich einladen würde; zehn Prozent spenden, um Menschen, die Schmerzen haben, sofort zu helfen, und etwas für die Leseförderung stiften; zehn Prozent an Freunde und Verwandte verschenken; mit meiner Mutter eine Fahrt auf der Hurtigrute unternehmen; einen Mantel von Max Mara kaufen; mich mit meinem Liebsten monatelang um die Welt treiben lassen, dabei viel Schwimmen, Sightseeing machen, Museen und Archive aufsuchen und neue Ideen sammeln; eine Million gesplittet vernünftig anlegen. (Irgendwie stimmt es mich nachdenklich, dass ich für diese Antwort am meisten Platz gebraucht habe *grübel*)

Hast du Wünsche für die Zukunft? Welche?
Weltfrieden, Erfolg, Gesundheit, Freude, Bestseller, ausverkaufte Lesungen, Reisen und jede Menge Ideen und Lust auf für neue Romane.

Beschreibe dich in einem Satz selbst!
1,72 Meter groß, 65 Kilo, brünett, ovales Gesicht, grünbraune Augen, volle Lippen, niedriger Haaransatz, große Ohren.

Romane:​
Die Rose von Darjeeling. Blanvalet 2013
​Die Glücksbäckerin von Long Island. Blanvalet 2014
​Die Lilie von Bela Vista. Blanvalet, ET: 17. August 2015


Liebe Sylvia, ganz herzlichen Dank für dieses tolle Interview!
Jetzt bin ich erst einmal so richtig neugierig auf Deine Glücksbäckerin geworden! Was die lieben Leser hier nicht wissen, du hast mir ja auch das Rezept zu diesem schrecklich lecker aussehenden Käsekuchen geschickt. Mhmm, was ich damit mache? Verrate ich noch nicht. Erst möchte ich das Buch lesen!

Wenn Ihr noch mehr über Sylvia Lott wissen möchtet,
dann schaut doch mal hier:

www.romane-von-sylvia-lott.de
www.facebook.com/Sylvialott.romane


Porträt und Cheese Cake:
Foto: Daniel Culmann