Mittwoch, 5. September 2018

"Sommerhaus zum Glück" von Anne Sanders

Ein Buch, das glücklich machen kann

Elodie nimmt ihre gescheiterte Beziehung zum Anlass, mit dem Geld ihres Ex ungesehen ein Bed & Breakfast in Cornwall zu kaufen, dass sie erst noch aufwändig renovieren muss, bevor es überhaupt einigermaßen bezugsfertig sein wird. Ob das die richtige Entscheidung war? 

In dem kleinen Fischerdörfchen lernt sie Helen kennen, die gerade in einer Ehekrise zu stecken scheint. Mit ihr versteht sie sich sofort. Auch die schüchterne ältere Brandy steht ihr immer beiseite und nicht zu guter Letzt der zurückhaltende Tom, der einen Kaffeeladen im Ort betreibt. Doch warum ist Tom so reserviert ihr gegenüber? Nicht, dass Elodie sich auf eine neue Beziehung einlassen möchte, aber irgendeine Verbindung scheint es da zu geben zwischen ihr und Tom. 

Die Renovierung des Hauses kommt langsam aber stetig voran und die drei Frauen verbindet schnell eine wunderbare Freundschaft. 

"Sommerhaus zum Glück" - eine sommerliche Geschichte mit liebenswerten Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen. Eine bezaubernde Kulisse, eine warmherzig erzählte Geschichte, kurzum, ein Buch, das glücklich machen kann. 





Taschenbuch
448 Seiten
Verlag: blanvalet






Herzlichen Dank an das Verlagsteam,
 dass ich den Roman lesen und vorstellen durfte!






Donnerstag, 30. August 2018

"Bienenkönigin" von Claudia Praxmayer

Ein spannender Jugendroman zu einem sehr wichtigen Thema!

Mel liebt Bienen. In ihrer WG wird sie nur die Bienenkönigin genannt. Die junge Frau hat eine ganz besondere Beziehung zu den samtigen kleinen Tierchen. Sie kann mit den Bienen singen, eine seltene Begabung, die sie von ihrer Großmutter geerbt hat. Doch eines Tages liegt vor dem Bienenstock im Garten der WG eine unheimliche schwarze Miniatur-Drohne. Als dann auch noch der gesamte Bienenstock verschwunden ist, ist die WG in heller Aufregung. Was ist passiert? Wer könnte dahinter stecken? Gibt es wirklich Menschen oder gar ganze Organisationen und Firmen, die die so wichtigen Bienenvölker gänzlich ausrotten wollen, wo die Tiere doch eh schon bedroht sind? 

Die fünf WG-Freunde wollen das nicht auf sich beruhen lassen. Sie beginnen nachzuforschen und begeben sich selbst in große Gefahr.

"Bienenkönigin" - nicht nur ein Thriller für Jugendliche. Es ist vor allen Dingen eine unheimlich spannende Geschichte zu einem ganz wichtigen Thema, dem Bienensterben. Eine mitreißende Geschichte, spannend, unterhaltsam und packend.

Das Bienensterben, ein Thema, das jedem Einzelnen zum Nachdenken bringen sollte. Was wäre, wenn es wirklich bald keine Bienen mehr geben würde? Könnten tatsächlich künstliche Bienen die Lösung sein? 

"Bienenkönigin" - temporeich, mit vielen Denkansätzen zum eigenen Umgang mit der Natur. 





Gebundene Ausgabe
349 Seiten
Verlag: cbj




Samstag, 25. August 2018

"Die Frauen von Savannah" von Beth Hoffman

Eine ganz hinreißende und berührende Geschichte!

Cecelia Rose Honeycutt, von allen liebevoll CeeCee genannt, hat schon einiges mitgemacht mit ihren 12 Jahren. Vom Vater allein gelassen, musste sie mit ansehen, wie ihre Mutter immer weiter in eine andere Welt abdriftet.Einer Welt voller bunter Cocktailkleider, die sich in einem Laden für wenige Dollar gekauft hat und mit denen sie tagsüber durch die Straßen tanzte. Sie ist psychisch krank. Als CeeCees Momma eines Tages bei einem Tanz über die Straße überfahren wird und stirbt, gibt der Vater das Mädchen zu ihrer Großtante Tootie, die in Savannah lebt.

Oletta, die farbige Angestellte und Tootie selbst, kümmern sich von Stund an liebevoll um das Mädchen, das in ihrem bisherigen Leben nur wenig Familienleben kennengelernt hat. Die warmherzigen Frauen schaffen es, dass CeeCee Vertrauen zu ihnen aufbaut. CeeCee blüht regelrecht auf bei so viel Liebe und Entgegenkommen. Endlich darf sie glücklich sein!

Als sie  mit Oletta und ein paar anderen Frauen ans Meer fährt, kommt es zu einem rassistischen Überfall und alte Ängste überrollen das junge Mädchen wie eine Flutwelle. 

"Die Frauen von Savannah" - es ist eine dieser leisen und großartigen Geschichten, die einem unvergessen bleiben. Der Roman spielt in den Sechziger Jahren, ist jedoch so aktuell wie nie. Eine warmherzig erzählte Geschichte über die Frauen von Savannah, bei denen Zusammenhalt groß geschrieben wird und nicht nur eine Floskel ist. 

"Die Frauen von Savannah" - bezaubernd, schön, berührend. Ein hinreißendes Buch, das ich längst hätte lesen sollen. Es lag seit 2012 in meinem Bücherschrank. Ich bin unheimlich froh, dass ich es endlich gelesen habe. 




Taschenbuch
354 Seiten
Verlag: KiWi





Mittwoch, 22. August 2018

"Wenn wir wieder leben" von Charlotte Roth

Eine fesselnde und zutiefst bewegende Geschichte!

Gundi Friböse, die wegen ihr stets guten Laune von allen nur Gundi Sonnenschein genannt wird, hat gemeinsam mit ihrer Schwester Lore und den Freunden Julius und Erik nur einen großen Wunsch: Endlich berühmt werden mit ihrer Band "Piroggen". Einmal im Grandhotel in Zoppot bei Danzig auftreten, da, wo sich die Reichen und Schönen zur Sommerfrische tummeln, doch die Tür zum Grandhotel bleibt ihnen verschlossen. 

