Sonntag, 17. März 2019

"Sterne sieht man nur im Dunkeln" von Meike Werkmeister

Ein ganz charmantes Lesevergnügen

Die Game-Designerin Anni lebt mit ihrem Freund Thies zusammen in einem Häuschen in Bremen. Nebenbei entwirft sie auch  noch Postkarten und Poster mit Sinnsprüchen. Für Anni und Thies war Heiraten bisher nie ein Thema, doch ausgerechnet als Anni eine interessante Stelle in Berlin angeboten bekommt, möchte Thies auf einmal heiraten. 

Um sich über sich selbst, ihre Beziehung zu Thies und über ihren Job wieder im Klaren zu werden beschließt Anni, ihre alte Schulfreundin Maria auf Norderney zu besuchen. Einfach mal eine Auszeit nehmen. Einfach mal die Natur, den Wind, das Meer genießen und nachdenken, doch werden sich Anni und Maria nach so langer Zeit verstehen? Schließlich gibt es einen Grund, weshalb sie so viele, viele Jahre keinen Kontakt zueinander hatten. Und wie wird Thies diese Auszeit von mehreren Wochen hinnehmen?

"Sterne sieht man nur im Dunkeln" - dieser Roman hat meine Erwartungen mehr als erfüllt. Es ist eine schöne Sommer-Sonne-Meer-Geschichte und doch so ganz anders und viel mehr. Man spürt Annis Unzufriedenheit im Job. Sie kann mehr als nur Spiele entwerfen. Ihre Stärke sind ihre Bilder, die ihre wahre Leidenschaft zu sein scheinen. 

Thies ist ihre große Liebe, doch immer wieder muss sie an ihre Jugendliebe Jan denken, wegen dem es zum Bruch mit ihrer Freundin Maria gekommen ist. Man kann sich als Leser sehr gut in Anni hinein versetzen. Ihre Träume, ihre Wünsche, ihre Ängste. 

"Sterne sieht man nur im Dunkeln" - ein ganz charmantes Lesevergnügen mit viel Wärme und einer ganz besonderen Leichtigkeit geschrieben. 




Taschenbuch
320 Seiten
GOLDMANN



Samstag, 16. März 2019

"Das Mädchen, das den Blumen zuhörte" von Stephanie Knipper

Eine ganz besondere Geschichte, ein modernes Märchen

Antoinette Martin ist ein ganz besonderes Mädchen. Sie kann zwar nicht sprechen und doch kommuniziert sie auf ihre ganz eigene Art und Weise - und sie kann heilen. Sieht sie, dass es einer Blume nicht gut geht, dass sie am welken ist, buddelt sie ihre Arme in die Erde, hört die Musik der Blume und gleicht Misstöne durch Berührung aus. Wenige Augenblicke später erblüht die Pflanze wieder in voller Pracht. Auch mit Menschen scheint ihr das zu gelingen. 

Antoinettes Mutter Rose ist schwer erkrankt. Nach vielen, vielen Jahren ohne Lebenszeichen, nimmt Rose Kontakt zu ihrer Schwester Lily auf. Roses Wunsch ist es, dass sich die Schwester um Antoinette kümmern soll, wenn sie sterben sollte. Lily kehrt tatsächlich auf die Blumenfarm zurück. Wohl fühlt sie sich anfangs jedoch nicht. Antoinette scheint ihre Tante nicht zu mögen, doch dann entdeckt das kleine Mädchen, dass Lily auch irgendwie anders ist. Lily ist ständig zwanghaft am zählen. Langsam nähern sich die Schwestern sowie Tante und Nichte an. 

Und immer wieder versucht Antoinette Blumen, Tiere und auch Menschen, die sie mag, zu heilen, doch mit jeder Heilung schwindet ihre eigene Kraft...

"Das Mädchen, das den Blumen zuhörte" - eine sehr leise und berührende Geschichte. Eine ganz besondere Geschichte, wie ich sie immer wieder gerne lese. Ein Buch, das den Leser verzaubert. ein Buch, das den Leser glücklich macht. Eine Geschichte, ein modernes Märchen, das mit ganz, ganz viel Liebe geschrieben wurde. Absolute Lese-Empfehlung!





eBook
368 Seiten
Piper




Herzlichen Dank an das Verlagsteam, 
dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!



Donnerstag, 14. März 2019

"Annas Rückkehr" von Rose Philipps

Ein Buch, das unbedingt gelesen werden muss!

1955 kehrt Anna an der Seite ihres Managers und guten Freundes John zurück nach Berlin, ein Berlin, das noch immer in Trümmern liegt. Die einst so prachtvolle Stadt, voller sichtbarer Zeugnisse des brutalen Krieges. 

Anna, die berühmte Opernsängerin, sollte eigentlich in Berlin auftreten, doch ihre Stimmbänder versagen. So macht sie sich auf den Weg, ihre Familie zu suchen. Ob ihre Eltern noch leben? So lange hatte sie keinen Kontakt mehr, hat ihre Mutter sie doch nach Amerika geschickt, was Anna ihr nie verziehen hat. 

Anna hat Glück. Sie trifft auf ihren geliebten Bruder Anton und auch die Mutter hat den Krieg überlebt. Der Vater, an den sie selbst keine guten Erinnerungen hat, ist in Russland geblieben. Es bleibt Anna nicht viel Zeit, sich mit ihrer Mutter auszusöhnen, denn Grete ist schwer krank. 

Gemeinsam mit Anton und mit Hilfe eines Tagebuches begibt sich Anna auf Spurensuche. Weshalb wurde Anna, die in Wahrheit Erna heißt, nach Amerika geschickt? Wieso gab es keinen Kontakt zur Familie? Die beiden Geschwister stoßen auf erschütternde Wahrheiten.

