Der Klappentext verspricht einen poetischen Sommerroman voller mediterraner Atmosphäre – mit dem Duft von Kräutern und sonnendurchfluteten Olivenhainen. Ehrlich gesagt hatte ich jedoch den Eindruck, als hätte der Verfasser des Klappentextes ein anderes Buch gelesen.
Im Mittelpunkt steht Ivona, die nach Zadar an der kroatischen Küste zurückkehrt. Sie lebt im Elternhaus, pflegt ihren Vater und arbeitet – obwohl sie eigentlich Biologin ist – in einem Schreibwarengeschäft.
Immer wieder begegnet sie ihrem Ex-Mann Vlaho, den sie trotz der Scheidung nie aufgehört hat zu lieben. Inzwischen ist er mit ihrer Freundin Marina verheiratet, hat mit ihr eine Familie gegründet, und Ivona ist sogar Patin eines ihrer Kinder. Anders als der Klappentext vermuten lässt, treffen Ivona und Vlaho also nicht plötzlich wieder aufeinander, sondern sehen sich regelmäßig.
Als Ivona Asier kennenlernt, der sie beim Verkauf des elterlichen Hotels unterstützt, stellt sich die Frage, ob sie bereit ist, sich auf eine neue Beziehung einzulassen.
Für mich ist "Dem Meer entgegen" weder ein sommerlicher noch ein poetischer Roman. Die versprochene Leichtigkeit habe ich vermisst. Stattdessen begleitet man eine Frau, die von ihren Gefühlen zerrissen ist, nie wirklich auf eigenen Beinen gestanden hat und ihre Vergangenheit nicht loslassen kann. Ivonas Sehnsucht nach ihrer verlorenen Liebe bestimmt ihr Leben über weite Strecken.
Auch einige Handlungselemente wirkten auf mich wenig glaubwürdig. Vor allem die Konstellation zwischen Ivona, Vlaho und Marina fiel mir schwer nachzuvollziehen. Als schließlich auch Asier dazukommt, entsteht stellenweise der Eindruck einer fast schon harmonischen Viererrunde – das wirkte auf mich eher konstruiert.
Sprachlich ist der Roman gut geschrieben, daran gibt es für mich nichts auszusetzen. Hätte der Klappentext die Geschichte treffender beschrieben, wäre ich vermutlich mit anderen Erwartungen an das Buch herangegangen. So fühlte ich mich jedoch in die falsche Richtung gelenkt und blieb am Ende enttäuscht zurück.
Herzlichen Dank an @NetGalleyDE und @hanserblau für das Rezensionsexemplar!
#DemMeerentgegen #NetGalleyDE

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