Die Jahre vergehen, Gundi ist immer noch auf der Suche nach "ihrem" Lied. Sie findet dieses Lied, doch geschrieben hat es eine andere. Mit dem Lied "Morgen am Meer" wird die Gruppe jedoch endlich bekannt. 

Die Nazis kommen an die Macht. Auch sie lieben das Lied. Die Freunde wollen noch nicht wahrhaben, dass die Welt sich im Umbruch befindet. Endlich sind sie berühmt. Endlich haben sie Erfolg. Sogar auf dem KDF-Schiff, der Wilhelm Gustloff, einem Luxusschiff, fahren sie mit und spielen ihre Musik. Gundi macht es sogar möglich, dass ihr geliebter Großvater Pop sie auf dem Schiff begleiten darf. 

Julius und Gundi heiraten, damit das gemeinsame Kind nicht unehelich aufwachsen muss, doch lieben tut Gundi einen anderen, den Sänger Tadek. Hitler überfällt Polen. Der Zweite Weltkrieg bricht aus und nun müssen auch die Freunde erkennen, dass nichts mehr so sein wird wie zuvor.

Viele Jahre später wird Wanda von ihrem Studienfreund Andras gefragt, was ihre Eltern im Krieg gemacht haben. Wo waren sie? Haben sie sich schuldig gemacht? Wanda, die sich bisher keine Gedanken darüber gemacht hat, befragt ihre Mutter Matti und ihre Tante Lore, doch Antworten bekommt sie keine. Eine Wand aus Schweigen breitet sich vor ihr aus. 

Wanda beschließt nach Polen zu reisen, nach Sopot, doch auch hier, in den Sechziger Jahren, ist kaum jemand bereit, ihr Auskunft zu geben. Wird es Wanda gelingen, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen? Wird sie erfahren, wer ihre Familie wirklich ist und wo ihre eigenen Wurzeln liegen?

"Wenn wir wieder leben" - ein Roman, der fasziniert, der zutiefst berührt, der aus der Masse heraussticht. Es ist eine fesselnde und zutiefst bewegende Geschichte. Es ist Charlotte Roths persönlichster Roman, was beim Lesen auch immer wieder deutlich wird. 

Mit erzählerischer Kraft und großem Einfühlungsvermögen bringt uns die Autoren die Geschichte und ihre Protagonisten nahe. Man fiebert, man zittert mit, man lacht und weint gemeinsam und man hält vor Spannung und Entsetzen den Atem an. Vor dem inneren Auge des Lesers läuft ein Film ab. 

"Wenn wir wieder Leben" - eine fesselnde Geschichte, nachdenklich stimmend, unendlich traurig und voller Leben. Ein absolutes MUSS für jeden Leser!




Taschenbuch
608 Seiten
Verlag: KNAUR




Liebe Charlie, herzlichen Dank 
für diese wunderbare Geschichte!

Liebes Verlags-Team, herzlichen Dank, 
dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!













Samstag, 11. August 2018

"Ein Ire in Paris" von Jo Baker

Ein düsteres Stück Zeitgeschichte um den Schriftsteller Samuel Beckett

Es gibt Bücher, von denen bin ich einerseits fasziniert und andererseits kann ich doch nicht wirklich warm werden mit ihnen. "Ein Ire in Paris" gehört dazu. 

Der Zweite Weltkrieg steht kurz vor dem Ausbruch. Samuel Beckett, der im Roman nie wirklich genannt wird, ist noch bei seiner Mutter Zuhause, doch hier kann er nicht schreiben. Ihm fehlt die Luft zum Atmen. Er fühlt sich eingeengt. So packt er seine Sachen und reist zurück nach Paris, zurück zu seiner Geliebten Suzanne, doch so einfach, wie Beckett sich das Leben in Paris in Kriegszeiten gedacht hat, ist es nun mal nicht. 

Immer mehr Freunde verschwinden. Niemand kann sagen, was mit ihnen passiert ist. Schließlich entscheidet sich Beckett, der auch in Paris an seiner Schreibblockade leidet, sich der Résistance anzuschließen. Falsche Papiere müssen her. Die Gruppe wird verraten. Ein Leben nun im Untergrund, immer auf der Flucht, immer auf der Hut. Ein Leben von der Hand in den Mund. Hunger, Durst, Entbehrung, Erschöpfung. 

Jo Baker schreibt so, dass die Düsternis fast greifbar ist. Sie beschreibt das Leben, die Landschaften bildhaft und einprägend, doch die Personen selbst sind mir irgendwie fremd geblieben. Der Schreibstil ist ungewohnt, ungewöhnlich, nicht so ganz meins. Trotzdem ist ein lesenswertes Buch, eine Romanbiografie, die die dunkelste Zeit in Samuel Becketts Leben betrachtet.



Gebundene Ausgabe
348 Seiten
Verlag: KNAUS



Herzlichen Dank an das Team des Knaus-Verlages,
 dass ich dieses Buch lesen und vorstellen durfte!

Donnerstag, 9. August 2018

"Wo mein Herz dich findet" von Kathryn Taylor

Ein wunderbarer, ganz bezaubernder Liebesroman!

Als bei einem Unwetter ihr Auto plötzlich streikt, ist Cara gezwungen, nach jemanden zu suchen, der ihr helfen kann. Ihr Handy hat sie leider vergessen. In einer einsamen Gegend erscheint ihr das erleuchtete Haus die große Rettung zu sein. Nur widerwillig lässt der knauserige, aber durchaus sehr attraktive Liam die klatschnasse Cara in sein Haus eintreten. Er macht ihr umgehend klar, dass er froh ist, wenn sie so schnell wie möglich wieder verschwindet. Er hat jedoch nicht mit der Neugier der jungen Frau gerechnet, die sich Hals über Kopf in ihn verliebt hat. Auch Liam fühlt sich zu ihr hingezogen, doch ein schreckliches Ereignis hat ihn das Vertrauen zu anderen Menschen verlieren lassen. Wird es Cara gelingen, das Geheimnis zu lüften, das Liam umgibt? 