Da ist Elli, die Frau des Reichsleiters Probst, die sich nichts sehnlicher als ein eigenes Kind wünscht, hat der Führer doch erklärt, die Hauptaufgabe der Frauen sei es, dem Land möglichst viele Kinder zu schenken, doch Elli wird nicht schwanger. So kümmert sie sich hingebungsvoll um die Kinder im Dorf. Durch Zufall lernt sie Grete kennen und ahnt dennoch nicht, wie sehr das Schicksal ihre beiden Familien tatsächlich miteinander verbunden hat. 

In Nazi-Deutschland haben behinderte Kinder keinen Platz mehr. Zwei von Gretes Kindern werden ihr weggenommen und in eine Anstalt gebracht. Die wenigsten Kinder überleben. Wird es Elli gelingen, Gretes Kinder zu retten oder begibt sie sich selbst in große Gefahr?

"Annas Rückkehr" - eine fesselnde, hoch emotionale und tief bewegende Geschichte! Eine Geschichte, die die ganze Bandbreite der Brutalität des Nazi-Regimes aufzeigt. Dass jüdische Menschen ins Gas geschickt wurden, weiß heute jeder, doch, dass auch Kinder mit leichten Behinderungen als nicht lebenswert galten, mag nicht jedem bekannt sein. Mit voller Härte wurden Mütter die Kinder weggenommen, in Anstalten gebracht und kurze Zeit später umgebracht. 

"Annas Rückkehr" - es ist in großen Teilen eine verstörende Geschichte und doch ist sie großartig. Wenn ich ein Buch lese, dann sehe ich in der Regel Farben. Dieses Buch hat mir alle Farben gezeigt. Die Farben des Schmerzes, des Krieges, aber auch die der Sehnsucht, die der Liebe. 

Rose Philipps fesselt mit präziser Sprache. Ihre intensiven Schilderungen berühren, machen nachdenklich, lassen einen erschauern. Ihre Geschichte zeigt, unter welchen Ängsten die Menschen in dieser schrecklichen Zeit gelitten haben. Menschen, die vor Angst nichts getan haben. Menschen, die Mitläufer waren, aus echter Überzeugung, aber auch als Angst vor dem eigenen Leben. Diese Geschichte zeigt aber auch, dass es mutige Menschen gab, die helfen wollten, die ihr eigenes Leben für andere riskiert haben. 

Es ist eine fiktive Geschichte, doch diese Geschichte steht für viele tatsächlich erlittene Schicksale. Was mussten die Menschen damals für ein Leid über sich ergehen lassen! Die unfassbare Brutalität und Kaltblütigkeit der Nazis, deren Rassenwahn. Für mich eigentlich immer noch unfassbar. 

"Annas Rückkehr" ist jedoch keine Geschichte, die nur düster ist. Diese Geschichte ist auch voller Hoffnung, voller Liebe. Dem Leser begegnen Personen, die er verachten wird, er trifft aber auch Personen, mit denen er mitfühlen, mit denen er weinen und lachen wird. Es ist ein Buch der ganz großen Emotionen und oft habe ich mich beim Lesen gefragt, wie die Autorin die Recherche-Arbeiten erlebt haben mag. Wie kann man es aushalten, über all diese tatsächlichen Schicksale zu lesen, zu erfahren? 

Die hervorragende Charakterzeichnung, die fesselnde Geschichte an sich, macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Ein Buch, das ich nicht mehr vergessen werde, ein Buch, das unbedingt gelesen werden muss!




Taschenbuch
334 Seiten
Bookspot






Liebe Rose Philipps, ganz, ganz herzlichen
 Dank für diese großartige Geschichte! 

Mein Dank gilt auch dem Verlagsteam, 
die mir das Buch zugesandt haben. 


Montag, 4. März 2019

"Und über uns das Blau des Himmels" von Verena Rabe

Ein fesselnder Roman über eine dunkle Zeit

Marlis und Johanna haben sich schon als Kinder kennengelernt. Marlis ist jeden Sommer mit ihrer Familie nach Jurmala in Lettland gekommen. Die beiden Mädchen verbindet früh mehr als nur eine reine Mädchen-Freundschaft. Doch dann ist Johannes Vater Tod. Die Nazis haben die Herrschaft in Deutschland übernommen und haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Baltendeutschen zurückzuholen. So kommen Johanna und ihre Mutter zurück nach Berlin. Während Marlis als Sekretärin arbeitet und ihren Eltern im Laden hilft, möchte Johanna wie ihre Mutter am Theater arbeiten. 

Eines Tages wird Johanna von dem Geliebten ihrer Mutter, einem SS-Offizier, bedroht und erpresst. Johanna bittet ihre Freundin um Hilfe, doch deren Angst, dass ihr und ihrer Familie selbst etwas passieren könnte, ist zu groß. Als sie ihre Meinung ändert, ist es jedoch für Johanna längst zu spät. Die Freundin kommt ins Gefängnis. Unverheiratet und mit Kind gilt sie als Asoziale. Marlis nimmt den kleinen Fred zu sich und ihrer Familie. Wenigstens das kann sie für die Freundin tun. Zusammen mit ihrem Vater schmiedet sie einen Plan, wie sie Johanna aus dem Gefängnis befreien könnten, doch diese ist längst ins Konzentrationslager nach Ravensbrück gebracht worden...

Jahrzehnte später hält Fred das Tagebuch seiner Mutter in Händen. Wird er die Kraft aufbringen und es lesen können?

"Und über uns das Blau des Himmels" - eine aufwühlende Geschichte. Auch ein Stück deutscher Geschichte, die ich bisher so noch nicht kannte. Als ich letztes Jahr im Sommer das KZ Dachau bei München besucht habe, habe ich zum ersten Mal vom Schicksal solcher Frauen gehört, dem Schicksal, dem sich auch die junge Johanna stellen musste, die von der Gesellschaft als Asoziale abgestempelt wurde, nur, weil sie ein uneheliches Kind hatte. 

Wie leicht waren die Menschen zu beeinflussen! Falsche Behauptungen wurden aufgestellt, geglaubt und konnten Menschen ins größte Unglück stürzen. Wäre das heute auch noch möglich? 

