Dienstag, 17. Oktober 2017

"Die Eroberung des Himmels" von Beate Rygiert

Ein Lesevergnügen der Extraklasse!

Warum immer ganz neue Bücher besprechen? Ich habe mir vorgenommen, ab sofort jeden Monat mindestens einen älteren Roman vorzustellen und der heutige hat es ganz besonders verdient. 

Caroline hat sich gerade selbständig gemacht. Sie hat eine Gärtnerei speziell für Farne eröffnet, doch ihr erster großer Auftrag endet in einem Desaster. Alle zur Verfügung gestellten Farne sind vertrocknet. Sie ist wütend und sie legt sich mit dem Werbefachmann Gregor an. Dann zerstört ein Unwetter ihr neues Gewächshaus. Dabei steht sie schon so vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens. Nach 26 Jahren schreibt ihre Mutter eine Postkarte, die Mutter, die sie für tot geglaubt hat und deren vermeintliches Grab sie regelmäßig besucht. Ihr Vater ein Lügner. Caroline will unbedingt ihre Mutter finden und kennenlernen. So tritt sie ihre Reise ins Unbekannte an. 

Auch Gregor erhält Post. Sein verstorbener Patenonkel vermacht ihm seine Urne mit der Bitte, die Asche an drei ihm wichtigen Orten dem Meer zu übergeben. Gregor zögert, doch dann schmeißt er alles hin und macht sich auf den Weg. 

Caroline und Gregor, zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch kreuzen sich ihre Wege immer wieder. Zwei Menschen, unabhängig, selbständig und eigentlich mit sich selbst zufrieden auf dem jeweiligen Weg zu sich selbst. Vielleicht ist es ja ein Weg in die Zweisamkeit?

Wer schon einmal einen Roman von Beate Rygiert gelesen hat, der weiß, dass ihm auch hier eine ganz besondere Geschichte erzählt wird. Die Autorin weiß einfach, wie man den Leser packt. Sie schreibt mit einer gewissen Leichtigkeit und doch ganz außergewöhnlich. Die hervorragende Charakterzeichnung von Caroline und Gregor machen es möglich, sich die Personen genauestens vorzustellen. Man spürt ihre innere Zerrissenheit, aber auch die Sehnsucht nach Beständigkeit und Liebe.

"Die Eroberung des Himmels" - ein Lesevergnügen der Extraklasse!



Taschenbuch
464 Seiten
Verlag: KNAUR





Liebe Beate, ganz, ganz herzlichen Dank
für diese wunderbare Geschichte! 
Ich hätte sie längst lesen sollen.


Montag, 16. Oktober 2017

"Gourmet Phantasie 2018" - Ein PhotoArt Kalender von Korsch

Wir haben Oktober.
So langsam wird es Zeit,
sich um neue Kalender zu kümmern. 

Auch Weihnachten ist nicht mehr weit.
Kalender sind wunderbare Geschenke!




Foto Titelblatt und Kalenderblatt September:
People Pictures/Stockfood



Für den Gourmet und Hobbykoch, für Küche oder Essbereich 
möchte ich Euch heute diesen wunderbaren Kalender
aus dem Hause Korsch vorstellen.



Foto Kalenderblatt Januar:
Maricruz Avalos Flores/Stockfood


Das bietet der Kalender:

12 künstlerische Bilder
plus Deckblatt aus dem Bereich Kulinarik,
die jedem Gourmet gefallen werden

Hochwertige Ausstattung mit Spiralbindung.

Format: 45,5 x 55,0 cm


Foto Kalenderblatt Juni:
Sabine Läscher, Stockfood



Auf jedem Kalenderblatt findet der begeisterte Betrachter
ein Zitat einer Berühmtheit, sei es von Victor Hugo oder von Goethe, Sebastian Kneipp oder Phytagoros von Samos.



Foto Kalenderblatt August: 
Andreas von Einsiedel/gettyimages


"Gourmet Phantasie 2018" -
ein Kalender, den ich gerne weiterempfehle!  


ISBN: 9783731828488
Preis: 24,95 €




Herzlichen Dank an das Verlagsteam, dass ich diesen wunderschönen Kalender vorstellen durfte!









Hagener Spaziergänge - Hengsteysee

In Hagen kann man wunderbar spazieren gehen. 
Am Samstag reichte es nur für einen kleinen
Spaziergang am Hengsteysee. 





Der Hengsteysee - ein 1929 fertiggestellter Stausee. 

Nördlich des Hengsteysees erhebt sich als Teil
des Ardeygebirges unter anderem der Klusenberg.

Vom Hengsteysee aus Blick auf das Kaiser-Wilhelm-Denkmal
an der Hohensyburg. 






Beim Anblick dieser Farne musste ich direkt an den Roman
"Die Eroberung des Himmels" von Beate Rygiert
denken, in dem Farne eine große Rolle spielen. 






Das Seeschlösschen, zur Zeit seiner Errichtung
Villa Niedernhofen genannt, wurde durch den Schraubenfabrikanten Wilhelm Funke erbaut.

"Bevor die Stadt erwacht" von Kerstin Hohlfeld

Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte!