"Wo mein Herz dich findet" - ich habe mich riesig auf den neuen Roman von Kathryn Taylor gefreut, der nicht nur voller Liebe ist, sondern auch geheimnisvoll, unterhaltsam und spannend. Eine Geschichte, die mich die Stunden nur so hat vergessen lassen. Rettungslos romantisch, wie dieser Roman nun einmal ist, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Mein Seufzen  muss eigentlich jetzt noch zu hören sein...

Aber nicht nur die Geschichte um Liam und Cara ist schön, auch die Geschichte um Caras Bruder Patrick, der kurz vor der Hochzeit mit Jessica steht, als seine frühere große Liebe Amy am Familienhotel steht, an der Hand ihren kleinen Sohn Charlie und um einen Job bittet. Alte Gefühle flammen auf, doch für wen wird sich Patrick entscheiden? 

"Wo mein Herz dich findet" - Kathryn Taylor packt einen mit der Leichtigkeit ihrer Sprache. Natürlich habe ich sehr früh geahnt, wie die Geschichte sich entwickeln wird, aber macht das etwas? Nein, im Gegenteil! Es ist ein wunderbarer, ganz bezaubernder Liebesroman, der mit viel Zärtlichkeit geschrieben wurde. Bitte mehr davon!






Taschenbuch
334 Seiten
Verlag: BASTEI LÜBBE





Liebe Kathryn, ganz, ganz herzlichen Dank 
für deine neue Geschichte! Sie ist wunderbar!




Dienstag, 7. August 2018

"Kleine große Schritte" von Jodi Picoult

Ein unheimlich wichtiges und aktuelles Thema, aber...

Was habe ich mich auf diesen Roman gefreut! Endlich ein neues Buch von Jodi Picoult, einer Autorin, die es immer wieder schafft, mich mit ihren Geschichten in den Bann zu reißen, die mich dazu bringt, schlaflose Nächte zu haben, die mich immer wieder überrascht. Nun also "Kleine große Schritte". 

Am Anfang war ich - wie immer - gebannt. Die Spannung hatte mich gepackt. Doch als ich noch nicht einmal die Hälfte erreicht habe, fing ich nach und nach an quer zu lesen. 

Das Thema des Buches ist Rassismus in Amerika. Schwarze und Weiße. Ein unheimlich wichtiges Thema, aktuell wie nie, nicht nur in Amerika! 

Die Säuglingsschwester Ruth bekommt die Anweisung, das neu geborene weiße Baby nicht zu berühren. Als das Baby aufhört zu atmen, gerät Ruth in einen Gewissenskonflikt. Soll sie sich der Anweisung widersetzen und dem Kind helfen oder nicht? Sie hilft, doch es ist bereits zu spät. Ruth wird angeklagt.

Die Personen blieben mir jedoch fremd. Von Jodi Picoult bin ich es eigentlich gewöhnt, dass sie mit meinen Gefühlen spielt, dass ich einmal mit der einen, ein paar Seiten weiter mit der anderen Person fühle. Das fehlte mir hier gänzlich. 

Wie so oft in ihren Romanen, nimmt ein Großteil der Geschichte ein Gerichtsprozess ein. Hier ist dieser Teil eindeutig zu lang geraten. Die Spannung verflog. 

Fazit: Ein sehr, sehr wichtiges Thema, für mich nicht ganz so ideal umgesetzt. Ich habe viele Bücher der Autorin gelesen und die älteren Romane empfinde ich immer noch als die besten.

Anhand der unzähligen Rezensionen auf diversen Portalen sieht man aber, dass das Buch unzählige Anhänger hat. Es ist halt nicht meine Geschichte. 




Gebundene Ausgabe
592 Seiten
Verlag: C.Bertelsmann





Herzlichen Dank an das Verlagsteam,
 dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!




Meine Juli-Bücher

Mit kleiner urlaubsbedingter Verspätung
 möchte ich Euch heute noch meine im 
Juli gelesenen Bücher vorstellen.




Donnerstag, 19. Juli 2018

"Kenia Valley" von Kat Gordon

Eine faszinierende Geschichte aus einer vergangenen Zeit

Das Cover des Romans hat mich magisch angezogen. Bunt, exotisch, wild kommt es daher. Ohne zu wissen, welches Thema das Buch überhaupt hat, wusste ich, diesen Buch muss ich lesen. 

Die Hauptperson der Geschichte ist Theo, der mit knapp 15 Jahren mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester in den Zwanziger Jahren nach Kenia kommt. Obwohl sie viel älter als er sind, schließt sich Theo dem glamourösen Paar Freddie und Sylvie an. Zu jeder Tages- und Nachtzeit wird gefeiert. Champagner und Cocktails fließen in Strömen. Man liebt das Leben. Man feiert bis zum Umfallen. Löwen und Affen hält man sich als Haustiere. Die Einheimischen werden für minderwertig und dumm gehalten. Theo tut praktisch alles, um dazu zu gehören, doch ist das wirklich seine Welt?

Zum Studium wird Theo später in die Heimat nach Schottland geschickt. Als er zurück in Kenia ist, hat sich nicht nur die Welt verändert, sondern auch seine Freunde. Der Zweite Weltkrieg steht kurz vor dem Ausbruch. Der permanente Rassismus ist spürbar wie nie, doch lassen sich die Einheimischen das alles weiterhin gefallen? Die heile Welt der Kolonialisten bekommt starke Risse. Das Leben wird bedrohlich. Wie wird Theos sich entscheiden? Wird er bleiben oder wird er Kenia rechtzeitig verlassen, um sich woanders ein neues Leben aufzubauen?

"Kenia Valley" - eine faszinierende Geschichte aus einer vergangenen Zeit. Kat Gordon schafft es  mit einer gewissen Leichtigkeit, dass der Leser das Gefühl hat, die Szenerie heimlich zu beobachten. Es ist eine mitreißende Geschichte, die hier und da aber auch kleine vermeidbare Längen hat. Mit Staunen liest man, wie dekadent und unmöglich sich die Kolonialherren in Afrika aufgeführt haben, wie sie die Einheimischen gescheucht haben und sie für minderwertige Menschen gehalten haben. Man staunt, ist entsetzt und doch fasziniert. 