Verena Rabe hat einen fesselnden Roman geschrieben über eine dunkle Zeit. Ihre Geschichte berührt, macht nachdenklich. Die Zeitsprünge kommen plötzlich. Als Leser befindet man sich noch woanders und doch spreche ich eine absolute Lese-Empfehlung aus. 




eBook
312 Seiten
dotbooks Verlag







Liebe Verena, herzlichen Dank, 
dass ich dein neues Buch lesen und vorstellen durfte!

Herzlichen Dank auch an das Verlagsteam!




Samstag, 2. März 2019

"Die Fliedertochter" von Teresa Simon

Das tragische Leben einer jungen Sängerin

Wir schreiben das Jahr 1936. Die junge Sängerin Luzie Kühn träumt davon, auf den Bühnen der Welt ihr Können zu zeigen, doch Luzie ist Halbjüdin und lebt in Berlin. Die Nazis kommen an die Macht. So verlässt Luzie schweren Herzens ihre Großeltern, bei denen sie lebt und Berlin und macht sich auf nach Wien, wo sie wieder von ganz von vorne anfangen muss. Sie lebt nun bei ihrer Tante Marie, die sie adoptiert hat. Luzie verliebt sich in Bela Król, der so wunderbare Musik schreibt, doch auch in Österreich marschieren die Nazis auf. 1938 dann der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Hitler wird in Wien von einem tosenden Menschenmeer mit dem Deutschen Gruß empfangen. Ist Luzie hier wirklich noch sicher?

Im Jahr 2018 bekommt Pauline Willke von ihrer großmütterlichen Freundin Toni den Auftrag, in ihren Namen nach Wien zu reisen, um sich dort um ein Erbstück zu kümmern. In Wien angekommen, wird Pauline ein altes blaues Tagebuch ausgehändigt, darin geschrieben die Geschichte der Luzie Kühn. Pauline beginnt das Tagebuch zu lesen und taucht so sehr in die Geschichte der jungen Sängerin ein, dass sie alles um sich herum zu vergessen scheint. Fotos tauchen auf. Wie kommt es, dass Pauline so eine frappierende Ähnlichkeit mit Luzie zu haben scheint?

"Die Fliedertochter" - was für eine Geschichte! Was für ein spannender Roman! So, wie Pauline nicht mehr von dem Tagebuch lassen konnte, so konnte ich nicht mehr von der Geschichte lassen. Es ist eine spannende und tief bewegende Geschichte. Sie fesselt mit präziser Sprache, sie begeistert, sie macht fassungslos. 

Teresa Simon entführt den Leser anhand Luzies Tagebuch in das Wien der Nazi-Herrschaft. Die bedrückende Stimmung ist beinahe greifbar. Die Angst der Menschen, vielleicht bald unter denen zu sein, die einfach abgeholt und weggebracht werden. Man spricht von Transporten in Konzentrationslagern, doch niemand weiß etwas Genaues, doch immer mehr Menschen verschwinden. Männer, Frauen, Kinder, Kranke und schließlich auch die Alten. 

Die Autorin setzt sich sehr einfühlsam mit dem Thema auseinander. Dem Leser begegnen vielschichte und interessante Persönlichkeiten, nicht nur zu Zeiten des Krieges, sondern auch in der Gegenwart, der Zeit von Pauline und ihrer Familie. In dieser Zeit erleben wir ein wiedererwachtes bezauberndes Wien. Ein Wien mit einladenden Kaffeehäusern und unzähligen Sehenswürdigkeiten. Wir wandeln als Leser aber auch auf den Spuren der Vergangenheit 

"Die Fliedertochter" - eine wunderbares Buch, voller Tragik, voller Leben, aber auch voller Liebe. Ein echtes Juwel für uns Leser! Unbedingt lesen!




Taschenbuch
491 Seiten
HEYNE




Liebe Teresa Simon, ganz, ganz herzlichen Dank für diese wunderschöne Geschichte! Sie hat mich sehr berührt.

Meine Februar-Bücher


Dienstag, 26. Februar 2019

"Ein Fall für Fuchs & Haas - Der unsichtbare Schütze" von Ivo Pala

Uralte, grausame Familienfehden gibt es nicht mehr? Oh, doch und zwar hoch oben im Norden auf dem Darß! Seit der großen Sturmflut von 1872 sind die Familien Schmelzeisen und Manteuffel bitter verfeindet. Und nun ist der alte Fischer Ruprecht Schmelzeisen tot. Ermordet. Ein Schuss von einem Meisterschützen, heraus aus dem Darßwald, hat ihn auf seinem Schiff getroffen. Ein wahrlicher Meisterschuss! 

Bodo Fuchs und Gisa Haas beginnen mit den Ermittlungen. Bodo ist sofort klar, dass es nicht einfach werden wird. Zu schnell könnten sie selbst zu Racheopfern der beiden Familien werden. Die beiden Ermittler fahren zur Insel Hiddensee, wo sie mit den Ermittlungen bei der Familie Manteuffel beginnen wollen, doch hier finden sie einen zweiten erschossenen Mann! Zufall? Rache?  

Habe ich schon erwähnt, dass ich die Küsten-Krimis von Ivo Pala liebe? Ja, ich, die eigentlich nie Krimis gelesen hat. Zu verdanken  habe ich das einem Urlaub in Wustrow an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern und dem wunderbaren Tipp meiner Facebook-Freundin Ilo Na L, die meinte, wo ich doch schon einmal da oben bin, könnte ich doch auch die Küsten-Krimis lesen. So kam ich zu dieser Reihe. 

"Der unsichtbare Schütze" - Eine fesselnde Geschichte, eine spannende Geschichte von der ersten Seite an. Spannend, authentisch und mit überraschenden Wendungen! Wer dort oben schon einmal zu Besuch war, wird sich im Buch sofort Zuhause fühlen. Beim Lesen konnte ich die Meeresluft spüren, gepaart mit dem Duft des Darßwaldes. Es ist so einmalig da oben. Man vergisst es nicht.

