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Samstag, 19. September 2026
"Der Künstlerinnen-Klub" von Hanka Meves
Mittwoch, 2. September 2026
"Wildboden" von Constantin Lieb
Zwischen Kunst, Abhängigkeit und Liebe
Der Maler Ernst Ludwig Kirchner und seine Lebensgefährtin Erna Schilling führen in den Schweizer Bergen ein einfaches, zurückgezogenes Leben. Im kleinen Ort Frauenkirch sind sie nie wirklich bei den Menschen angekommen. Die Bewohner begegnen ihnen eher misstrauisch und zurückhaltend. Während Kirchner die Abgeschiedenheit und die Ruhe schätzt, leidet Erna darunter. Ihr fehlt die Großstadt, ihr fehlt Berlin.
Auch psychisch geht es Erna zunehmend schlechter. Ihre Depressionen verschlimmern sich, doch sie steht bis zum Schluss zu Kirchner und ist immer für ihn da. Dabei ist auch sein eigenes Leben von schweren Dämonen geprägt. Seit dem Ersten Weltkrieg traumatisiert, medikamentenabhängig und später sogar morphinabhängig, geht es Kirchner zunehmend schlechter. Er kann charmant und zuvorkommend sein, gleichzeitig aber auch herablassend und verletzend. Seine Kunst gilt in Deutschland inzwischen als "entartet", und auch persönlich gerät sein Leben immer mehr aus den Fugen.
Zwischen Ernst Ludwig und Erna besteht eine zutiefst toxische Beziehung. Sie können nicht wirklich miteinander – und doch können sie auch nicht ohne einander sein. Erna hält zu ihm, versucht, ihn aufzufangen und mit seinen Stimmungsschwankungen und Abhängigkeiten zu leben. Trotz aller Belastungen bleibt sie bis zu seinem Tod an seiner Seite. Doch Kirchners Dämonen gewinnen schließlich die Oberhand: Er nimmt sich das Leben.
"Wildboden" ist trotz – oder vielleicht gerade wegen – der Düsternis, die über dem Leben der beiden Protagonisten liegt, ein unglaublich mitreißender Roman. Constantin Lieb erzählt fesselnd und sprachgewaltig. Besonders beeindruckend fand ich, wie unmittelbar man in Kirchners Welt eintaucht und miterlebt, wie in seinem Kopf ein neues Bild entsteht – unabhängig davon, unter welchen Lebensumständen er sich gerade befindet.
Die Atmosphäre der Schweizer Berge, Kirchners innere Zerrissenheit und die schwierige Beziehung zu Erna werden so eindringlich beschrieben, dass man sich der Geschichte kaum entziehen kann. Die Spannung bleibt bis zum Finale erhalten, und das Ende ist zugleich erschütternd und sehr berührend.
Ein intensiver, sprachgewaltiger Roman über einen großen Künstler, seine Dämonen und eine Frau, die trotz aller Schwierigkeiten bis zum Schluss an seiner Seite bleibt.
Nicht nur für Kunstbegeisterte eine Empfehlung!
Herzlichen Dank an den INSEL-Verlag,
dass ich den Roman lesen und vorstellen durfte!
Sonntag, 30. August 2026
"Der Betrachter" von Judith Fanto
Sechs Freunde und eine Zeit, die alles verändert
Sonntag, 16. August 2026
"Mademoiselle Coco und der Mord im kleinen Schwarzen" von Michelle Marly
Dienstag, 11. August 2026
"Die Schönheit der Distanz" von Nao-Cola Yamazaki
Freitag, 7. August 2026
"Sommerhaus" von Rachel Joyce
Enttäuschung statt Sommerlektüre
Bin ich mit falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen? Vielleicht. Immerhin habe ich "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" von Rachel Joyce geliebt und deshalb vermutlich auch an "Sommerhaus" andere Erwartungen gehabt.
Dabei fängt der Roman zunächst gar nicht schlecht an. Doch leider wird die Geschichte für mich zunehmend zäh – so zäh, dass ich irgendwann einfach nicht mehr weiterlesen wollte.
Auf den Inhalt möchte ich gar nicht näher eingehen, denn den kann jeder dem Klappentext entnehmen. Für mich waren die Geschichte und vor allem die Protagonisten einfach zu blass. Vieles zog sich, ohne dass ich wirklich einen Zugang zu den Figuren gefunden hätte.
Nach etwa einem Drittel habe ich deshalb schweren Herzens beschlossen, das Buch abzubrechen. Und auch wenn ich Bücher nur ungern aufgebe: Meine Lesezeit ist mir inzwischen zu kostbar, um mich durch eine langatmige Geschichte zu quälen.
Schade, denn nach meinem Begeisterung für "Harold Fry" hatte ich mir von Rachel Joyce deutlich mehr versprochen.
Auch wenn diese Geschichte nicht meine Geschichte war, so möchte ich doch dem Team von NetGalley und Thiele danken, dass ich das Buch lesen durfte.
#Sommerhaus
#NetGalleyDE
#Thiele



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