Absolut guter Lesestoff mit einem überraschenden Ende! 



Gebundene Ausgabe
431 Seiten
Verlag: ATLANTIK




Herzlichen Dank an das Verlagsteam, dass ich den Roman lesen und vorstellen durfte!



Sonntag, 15. Juli 2018

"Eines Tages in Paris" von Juliet Blackwell

Absolute Lese-Empfehlung!

Als ihre Großmutter, liebevoll Mammaw genannt, im Sterben liegt, kehrt Claire zurück nach Louisiana. Sie gibt Claire mit auf den Weg, nach Paris zu reisen. In der Stadt des Lichts würde ein Geheimnis auf sie warten. Ein Geheimnis, das auch mit der ungewöhnlichen Totenmaske einer wunderschönen Frau zu tun hat, die Claire schon als Kind auf dem Dachboden der Großmutter entdeckt hat. 

Claire fliegt nach Paris und macht sich direkt auf den Weg zur "Moulage" der Familie Lombardi, einer Werkstatt, die schon seit Ewigkeiten Totenmasken und Gipsabdrücke herstellt. Die Totenmaske der geheimnisvollen schönen  Frau wurde hier einst hergestellt. In der Werkstatt trifft sie auf den mürrischen Armand und seine herzliche Cousine Giselle, die sich um den Verkauf kümmert. Ein Zufall will es, dass eine Übersetzerin ausgefallen ist. Kurzerhand springt Claire ein. Mit Giselle freundet sie sich sofort an, doch Armand bleibt abweisend und ebenso geheimnisvoll wie die Totenmaske. 

Wird Claire die Geheimnisse dieser beiden Menschen lösen können? Was hat es mit der wunderschönen Toten auf sich und wieso ist Armand so kühl? Armand, zu dem die sich immer mehr hingezogen fühlt. 

"Eines Tages in Paris" - was sich wie ein banaler Liebesroman anhören mag, entwickelt sich zu einer richtig spannenden Geschichte, die man einfach immer weiterlesen muss. Auf zwei Zeitebenen geschrieben, begibt sich der Leser zusammen mit Claire auf eine Reise in die Belle Époque. Dinge aus der Vergangenheit scheinen sich plötzlich in der Gegenwart zu wiederholen. Die Autorin schafft es hervorragend, das Pariser Flair wiederzugeben. Die Werkstatt, das Appartement. Es war, als würde ich als Freundin im Hintergrund dabei sein. 

"Eines Tages in Paris" - Nicht nur ein Liebesroman. Überraschende Wendungen machen diese wunderbare Geschichte zu einem spannenden Lese-Erlebnis. Absolute Empfehlung!



Taschenbuch
429 Seiten
Verlag: PIPER





Herzlichen Dank an das Team des PIPER-Verlages, 
dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!






Sonntag, 8. Juli 2018

"Der Neue" von Tracy Chevalier

Ein sehr mitreißender Roman, intensiv und emotional!

Amerika in den Siebziger Jahren. Osei, dessen Vater in diplomatischen Diensten steht, ist es fast schon gewöhnt, die Schule ständig zu wechseln. Doch das ist nicht sein einziges Problem. Osei und seine Familie stammen aus Ghana. An der neuen Schule ist er wieder einmal der Außenseiter. Nicht nur die anderen Kinder versuchen ihn zu meiden, auch die Lehrer sind voller Vorurteile. Rassismus steht auf der Tagesordnung, doch das scheint völlig  normal zu sein. Einzig Dee hat keine Probleme mit dem neuen Schüler. Sie ist die Einzige, die sich  mit ihm anfreundet, die ihm helfen möchte, doch da ist Ian, der mächtigste Junge auf dem Schulhof. Ihm ist die Freundschaft zwischen Osei und Dee ein Dorn im Auge. Schon beginnt er, ein intrigantes Lügennetz zu spinnen, das die beiden auseinander bringen soll. 

"Der Neue" ist ein Roman aus dem Hogarth Shakespeare Projekt. Bekannte und erfolgreiche Autoren haben die Möglichkeit, ein Werk Shakespeares neu zu erzählen. Tracy Chevalier hat sich "Othello" ausgesucht und eine berührende Neufassung des Klassikers geschaffen. 


Die Geschichte umfasst genau einen Tag im Leben des Schülers Osei. Schnell sind einem die einzelnen Charaktere vertraut. Man muss Othello gar nicht kennen, um diese Geschichte auf sich wirken zu lassen und wie sie wirkt! Man spürt förmlich die Katastrophe auf sich zusteuern, man möchte eingreifen, doch man kann nicht. 

"Der Neue" - ein sehr mitreißender Roman, intensiv und emotional. Unbedingt lesen!





Gebundene Ausgabe
195 Seiten
Verlag: KNAUS





Herzlichen Dank an das Verlagsteam, 
dass ich diesen emotionalen Roman lesen und vorstellen durfte!

Samstag, 7. Juli 2018

Lesezeit-Spezial: Autorinnen-Interview mit Gabriele Diechler

Habt Ihr eventuell auch schon Gabriele Diechlers neuen Roman "Lavendelträume" gelesen, diese wunderbare Geschichte rund um Düfte? Dieser Roman hat in mir den Wunsch geweckt, auch endlich einmal die Provence zu entdecken. 


Jetzt freut Euch mit mir auf ein richtig schönes Interview
 mit der bezaubernden Autorin!


Foto: (c) privat Gabriele Diechler


Deine Geschichte spielt in der Welt der Düfte. Hast du dich schon immer mit Düften beschäftigt? Wie bist du auf diese Geschichte gekommen?