Prerow, Ahrenshoop, alles Sehnsuchtsorte, so wunderbar beschrieben, dass man am liebsten sofort die Koffer packen möchte. Und diesmal ist ganz schön viel los da oben im hohen Norden. Ein Mord nach dem anderen erschüttert die wunderbare Halbinsel. 

Durch Ivo Palas mitreißenden Schreibstil wird auch diese Geschichte wieder zu einem spannenden Lesegenuss vom Feinsten! Wird es dem Ermittlerduo gelingen, den Meisterschützen zu finden, ohne selbst in die Schusslinie der beiden verfeindeten Familien zu geraten? 

"Ein Fall für Fuchs & Haas - Der unsichtbare Schütze" - meine absolute Lese-Empfehlung! Und nicht zu vergessen, die wunderbaren Rezepte von der Mudding im Anschluss an die Geschichte, auf die sich mein Papa schon ganz besonders freut. Papa, viel Spaß beim Lesen und Nachkochen!



Foto: Monika Schulte


Taschenbuch
257 Seiten
Independently published




Lieber Ivo, sollte es mich in nicht allzu ferner Zukunft wieder auf die Halbinsel verschlagen, dann wäre es schön, wenn du mir all die Bücher signieren würdest! Herzliche Grüße auch an Franziska!

Sonntag, 24. Februar 2019

Think Pink!

10 positive Dinge oder Begebenheiten
 der vergangenen Woche



Foto: Monika Schulte



1. Erholung tut gut.

2. Das superschöne Wetter!

3. Keine Schmerzen zu haben.

4. Klamotten bestellt.

5. Backpulver im Kuchen vergessen 
und er hat trotzdem geschmeckt.

6. Neue Bücher!

7. Teechen bzw. Kaffee mit Kerstin! 
Danke für die Blümchen! 

8. Die Wärme hinter der Scheibe genießen.

9. Wenn die Vögel so munter zwitschern.

10. Wenn man die ersten grünen Triebe sieht.


Samstag, 23. Februar 2019

"Mein Leben mit Martha" von Martina Bergmann

Der Bericht einer ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft

Als Heinrich aufgrund eines kleinen Unfalls ins Krankenhaus muss, gibt er Martina als nächste Angehörige an. Die beiden sind nicht verwandt. Sie kennen sich aus Martinas Buchhandlung. Heinrich lebt mit Martha zusammen und das schon seit ungefähr 40 Jahren. Martha ist dement oder wie Heinrich immer so schön sagt "in poetischer Verfassung". 

Als Heinrich schwer erkrankt und schließlich stirbt, erbt Martina sein Haus. Aber nicht nur das. Irgendwie erbt sie auch die alte Dame - Martha. Es ist der Beginn einer ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft und Freundschaft. Für Martina stellte sich nie die Frage, ob sie sich nicht um die alte Dame kümmern würde. Sie hat es einfach getan. Und so kümmert sich Martina um Martha oder wie Martha es oft vergnüglich sieht, Martha kümmert sich um Martina. 

Martha war Heinrichs erste große Liebe, Martina die letzte. Wie die Beziehung zwischen Martina und Heinrich letztlich tatsächlich war, das bleibt der Phantasie des Lesers überlassen. 

Richtig schön zu lesen, wie sich Martina um die alte Dame kümmert, die tagsüber immer noch alleine zurecht kommt. Soweit ist ihre Krankheit noch nicht fortgeschritten, doch Martina hört auf die Tipps der Profis, die ihr zum Beispiel zu einem Pflegedienst raten, der tagsüber auch mal nach Martha sieht. Denn es gibt nicht nur Menschen, die diese ungewöhnliche Lebensgemeinschaft gut heißen. Es gibt tatsächlich Neider, Aufpasser, Beobachter, die es Martina schwer machen. So zieht sie sogar mit Martha um, damit endlich Ruhe vor der Nachbarschaft einkehrt. 

"Mein Leben mit Martha" - kein Roman, sondern der Bericht eines ungewöhnlichen Zusammenlebens. Ein liebevoller Bericht über 2 ungewöhnliche Frauen, die sich zusammentun und gemeinsam die Hürden einer Krankheit meistern.



eBook
224 Seiten
EISELE





Herzlichen Dank an das Team des Eisele-Verlages,
 dass ich dieses Buch lesen und vorstellen durfte!







Freitag, 22. Februar 2019

"Jahre aus Seide - Das Schicksal einer Familie" von Ulrike Renk

Ein wunderbarer, aber auch tragischer Familienroman!

Ruth Meyer und ihre kleine Schwester haben eine schöne und behütete Kindheit. Ein Kindermädchen, eine Köchin und ein Chauffeur kümmern sich um das Wohl der Familie, während Karl, der Vater, sein Geld mit den neuesten Schuhmodellen verdient. Allen geht es gut. Ruth ist mit Rosi, der Tochter des Chauffeurs von Richard Merländer, einem Seidenhändler befreundet. Sie wohnt mit ihrer Familie direkt gegenüber der Meyers in einer großen Villa, in der Ruth so gerne spielt. Da Ruth so gerne näht, bekommt sie von Herrn Merländer oftmals Stoffproben geschenkt, aus denen sie Geschenke für die Familie und Freunde näht. 

Doch die Zeiten sollen nicht so unbeschwert bleiben. Hitler kommt an die Macht und die Meyers sind Juden. Immer öfter werden sie ausgeschlossen. Sie dürfen das öffentliche Schwimmbad nicht mehr besuchen, sie dürfen nicht mehr tanzen gehen. Familie Meyer versucht das Beste daraus zu machen. Immer wieder hoffen sie, dass alles nur ein böser Spuk und schnell zu Ende ist, doch immer mehr Mitglieder der jüdischen Gemeinde tragen sich mit dem Gedanken, in ein anderes Land auszureisen, was sich auch nicht immer als so einfach herausstellt. 

Dann kommt der Tag, an dem Geschäfte geplündert werden, die Synagogen brennen. Chauffeur Aretz versteckt die beiden Mädchen der Meyers, doch was ist mit Karl und Martha? Konnten sie sich retten?

Ich liebe die Geschichten von Ulrike Renk. Ich liebe diese Geschichten vor allen Dingen, weil diese immer auf wahren Begebenheiten beruhen. Die Familie Meyer und auch Richard Merländer haben tatsächlich gelebt. 

Die Meyers habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Eine liebevolle Familie, die sich auch immer um andere kümmert, denen es nicht so geht wie ihnen selbst. Die Geschichte fängt ruhig und beschaulich an, doch sie nimmt einen den Atem, je weiter man liest. Es ist aus mit dem ruhigen und beschaulichen Leben, als die Nazis an die Macht kommen. Keine Teilhabe am öffentlichen Leben mehr, keine Geschäfte mehr. Nichts. Stattdessen herrschen Angst und Unsicherheit. 

"Jahre aus Seide - Das Schicksal einer Familie" - man spürt die Liebe der Autorin zu ihren Figuren. Die Geschichte ist so voller Leben, so voller Liebe, so voller Tragik. Ein wunderbarer, aber auch tragischer Familienroman, der mich fesselt, mich begeistert und mich zum Schluss zum Weinen gebracht hat. Ein echtes Juwel! Ich warte gespannt auf die beiden weiteren Teile!




Taschenbuch
563 Seiten
aufbau Taschenbuch




Liebe Ulli, ganz, ganz herzlichen Dank, 
dass du mir dein letztes zur Verfügung stehende Exemplar geschickt hast. Und ganz, ganz herzlichen Dank auch für das, was du mir ins Buch geschrieben hast. Ich freue mich riesig darüber!


Donnerstag, 21. Februar 2019

Think Pink!

10 positive Dinge oder Begebenheiten
 der vergangenen Woche



Foto: Monika Schulte



Beinahe hätte ich doch glatt mal wieder vergessen, 
meine Liste zu posten. Hier ist sie.




1. Mama hat ihren Eingriff gut überstanden.

2. Meine vorstationäre Aufnahme verlief schnell und reibungslos.

3. Die neue Matratze für unseren Sohn wurde geliefert.

4. Sonnenschein!

5. Wenn der Blutdruck sich nach der
 ganzen Aufregung wieder normalisiert.

6. Die eigene OP gut überstanden und 
zum Glück längst wieder Zuhause.

7. Das supernette Team des Evangelischen Krankenhauses in Haspe und ihr phantastischer schwarzer Humor.

8. Die Kraniche kommen zurück!

9. Im Februar auf der Terrasse in der Sonne sitzen.

10. Erholung.

Mittwoch, 20. Februar 2019

"Unter uns nur Wolken" von Anna Pfeffer

Leider so gar nicht mein Buch

Der Text zum Buch hatte mich verzaubert. Tom, der sich um seinen an Alzheimer erkrankten Großvater kümmert. Tom, der aber auch seiner Arbeit nachzugehen hat und deshalb eine Pflegekraft sucht. Diese vergrault der alte Herr jedoch allesamt, bis eines Tages rein zufällig Ani vor der Tür steht, die gar keine Pflegekraft ist, dafür aber an Liebeskummer leidet.

Die ersten Seiten des Romans hatten noch einen gewissen Zauber. Dieser verflog jedoch sehr schnell. Tom hatte so überhaupt nichts Liebevolles an sich. Er schien mit sich und der Welt unzufrieden, ging sehr barsch mit seinem Großvater um, den er doch angeblich über alles liebt. Befremdlich fand ich auch, dass er den geliebten Opa mit seinem Vornamen anredete. 

Nach nicht mal 50 Seiten war ich nur noch genervt. Tom, dessen Lieblingswort "Scheiße" zu sein scheint. Fällt einem Autorenteam da wirklich nichts anderes ein? Und die ewigen kindlichen und leider sehr unglaubwürdigen Spielchen des alten Herrn. 

Sorry, ich weiß, wieviel Arbeit es macht, ein Buch zu schreiben, aber hier wäre weniger mehr gewesen. Die überwiegend positiven Rezensionen sind mir ein Rätzel. Vielleicht soll der "lockere" Sprachgebrauch eher für junge Leute gedacht sein? Wie auch immer, ich habe das Buch abgebrochen. Es ist leider einfach nichts meins.

 



eBook
288 Seiten
aufbau Taschenbuch




Auch wenn es nicht mein Buch ist, so möchte ich dennoch Netgalley dafür danken, dass sie mir das Buch zur Verfügung gestellt haben. 



Dienstag, 19. Februar 2019

"Das Mädchen mit dem Poesiealbum" von Bart van Es

Die bewegende Geschichte eines versteckten Mädchens während der Nazi-Zeit

Der Autor Bart van Es macht sich auf Spurensuche. Er entdeckt, dass seine Großeltern während der Nazi-Herrschaft ein jüdisches Mädchen aufgenommen und versteckt gehalten haben. Der Vater von Bart van Es ist mit dem jungen Mädchen Lien aufgewachsen, doch warum hat nie jemand etwas über dieses Mädchen erzählt? Und warum brach einst der Kontakt zu Lien ab? Was ist damals passiert? 

Das jüdische Mädchen Lien hatte nichts weiter dabei als einen Brief und ein Poesiealbum, als es die Eltern auf die Reise zu der Familie van Es geschickt haben. Lien lebt sich recht schnell in der Familie ein. Die Familienmitglieder sind ihr schnell eine gute Ersatzfamilie geworden, doch Lien kann nicht bleiben. Ihr Versteck wurde entdeckt. Lien muss weiterziehen. 

Man schickt sie weiter aufs Land. Lien muss hart bei der neuen Familie arbeiten und sie muss furchtbare Dinge über sich ergehen lassen, doch 1945 kann sie zurückkehren zu ihrer geliebten Ersatzfamilie van Es. Zu ihrer tatsächlichen Familie kann sie nie mehr zurück. Die Familie wurde in Auschwitz ermordet. Lien geht wieder zur Schule, macht später eine Ausbildung, doch dann muss sie auch bei den van Es eine schreckliche Entdeckung machen. 