Ich erinnere mich auf sehr intensive Weise an mein erstes Parfüm: Chantage von Lancaster. Ich war damals ein junges Mädchen und habe über den tollen Flakon gestaunt, ich habe ihn geöffnet und den Duft wahrgenommen und wieder gestaunt, weil der Geruch einzigartig war. So etwas hatte ich noch nie gerochen. Die Kombination – außergewöhnlicher Flakon und intensiver Geruch – war für mich wie der Eintritt in eine neue, fremde, exotische Welt.
Natürlich kannte ich die Freuden des Riechens: frische Erdbeeren, Schokolade, gewaschene Wäsche, gebohnerte Holzdielen, blühender Flieder, Rosenduft … aber ein Parfüm, das war Luxus und etwas ganz Besonderes.
Seitdem ist Riechen und sind Düfte für mich mit Wohlbefinden verbunden, auch damit, mir etwas Schönes zu gönnen, wenn ich mich parfümiere.
Und vom Verlieben wissen wir ja, wie wichtig es ist, jemanden riechen zu können.
Zu der Geschichte kam ich, weil mir eines Tages die Figur der Julia einfiel. Ich sah sie plötzlich in ihrer Zerbrechlichkeit vor mir … dann erschien Nicolas vor meinem geistigen Auge. Er malte in seinem Atelier, er war erfolgreich und liebte, was er tat …aber er war nicht nur Maler, er war vor allem Parfümeur … er hatte es nur vergessen.
Dann begann ich über Antoine zu schreiben, sah ihn im Labor, inmitten seiner Flakons, ganz in seinem Element. Und so ging die Geschichte, Figur für Figur und Kapitel für Kapitel, weiter.
Anfangs hatte der Roman den Arbeitstitel: Das Parfüm der Liebe, doch dann kamen die Lavendelträume ins Spiel … und der neue, endgültige Titel stand fest.


Jetzt würde ich dir am liebsten ganz viele Fragen auf einmal stellen! Lach! Okay, also nach und nach... Antoine ist seinem Labor, weißt du, an was ich da denken muss? An das Farina-Haus in Köln. Dort habe ich vor Jahren einmal eine historische Führung mitgemacht. Ich glaube, das muss ich unbedingt mal wiederholen. Dort im Museum ist wohl auch der Roman „Das Parfüm“ geschrieben worden. Mit den Bildern des Farina-Hauses vor Augen, konnte ich mir lebhaft das Labor von Antoine vorstellen. Hattest du die Chance, mal mit einem leibhaftigen Parfumeur zu sprechen? Einer „Nase“?

Leider hatte ich nicht die Chance mit einer „Nase“ zu sprechen. An so jemanden heranzukommen, ist nicht leicht.
Aber ein lieber Freund war Top-Manager, der in seiner aktiven Zeit, unter anderem, auch viele berühmte Parfüms weltweit vermarktet hat. Das lief über den Konsumgüterkonzern Procter & Gamble. Ich habe ihn gelöchert und viele Fragen beantwortet bekommen. Bei den gängigen Parfüms zählen harte Fakten, und die Aussicht auf gute Gewinne.
Auch ein Waschpulver und sonstige Produkte müssen nach etwas duften, damit sie sich gut verkaufen.
Was übrigens interessant ist, ist ein Besuch des Parfümmuseums in Grasse. Dort bekommt man einen schönen Einblick in die gute alte Zeit, nimmt Stimmungen und Emotionen auf.
Ich hoffe, ich konnte deine Fragen beantworten. Wenn ich mal eine „Nase“ kennenlernen sollte, verwickle ich diesen Mann oder diese Frau sofort in ein Gespräch und melde mich bei dir. Ich hätte selbst noch viele Fragen…






Oh, ja, das Museum in Grasse! Da möchte ich unbedingt auch einmal hin! Ich kenne nur das Parfum-Museum „La Fragonard“ in Paris. Deine Geschichte hat mich in Gedanken wieder dort hingeführt. Überhaupt macht dein Roman Lust, auf eine Reise in die Provence. Man möchte am liebsten sofort losfahren! Mein großer Traum ist es, wenigstens einmal im Leben durch ein blühenes Lavendelfeld zu laufen.

Seit ich deinen wunderbaren Roman gelesen habe, liegt an meinem Bett in Kopfhöhe ein kleines Lavendelsträußchen. Wie findest du es, wenn sich Leserinnen derart von deiner Geschichte inspierieren lassen, sei es ein Lavendelsträußchen oder der Wunsch nach einer Reise zum Ort der Geschichte?

Ich beantworte deine Frage aus meiner Perspektive, ich … als Leserin eines Romans.
Wenn mich das Thema eines Romans oder der Schreibstil, oder auch die Dialoge etc. packen, gehe ich emotional voll mit.
Dann identifiziere ich mich mit einer oder mehrerer Personen. Ich fiebere mit, freue mich mit, leide mit. Fast ist es so, als sei ich Teil des Buches.
Deshalb empfinde ich es als schönes Kompliment, dass du ein Lavendelsträußchen neben dir liegen hast, oder davon träumst in die Provence zu reisen.
Das ist Leben: Dabeisein, sich inspirieren lassen, mitmachen.
Mein eigenes Leben wurde durch manchen Roman vielschichtiger … deswegen liebe ich Bücher so.
Und als Autorin wünscht man sich vor allem eins. Seine LeserInnen in die Geschichte hineinzuziehen.

Beim Lesen der „Lavendelträume“ habe ich auch mitgefiebert und manchesmal gedacht, oh, nein! Wie ist das, wenn du schreibst, gehen deine Figuren manchmal auch einen ganz anderen Weg, als du ursprünglich für sie angedacht hattest?

Natürlich existiert ein Exposé. Bevor man einen Roman beginnt, steht also fest, wo die Reise hingeht, wie die Figuren sich entwickelt, wo die Höhepunkte der Story liegen usw.
Aber es kommt immer wieder vor, dass eine Figur sich verselbstständigt. Mir ist das schon oft passiert. Auch in diesem Roman, in den Lavendelträumen, hat sich etwas geändert, wurde anders, als ursprünglich geplant.
Das ist – für mich – das Spannendste am Schreiben, dass ich nicht hundertprozentig sagen kann, wie alles abläuft.
Ich kreiere zwar die Geschichte, aber ich bin auch die erste Leserin.




Foto: (c) privat Gabriele Diechler


Welche Figur hat dir am meisten Spaß gemacht?

Anfangs hat mir Antoine besonders Spaß gemacht, weil sein Tun im Labor etwas Fremdes für mich war… und ich sozusagen staunend hinter ihm „stand“, und ihm über die Schulter geschaut habe.
Dann rückte Julia in den Fokus. Ich habe sie so zerbrechlich und doch auch stark gesehen, jemand, der nicht aufgeben will, egal, wie schwierig es ist.
Auch Maren, sie kommt im Buch nicht so häufig vor, war – in mir – sehr präsent.
Du siehst, ich habe – leider, oder Gott sei Dank? – keine Lieblingsfigur.
Sogar der Immobilienmakler Kurz gefällt mir … als charakterarme Figur ist er sehr stark.
Sorry, Monika, alle Figuren haben mir sehr viel Spaß gemacht.
Hoffentlich kannst du mit dieser Antwort etwas anfangen.


Ja, das kann ich! Lach! Ich finde ja auch alle Figuren wunderbar! Sie kamen mir auch nicht vor wie irgendwelche Personen in einem Buch. Ich hatte eher das Gefühl, sie zu kennen. Es war beim Lesen wie ein Besuch bei Freunden, die man länger nicht gesehen hat.

Wenn ich dich jetzt in die Provence begleiten könnte, welche Ort würdest du mir unbedingt zeigen wollen?

Liebe Monika, da muss ich nicht lange überlegen. Ich würde den Wagen an einem der Blumenfelder anhalten und dort stehenbleiben, damit wir einen Weg finden, durch den wir uns durch die Felder schlängeln. Wir würden tief einatmen und nur schauen … wir kämen gar nicht zum Plaudern, so schön ist es. Und damit das Plaudern nicht zu kurz kommt, würde ich abends, wenn die Dämmerung aufzieht, in das kleine Restaurant gehen, das ich so mag. Es liegt am höchsten Punkt von Mougins, auf der Hügelkuppe.  Wenn es warm ist, werden die Stühle auf die Straße gestellt, dort wird dann das Essen serviert. An diesen Abend dort habe ich so schöne Erinnerungen. Es ist nichts Spezielles passiert, aber die Stimmung … die Kerzen, das Lachen der Menschen und die Häuser. Wir zwei wären dort sehr gut aufgehoben. Diese Stelle, unten mit Vieux Village gekennzeichnet, ist ein Highlight für mich.






Arbeitest du schon an einem neuen Projekt?

Ja, ich arbeite am Roman „Liebe Zartbitter“ (Arbeitstitel). Das Exposé und die ersten Kapitel stehen schon und haben meiner Agentin und meiner Lektorin richtig gut gefallen … was mich natürlich riesig freut. Trotzdem kommt es auch auf die Verkaufszahlen von „Lavendelträume“ an, auch davon hängt ab, ob ich weiterschreiben kann. So ist das nun mal. Die Zahlen zählen…lustiger Satz, stelle ich gerade fest. Liebe Zartbitter“ startet mit einem extrem spannenden ersten Kapitel. Handlungsorte sind: Salzburg, Wien, München.
Es geht um Alwy und Tina, zwei Tortenkünstlerinnen, die ein kleines Atelier namens Cake Couture in eine der ältesten Straßen Salzburgs betreiben. Dieses Tortenatelier gibt es wirklich. Ich spaziere oft daran vorbei und wusste, dort ist der Ausgangspunkt meines neuen Romans. Die übrigen Personen waren schnell „da“. Und nun stecke ich wieder mal mitten drin. Leon, der männliche Hauptpart, ist mir besonders ans Herz gewachsen, das hat mit seiner Geschichte zu tun, seiner Herkunft, aber zu viel darf ich nicht verraten. Nur eins: dieses Buch wird mein bisher Bestes. Das spüre ich!

Oh, das hört sich SEHR spannend an! Ich freue mich jetzt schon!

Natürlich möchte ich jetzt auch noch ein paar andere Dinge von dir wissen.
Welche Jahreszeit ist denn die deine?

Lach nicht, aber ich habe zwei liebste Jahreszeiten – schon immer.
Ich liebe den Frühling, weil er mich an meine Zeit als Kind erinnert. Wenn so Ende Februar herum oder manchmal schon früher, die Vögel zu zwitschern beginnen, sehe ich mich immer als kleines Mädchen mit Kniestrümpfen durch den Garten sausen. Ich hatte immer etwas im Kopf, ein „Abenteuer“. Und Vogelzwitschern muss etwas in mir auslösen. Ich liebe es. Mein Herz geht auf, wenn Vögel zwitschern.
Die zweite liebste Jahreszeit ist der Sommer. Das hat damit zu tun, dass ich leidenschaftlich gerne schwimme. Am liebsten in einem See oder im Meer, aber auch im Schwimmbad.
Ich gehe auch im Oktober noch in den Attersee, und bei Regen. Wenn dann die Schwalben ganz dicht über mir wegzischen, wenn ich die Haubentaucher neben mir aus dem Wasser auftauchen sehe, oder die Libellen beobachte, die am Schilf hängen, fühle ich mich als Teil eines Ganzen – absolut verbunden, und glücklich.
Frieren ist nicht so meins. Ich renne immer mit Schals herum. Mit Büchern und Schals kann man mich ködern. Deswegen überstehe ich auch den Herbst und Winter ganz gut (da hülle ich mich in einen schönen, dicken Schal), da bin ich nicht unglücklich, aber, wie gesagt, Frühling und Sommer sind meine Favoriten.
Und nicht umsonst schlüpft Julia in Paris in ihr cremeweißes Wollkleid und nimmt den hellbrauen, weichen Schal dazu.




Foto: (c) privat Gabriele Diechler



Oh, ja, der Attersee! Ich beneide dich immer sehr, wenn du Fotos zeigst und im See schwimmst. Das muss traumhaft sein!
Jetzt verrate uns doch, was dir Zeit bedeutet!