Lien heiratet, doch ihre Ehe wird keinen Bestand haben. Sie verändert sich ständig, während ihr Mann sich nicht weiter entwickelt, stehen bleibt. Lien wird depressiv, ihre Ehe hat keine Zukunft mehr. Sie lässt sich scheiden, kümmert sich endlich um sich selbst, macht eine Therapie und startet neu durch. 

"Das Mädchen mit dem Poesiealbum" - es ist die verstörende und zugleich wahre Geschichte eines versteckten Mädchens im Zweiten Weltkrieg. Mit ganz viel Einfühlungsvermögen erzählt Bart van Es die Geschichte dieses Mädchens, die auch seine Geschichte ist, die Geschichte seiner Familie, die so lange, lange Zeit geheim gehalten wurde. Der Autor setzt sich sehr einfühlsam mit der Geschichte auseinander. Dabei schont er auch seine eigene Familie nicht. 

"Das Mädchen mit dem Poesiealbum" - die Geschichte eines versteckten Mädchen, die Geschichte einer schweigenden Familie. Ein wichtiges Zeitzeugnis. Eine Geschichte, die unbedingt gelesen werden sollte. 





Gebundene Ausgabe
318 Seiten
DUMONT




Herzlichen Dank an das Verlagsteam, 
dass ich dieses sehr bewegende Buch 
lesen und vorstellen durfte!









Montag, 11. Februar 2019

Think Pink!

10 positive Dinge oder Begebenheiten 
der vergangenen Woche



Foto: Monika Schulte



1. Endlich wieder die Haare schön.

2. Anja und ich beim allerersten Erste-Hilfe-Einsatz im Amt.

3. Tulpen, so schöne Farbkleckse im Winter.

4. Mehrere riesige Taschen voll Sachen
 zum neuen Hagener Umsonstladen gebracht.

5. Erstes Vogelgezwitscher am Morgen.

6. Wenn der Regen wenigstens mal 5 Minuten Pause macht.

7. Wenn der Ehemann die Küche übernimmt.

8. Der Aufräumwahn geht weiter.
 Endlich Platz im Kerzenschrank.

9. Ein fauler Sonntagnachmittag.

10. Weitere Entrümpelungsprojekte beschlossen. 

Sonntag, 10. Februar 2019

"Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens" von Elisabeth Zöller


Eine wahre Geschichte gegen das Vergessen

Anton, ein Kind, das es trotz seiner leichten geistigen und körperlichen Behinderung schafft, eine normale Schule zu besuchen, doch die Zeiten haben sich geändert. Es ist Krieg und so einer wie Anton wird nicht mehr gerne gesehen. Der Führer will nur reinrassige, gesunde Menschen in seinem Land. Da passt Anton, der so gerne Bilder malt und der rechnen kann wie sonst niemand, nicht hinein. Lehrer wie Schüler quälen, verspotten und demütigen ihn. Erträglich ist es in der Schule nur, wenn sein Onkel Franz Unterricht gibt, doch dieser wird immer kränker und fällt bald ganz aus. 

Es ist eine Zeit, in der Synagogen angezündet und jüdische Geschäfte zerstört werden. Immer mehr Menschen verschwinden auf mysteriöse Weise. Antons Familie lebt in stetiger Angst, dass ihnen der Junge zwecks "wissenschaftlicher Erforschung" weggenommen wird. Da ist die Angst vor dem Lehrer, die Angst vor dem Blockwart. Wem kann man noch trauen? Wo ist man noch sicher? Antons Eltern gelingt es, den Jungen aus der Stadt zu bringen zu Menschen, die es gut mit ihm meinen. So überlebt Anton als einer der wenigen Behinderten in dieser furchtbaren Zeit. 

"Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens" - es ist ein Jugendbuch für Menschen ab 12 Jahren. Es ist leicht zu lesen, so dass junge Leser keine Schwierigkeiten mit dem Text haben dürften. Die Geschichte ist eine wahre Geschichte. Es ist die Geschichte eines Onkels der Autorin. Es ist eine sehr verstörende Geschichte. Immer wieder fragt man sich, wie es passieren konnte, dass Menschen zu solchen Monstern mutierten. Wie konnten sie ihren Hass, ihre Wut an anschuldigen Kindern auslassen?

Es ist eine Geschichte die den Leser nicht mehr los lässt, ein Buch der ganz großen Emotionen und es ist eine Geschichte gegen das Vergessen. Auch für Erwachsene unbedingt lesenswert!






Taschenbuch
224 Seiten
FISCHER Taschenbuch






Samstag, 9. Februar 2019

"Dunkelmädchen" von Leonie Haubrich

Spannung pur! Unbedingt lesen!

Als Elena von einem Schrei nach ihr in der Nacht geweckt wird, ist sie sich sicher, dass das Kind, das nach ihr gerufen hat, nicht ihre kleine Tochter Julia ist, doch wer ist das Mädchen dann? 

Ihr Mann Johannes, mit dem sie gerade Urlaub in einer zugigen und kalten Burg in Frankreich macht, hält sie für überspannt. Wer soll das Kind sonst sein, als ihre kleine Julia? Elena lässt jedoch nicht locker. Ihr fehlen die ganz bestimmten Empfindungen gegenüber ihrer Tochter. Die Liebe zu ihr, die Nähe, das kann doch nicht einfach so verschwinden. Elena bemerkt Julias andere Augenfarbe. Und wo ist das Mützchen des Mädchens? Ebenso stellt Elena fest, dass ihre Lieblingskette fehlt. Niemand will ihr glauben. 

Die Beziehung zwischen Johannes und Elena wird immer angespannter. Sie beginnt eine Therapie auf Anraten ihres Mannes, doch auch hier scheint sie nicht weiter zu kommen. Schließlich ist Elena so verzweifelt, dass sie sich umbringen will. Sie führt den Plan nicht aus, weist sich aber selbst in eine psychiatrische Klinik ein. Hier kommt sie langsam zur Ruhe und fasst einen Plan, der Wahrheit endlich auf die Spur zu kommen. 

"Dunkelmädchen" - ein Thriller mit vielen Wow-Effekten! Eine mitreißende Geschichte mit überraschenden Wendungen. Sie ist spannend, sie ist authentisch. Was habe ich mit Elena mitgefühlt! Wieso glaubt ihr niemand? Was ist mit ihrem Mann los? Ist Elena wirklich krank, wie Johannes vermutet? 

Leonie Haubrich spielt mit dem Leser. Mal ist man auf der einen, mal auf der anderen Seite. Immer wieder lässt sie einen überlegen, grübeln. Was ist die Wahrheit? 

"Dunkelmädchen" - eine mitreißende und atmosphärische Geschichte, so spannend, dass man es kaum erwarten kann umzublättern. Absolut guter Lesestoff! Unbedingt lesen! Für alle, die es unblutig mögen und doch die Spannung lieben!





Taschenbuch
312 Seiten
Independently published




Liebe Leonie Haubrich (Heike Fröhling),
 ganz, ganz herzlichen Dank für diese spannende Geschichte!
 Bitte mehr davon!

Donnerstag, 7. Februar 2019

Think Pink!

10 positive Dinge oder Begebenheiten
 der vergangenen Woche



Foto: Monika Schulte




Jetzt hätte ich doch beinahe vergessen, die guten Momente der vergangenen Woche zu veröffentlichen. Hier sind sie.


1. Am Montag ein sehr gutes Gespräch mit der Oberärztin des Krankenhauses gehabt. Es wird die kleine OP.

2. Der Faszienkurs am Dienstag hat mir einiges abverlangt, 
aber im Anschluss ging es mir super.

3. Die Akupunktur tut mal wieder richtig gut.

4. Der Donnerstag war ein sehr trauriger Tag und doch 
zeigte er auch schöne Momente.

5. Mit Bernd und Ildiko ausgemacht, dass wir uns öfter sehen.

6. Cousin Klaus und seine Frau Monika nach 
Jahrzehnten kennengelernt.

7. Trotz schlechtestem Wetter gut nach Offenbach
 gekommen und auch wieder zurück.

8. Wenn der Schnee taut.

9. Entrümpelungswahnsinn am Samstag.

10. Einen spannenden Thriller gelesen.

Sonntag, 3. Februar 2019

"Sophies Tagebuch" von Nicolas Remin

Während des Unterrichts erfährt die Französisch-Lehrerein Erika zur Linde Ende der 80er Jahre vom plötzlichen Tod ihres Vaters Ulrich. Der Mann, der ihr immer irgendwie fern geblieben ist, hat sich an seinem Schreibtisch erschossen. Ob der Brief aus Amerika etwas damit zu tun hat, den er ein paar Tage zuvor erhalten hat? 

Als Erika die Unterlagen ihres Vaters sortiert, findet sie ein Tagebuch ihrer Mutter Sophie. Hier hat die Mutter alles aufgeschrieben, was ihr zu Zeiten des Nationalsozialismus wichtig schien - was ihr  persönlich wichtig schien. Während der Ehemann in den Krieg musste, hat sie deren Freund Felix Auerbach, einem Juden, verbotenerweise Obdach gegeben. Ständige Bombenabwürfe haben Sophie und Felix sich näher kommen lassen, doch kann sie Felix wirklich retten? 

Während sich Erika zur Linde durch das Tagebuch ihrer Mutter arbeitet, beginnen in Ostberlin die Unruhen. Berlin steht kurz vor dem Mauerfall. Und dann kündet sich Paul Singer aus Amerika an, der Mann, dem Ulrich zur Linde kurz vor seinem Tod geschrieben hat.

"Sophies Tagebuch" - ein sehr spannendes Buch, obwohl es in der Mitte auch einige mit Sicherheit vermeidbare Längen gegeben hat. Leider konnte ich mir die einzelnen Figuren nicht wirklich vorstellen, eine Tatsache, die mich persönlich stört. Die Figuren blieben blass, trotz der außergewöhnlichen Rollen, die sie gespielt haben. 

Gut kommt heraus, wie sich Sophie zum Beispiel eher gedankenlos der Partei anschließt, weil sie ihrem Job als Journalistin nachgehen möchte. Und warum ist Felix Auerbach nicht ausgereist? Möglichkeiten dazu hatte er genug. Mir erscheint es etwas zu naiv, das wirklich nur der Liebe wegen getan zu haben. Auch er muss sich der tatsächlichen Gefahren bewusst gewesen sein. 

Gefragt habe ich  mich auch, warum der zweite Erzählstrang ausgerechnet ins Berlin zu Zeiten des Mauerfalls gelegt wurde? Der Mauerfall, die ganzen politischen Umwälzungen in Ostberlin, in der DDR, bleiben zweitrangig, werden nur eher nebenbei erwähnt. 

"Sophies Tagebuch" - eine sicherlich spannende Geschichte; mir persönlich fehlt  jedoch das gewisse Etwas.




Gebundene Ausgabe
416 Seiten
Verlag: Kindler





Herzlichen Dank an das Verlagsteam, 
dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!



Samstag, 2. Februar 2019

"Das feine Fräulein" von Joan Weng

Eine gelungene Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte!

Weihnachten 1926. Bernhard Greiff, von allen nur liebevoll Bambi genannt, ist ein Kriegsveteran, ein sogenannter Kriegsirrer, hat er doch einige Zeit in Heilanstalten verbracht. Als geheilt entlassen, zieht er bei seiner Schwester Vicky und ihrer Familie ein und kümmert sich auch direkt um diese. Zudem arbeitet er in Vickys Buchladen. Ein besonders guter Verkäufer ist er jedoch nicht. 

Täglich führt er den Familienhund aus, geht mit ihm spazieren und trifft so auf das Dienstmädchen des Fräulein Schienagels. Bambi verliebt sich in die junge Frau. Er ist jedoch viel zu schüchtern, um diese anzusprechen. 