Tja, das ist eine Frage, Monika. Mir bedeutet Zeit nicht viel. Das hat mit meinem Gesundheitszustand zu tun. Ich leide seit meinem 19. Lebensjahr unter einer Wirbelsäulenerkrankung, die es mir beinahe unmöglich macht, alleine zu reisen… viele Jahre lag ich monatelang im Bett. Und auch heute noch, muss ich jeden Tag sehen, wie ich über die Runden komme. Mal ist es besser, mal weniger gut.
Mit 41 kam eine Nervenerkrankung hinzu, die mich – vor Schmerzen – beinahe um den Verstand gebracht hat. In dieser Zeit, als ich nicht mehr wusste, ob ich den nächsten Tag noch schaffe, ist Zeit für mich völlig unwichtig geworden.
Ich hänge seitdem auch nicht mehr so am Leben, so unbedingt ….
Und alles ist für mich besonders geworden. Ich schätzte jede Kleinigkeit, ich erfreue mich an allem, ich esse so gern, ich lese soooo gern. Ich küsse gern, telefoniere und schwimme gern, gehe spazieren, kaufe auch gerne Handtaschen J.
Aber Zeit, die kann mich nicht mehr schrecken. Genauso wenig, wie Falten und das Älterwerden. Ich bin so glücklich, wenn ich keine Schmerzen habe. Deshalb haben die Schmerzen mir gutgetan, sie haben mich etwas gelehrt: was Liebe ist und Freundlichkeit, was Achtung und Respekt sind, und ein Lächeln. Alles das lege ich in meine Romane. Es ist meine Art, danke zu sagen … dafür, dass ich lebe.

Wenn ich das so lese, dann kann ich nur den Hut vor dir ziehen. Dass du es trotzdem schaffst, so zu sein wie du eben bist. Du bist eine so tolle Frau, so offen, so wahnsinnig offen für alles, hast immer liebe, trösende und aufmunternde Worte parat. Danke dafür!

Und jetzt heißt es fast schon Abschied nehmen. Eine letzte Frage bzw. eine letzte kleine Aufgabe: Beschreibe dich in einem Satz selbst!

Ich bin!



Foto: (c) privat Gabriele Diechler



Liebe Gabriele, es war so wunderbar mit dir zu plaudern! Und gar nicht mehr so lange, dann sehen wir uns auch. Ich freue mich schon riesig darauf!


Liebe Monika, auch ich habe das „Zusammensein“ mit dir genossen.
Bei jeder Mail, mit der entsprechenden Frage, hatte ich das Gefühl, du lugst gleich um die Ecke … und dann hätten wir uns an den Tisch gesetzt und es wäre losgegangen, mit reden, trinken und was Leckeres essen (ich liebe es zu kochen).


"Als die Tage nach Zimt schmeckten" von Donia Bijan

Ein wahrer Lese-Genuss!

Als Noor entdeckt, dass ihr Ehemann sie betrügt, fasst sie kurzerhand den Entschluss, zusammen mit ihrer Tochter Lily zu Besuch in ihre Heimat zu reisen. Die Heimat ist der Iran, Teheran. Teheran, wo Noors alter Vater Zod jeden Tag auf den Postboten wartet, in der Hoffnung, endlich wieder einen Brief seiner Tochter zu erhalten, die er einst vor vielen, vielen Jahren zusammen mit ihrem Bruder nach Amerika geschickt hat, damit sie in Frieden und Freiheit leben können. 

Nun endlich ist Noor wieder da, doch es ist alles anders als damals. Zod führt auch nach dem Tod seiner Frau das Café Leila weiter. Ein gemütliches Café, das früher von Malern und Schriftstellern aufgesucht wurde. Die kommen schon lange nicht mehr. Alles hat sich geändert in Teheran, doch auch heute hat das Café noch immer Gäste. 

Noor ist glücklich, endlich wieder in der Heimat zu sein und zugleich bestürzt über den Gesundheitszustand ihres Vaters. Die Heimreise nach Amerika zögert sie immer wieder hinaus, sehr zum Entsetzen von Lily, die sich äußerst fremd fühlt in dieser orientalischen Welt. In einer Welt, in der Jungen und Mädchen nicht zusammen schwimmen gehen dürfen. Eine Welt, in der man sich ständig verschleiern muss, in einer Welt, in der eine Moralpolizei willkürlich Menschen verhaftet und foltert. Als sich Zods Zustand immer mehr verschlechtert, stehen plötzlich Lilys Vater und ihr Onkel vor der Tür...

"Als die Tage nach Zimt schmeckten" - das ist endlich mal wieder ein Roman, der mich fasziniert hat, eine Geschichte, die aus der Masse heraussticht. Donia Bijan erzählt mitreißend und fesselnd, aber auch sehr poetisch. Der Leser wird von Seite zu Seite von der orientalischen Welt verzaubert und gefangen genommen. Wenn Zod und seine Leute im Café Leila beginnen zu kochen, möchte man sich dazu setzen, in Gerüchen und Geschmäckern baden und von all den Köstlichkeiten probieren. 

Hinter den Mauern des Café Leila findet das alte Leben seinen Gang, doch außerhalb dieser Mauern kann es gefährlich werden. Lily riskiert einiges und beim Lesen habe ich den Atem angehalten. Im Rückblick erfährt man, was einst mit Noors Mutter passiert ist. Willkür, Terror, Folter, auch dies gehört zum Alltag. 

"Als die Tage nach Zimt schmeckten" - Wer dieses Buch gelesen hat, wird es nicht wieder vergessen!



Taschenbuch
379 Seiten
Verlag: Ullstein




Ich danke der Glücksfee von Vorablesen.de, 
die mich gezogen hat!





Montag, 2. Juli 2018

"Rosen um halb fünf" von Lou Becker

Einfach mal so tun, als ob...

Diesen Satz hat mir die Autorin ins Buch geschrieben und sie hat so recht. Einfach mal so tun als ob und schon sieht alles rosiger aus. Nimmt man sich das nicht viel zu selten vor?