Dann ein Einbruch bei der Schauspielerin Schienagel und der Täter soll ausgerechnet Bambis Freund Karlheinz sein! Jetzt sind seine Fähigkeiten als Detektiv gefragt, denn Karlheinz, der Leiherkastenmann, kann es unmöglich gewesen sein. 

Das nette Dienstmädchen bittet Bambi um Hilfe. Ein paar hilfreiche Tipps hat sie auch gleich noch parat. Als dann auch noch eine mysteriöse Serie an Hurenmorden aufzuklären ist, fragt sich jeder, ob die Morde etwas miteinander zu tun haben. Vor allen Dingen: Wird es Bambi gelingen, die Unschuld seines Freundes zu beweisen und wird seine Liebe von der jungen Frau erwidert?

Ich liebe die Romane von Joan Weng! Wieder einmal ist es ihr gelungen, mich in das Berlin der Zwanziger Jahre zu entführen! Ganz wunderbar auch, dass ich lieb gewonnene Figuren aus dem Roman "Die Frauen vom Savignyplatz" wieder getroffen habe! In diesem Roman spiel jedoch Bambi die Hauptrolle und sie steht ihm gut. Er leidet noch immer unter seinem Kriegstrauma, doch er gibt sein Bestes, ein normales Leben zu führen. 

Der schüchterne Bambi, der sich verliebt, aber nicht traut, das Dienstmädchen der bekannten Schauspielerin anzusprechen. Alles ist spannend, unterhaltsam und authentisch. 

"Das feine Fräulein"  - eine gelungene Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte. Wunderbar zu lesen! Bitte mehr davon!




eBook
115 Seiten
Verlag: dp Digital Publischers GmbH




Liebe Joan, ganz, ganz herzlichen 
Dank für diesen wunderbaren Roman!




Sonntag, 27. Januar 2019

Wohnzimmerlesung mit Felicity Withmore am 26. Januar 2019

Gestern Nachmittag war es wieder soweit. 
Endlich mal wieder eine Wohnzimmerlesung! 
Begrüßen durfte ich zum zweiten Mal Felicity Whitmore/Indra Janorschke, die in Hagen zusammen mit ihrem Mann Dario Wehberg das wunderbare "Theater an der Volme" leitet
 und selbst oft mit auf der Bühne steht. 



Foto: Monika Schulte


Schon früh am Morgen habe ich zusammen mit meinem 
Mann das Wohnzimmer umgeräumt und die ersten versorgungstechnischen Vorbereitungen getroffen. 



Foto: Monika Schulte


Die allerbeste Kuchenfee, Frau Krüner, hat mal wieder 3 wunderbare Torten und Kuchen gebacken. 
Es war wie immer wahnsinnig lecker. Herzlichen Dank!!! 

Herzlichen Dank aber auch an Frau Grabosch,
 die den Kuchen organisiert hat!!!



Foto: Monika Schulte


Normalerweise läuft es ja so ab, dass die Autorin erst ein 
Weilchen liest und im Anschluss werden die Bücher verkauft 
und signiert. Die gestrige Wohnzimmerlesung war anders. 
Hier wurden gleich zu Beginn, als längst noch nicht alle
 Gäste da waren, die ersten Bücher gekauft und Felicity/Indra konnte sich schon mal warm schreiben. 



Foto: Monika Schulte


Felicity Whitmore beginnt zu lesen und schon springt 
die Begeisterung auf die Gäste über. Die Autorin weiß, 
wie sie ihr Publikum und ihre Leser fesseln kann. 



Foto: Monika Schulte


Felicity/Indra lebt ihre Geschichte! Man beachte nur ihre Mimik. Beim Lesen schlüpft sie in die Figuren ihrer Protagonisten.



Foto: Monika Schulte


Ganz besonders spannend finde ich ja auch das Hintergrundwissen, das sie ebenso spannend wie ihre Geschichte, vermittelt. 
Im Buch geht es um eine Heilanstalt, eine Irrenanstalt, 
in die Frauen unschuldig und gesund eingesperrt wurden und die sie in der Regel auch nicht mehr verlassen konnten. 





Felicity würde ich nur zu gerne mal auf ihren Recherchereisen begleiten. Vielleicht bieten sie und ihr Mann ja irgendwann einmal tatsächlich eine Leserreise an? Wir bleiben dran!


Foto: Monika Schulte


Nicht nur die Lesung an sich war wunderbar, unterhaltend 
und spannend. Ich finde es auch immer wieder schön,
 bekannte und neue Gesichter zu sehen und sich über
 Bücher und die Welt austauschen zu können. 



Foto: Monika Schulte


Nach der Lesung dann der Kaffeeklatsch. 
Felicity/Indra zeigte uns ihre Fotobücher über England. 
Einfach toll, so auch mal die tatsächlichen Orte 
der Geschichte sehen zu können. 


Foto: Monika Schulte


Die Lesung endete, wie sie begonnen hatte - 
mit Büchern kaufen und signieren lassen. 

"Das Herrenhaus im Moor" - es ist spannend von der ersten 
bis zur letzten Seite. Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!!! 

Aber Achtung! Keinen Tag auswählen, an dem Ihr nur 
wenig Zeit haben werdet. Ihr werdet das Buch nämlich 
nicht mehr aus der Hand legen können! 

Auch Felicitys erstes Buch
 "Der Klang der verborgenen Räume"
 ist absolut empfehlenswert.
 Wer es noch nicht kennt, sollte es unbedingt nachholen!



Foto: Monika Schulte


Wem die beiden Bücher der Autorin noch nicht genug 
waren, konnte sich an der Bücherkiste mit Lesestoff
eindecken, die ich im Flur aufgestellt hatte. 


Ein ganz wunderbarer Tag ging mal 
wieder viel zu schnell zu Ende. 

Danke liebe Felicity, liebe Indra,
für die spannenden und unterhaltsamen Stunden!
Ich könnte dir stundenlang zuhören!

Ich freue mich bereits jetzt auf deinen dritten Roman,
 der auch wieder im Oktober erscheinen wird.