So auch Marlene, deren Kinder nun erwachsen sind und die Welt kennenlernen wollen. Da ihr Mann sich eine neue Partnerin gesucht hat, fängt sie an, ihr neues Single-Leben zu genießen. Lange und lustige Abende mit ihrer besten Freundin Ute sind ihr garantiert. Während Marlene sich alleine sehr wohl fühlt, versucht Ute mit aller Gewalt, endlich wieder einen Mann an die Angel zu bekommen. Ob ihr das tatsächlich mit Hilfe der Dating-Portale gelingen wird? 

Eines Tages liegt vor Marlenes Wohnungstür ein wunderschöner Rosenstrauß. Von wem der wohl sein mag? Sie beschließt, sich nicht allzu große Gedanken darüber zu machen. Marlene genießt einfach, dass ihr jemand eine Freude bereiten möchte. Doch als ihr immer wieder an einem bestimmten Wochentag um halb fünf neue wunderschöne Sträuße gebracht werden, fängt sie doch an, sich Gedanken zu machen. Hat sie tatsächlich einen heimlichen Verehrer und wer könnte es sein?

Steckt vielleicht Detlef, ihr Exmann dahinter? Oder ist es gar Bernd, der Kunstberater, der sie für einen Newsletter einstellt? Heimlich wünscht sie sich, dass der Strauß von jemand ganz anderem ist, einem Jemand, in dessen Nähe sie immer so ein gewisses Kribbeln im Bauch bekommt. Also tut sie einfach mal so, als ob...

"Rosen um halb fünf" - was für ein schöner Gedanke, dass einem jemand immer an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit einen Blumenstrauß schenkt! Welche Frau hätte das nicht gerne? Die Geschichte ist herrlich erfrischend und passt mit dem sommerlichen, blumigen Cover perfekt zur augenblicklichen Sommerzeit. 

Wer sitzt nicht gerne mit seiner Freundin in einem Café und beobachtet andere Leute? Und wer bekocht seine Kinder nicht tatsächlich nach den Vorlieben des Nachwuchses und freut sich, wenn sie endlich mal für eine gewisse Zeit aus dem Haus sind um zu tun, was man selbst am liebsten mag? Beim Lesen dachte ich ganz oft, die Autorin hat mir über die Schulter geschaut.

Eine wunderbare kleine Nebengeschichte ist auch die von Marlenes Vater, der sich zwei Jahrzehnte nach dem Tod seiner Frau endlich dem Leben zuwendet und sich von Tag zu Tag mehr verwandelt. Seine Geschichte wäre schon wieder ein eigenes Buch wert...

"Rosen um halb fünf" - man merkt, welch großen Spaß der Autorin das Schreiben gemacht hat. Eine Geschichte, sommerlich leicht und beschwingt. Und nicht vergessen, einfach mal so tun, als ob...



Taschenbuch
302 Seiten
Verlag: KNAUR





Liebe Lou Becker, herzlichen Dank für diese Geschichte und herzlichen Dank, dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!







Sonntag, 1. Juli 2018

"Mein Sommer mit Mémé" von Élaine Briag

Ein wunderbarer Familienroman, der mich restlos begeistert!

Endlich wird Paula ihren Verlobten Jakob wiedersehen. In Paris wollen sie sich treffen, der Stadt der Liebe. Paula unterhält einen Antiquitätenladen in Deutschland, Jakob ist Arzt in Kenia. Die beiden führen eine Fernbeziehung.

Dem Treffen in Paris macht dann Paulas Großmutter, liebevoll Mémé genannt, einen Strich durch die Rechnung. Zu ihrem 80. Geburtstag lädt sie die gesamte Familie auf ihr Chateau ins Burgund ein. Das Schlösschen ist stark renovierungsbedürftig. Die Familie soll mit anpacken und das Schlimmste verhindern. Ein Nein lässt die resolute alte Dame nicht gelten. Aus den unterschiedlichsten Gründen erfüllen alle Mémé ihren Wunsch und reisen ins Burgund.

Drei bezaubernde Wochen beginnen, die so manches Familiengeheimnis ans Licht bringen. Wein von den umliegenden Weingütern, mediterranes Essen und die leichte französische Lebensart verändern auf bezaubernde Weise die anwesenden Menschen und zeigen ihnen einen Neuanfang. Auch für Paula wird dieses besondere Familientreffen zukunftsweisend sein.

"Mein Sommer mit Mémé" - ein wunderbares und charmantes Buch voll sommerlicher Leichtigkeit! Doch die Geschichte regt auch auch zum Nachdenken an. Welche Geheimnisse mögen die eigenen Familienmitglieder haben? Was wäre, wenn man mit ihnen einmal eine längere Zeit gemeinsam verbringen würde?

So eine Familie wie die von Paula, habe ich mir auch immer gewünscht. Lange Abende im Garten mit Wein, gutem Essen und wunderbaren Gesprächen. 

Das Essen spielt übrigens eine große Rolle im Roman. Die Schilderungen der Autorin sind so realistisch, dass ich die Gerichte förmlich riechen und schmecken konnte1

Mémé, die alte Dame, die kurz vor ihrem 80. Geburtstag steht, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Resolut und ausgestattet mit einem starken Willen, geht sie selbstbewusst durchs Leben. Eine Frau, die die Familie zusammenhält, die allen Trost und Kraft spendet, die aber auch ihre eigenen kleinen Geheimnisse hat. 

Élaine Briag beschreibt die französische Landschaft, hier das Burgund, so bildhaft, dass man direkt Lust bekommt, eine Tasche zu packen und hinzufahren. Hinzu kommen eine hervorragende Charakterzeichnung der einzelnen Personen mit all ihren kleinen und großen Problemen und Macken. Und natürlich ist da auch noch die Liebe! 

"Mein Sommer mit Mémé" - ein wunderbarer Familienroman, der mich restlos begeistert! Kategorie Lieblingsbuch!






Broschierte Ausgabe
304 Seiten
Verlag: HarperCollins



Ganz, ganz herzlichen Dank für diese wunderschöne
 Geschichte, die wirklich viel mehr ist, 
als nur ein leichter sommerlicher Roman!