Amelie Rothemund, alleinerziehende Mutter des kleinen Elias, hat es nicht leicht. Um nicht von Ämtern abhängig zu sein, hat sie zwei Jobs angenommen. Sie arbeitet nachts, damit sie tagsüber für ihren Sohn genügend Zeit haben kann. Elias größter Wunsch ist es, dass seine Mama nicht immer so müde ist und so kommt es, dass er einen Brief an den Weihnachtsmann schreibt. Der Brief landet allerdings nicht beim Weihnachtsmann, sondern durch ein Missgeschick bei dem granteligen Komponisten Ephraim Sasse. Dieser hat mit Weihnachten so gar nichts am Hut und doch muss er sich sputen, damit seine Weihnachtsphantasie fertig wird und aufgeführt werden kann. Ihm will in diesem Jahr aber so gar nichts einfallen. Der laute Weihnachtsmarkt direkt vor seiner Villa ist ihm da auch keine Hilfe. Und dann fällt auch noch seine Haushaltshilfe Marga aus. Sie hat sich ein Bein gebrochen und schickt ihre Freundin Agnes als Ersatz und die wirbelt das Leben des immer grummeligen Komponisten ganz schön durcheinander, doch auch für Amelie hält das Leben noch einiges bereit. 

"Bis die Stadt erwacht" - eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte voller Hoffnung, Weisheit und Zauber. Ein bisschen erinnert mich der Roman an "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens mit dem Geizkragen Ebenezer Scrooge, nur, dass diese Geschichte hier im modernen Berlin spielt. 

Amelie und den kleinen Elias muss man einfach sofort mögen. Sie dekoriert die Schaufenster in einer Filiale des Feinkosthändlers Walthers und ist bei Kunden und Mitarbeitern sehr beliebt, doch Amelie hat ein Geheimnis, mit dem sie plötzlich konfrontiert wird, das sie aber auch als Chance sieht. 

Ephraim Sasse macht einen eher missgelaunten Eindruck, doch wenn man ihn näher kennengelernt, kommt ein ganz anderer Mensch zu Tage, woran die muntere und stets gut gelaunte Agnes schon für sorgen wird. Und auf einmal fragt sich der Komponist, der sich immer selbst genug war, was eigentlich die Menschen machen, bevor die Stadt erwacht...

Wer Weihnachtsromane so sehr liebt wie ich, der MUSS diese Geschichte einfach lesen. Eine Geschichte, die den Leser verzaubert und vielleicht auch mal nachdenken lässt über die Menschen, die mitten in der Nacht die Straßen säubern oder die Zeitungen austragen. Ein liebevolles und warmherziges Buch, das ich gerne weiterempfehle.





eBook
256 Seiten
Verlag: Ullstein




Herzlichen Dank an Kerstin Hohlfeld
für die wunderschöne Geschichte!

Herzlichen Dank an das Verlagsteam und der Online-Plattform NetGalley für das Zurverfügungstellen des Buches!






Samstag, 14. Oktober 2017

Hagener Spaziergänge, Teil 1

Am Mittwoch habe ich meinen ersten ärztlich verordneten Spaziergang gemacht. Ärztlich verordnet? Ja, ich war Ende September im Krankenhaus. Nichts Wildes, aber eine kleine OP war es trotzdem, von der ich mich jetzt gerade noch erhole. 




Mein erster Spaziergang führte ich mich zum Ischelandteich.



Die Brücke über dem Teich.
Verschandelung oder Brückenkunst?
Jeder, wie er meint.



Die Farben des Herbstes. 
Ich liebe diese dieses bunte Laub und die Zeit,
wie sich die Natur wieder einmal verwandelt. 



Der Ischelandteich ist nicht groß,
aber auch hier gibt es einiges zu entdecken. 



Achtung! Bitte nicht die Eisfläche betreten! 


Diese erste kleine Runde tat gut.
Natur, Farben, Luft, Ruhe. 




Sämtliche Fotos dürfen nur mit meiner ausdrücklichen Genehmigung veröffentlicht werden!


Donnerstag, 12. Oktober 2017

"Das Café der kleinen Wunder" von Nicolas Barreau

Ein Glücklich-mach-Buch aus der Kategorie Lieblingsbuch!

Eleonore, die sich lieber Nelly nennt, ist unglücklich verliebt in ihren Philosophie-Professor Beauchamps. Sie ist seine Assistentin und Lieblingsstudentin, doch von ihren Gefühlen hat er keine Ahnung. Als er sich ganz plötzlich verlobt, zieht sich Nelly trauernd zurück in ihr Pariser Appartement. Die junge Frau liebt alte Bücher, Schallplatten von Frank Sinatra und die Langsamkeit. Als sie in einem Buch ihrer Großmutter den Satz AMOR VINCIT OMNIA (Die Liebe besiegt alles) entdeckt, werden Nellys Lebensgeister plötzlich geweckt. Derselbe Spruch ist in einen Ring eingraviert, den ihr ihre Oma einst zum Geburtstag geschenkt hat. Nelly kauft sich eine sündhaft teure rote Handtasche, mit der sie schon lang geliebäugelt hat, die sie sich aber nie zu leisten gewagt hätte, löst ein Ticket für die Bahn und fährt nach Venedig, wo sie für 4 Wochen eine Wohnung gemietet hat. Hier versucht sie, das Geheimnis der Inschriften zu lösen, entdeckt dabei ein wunderbares kleines Café und lernt die große Liebe kennen.

"Das Café der kleinen Wunder" - eine gefühlvolle, großartige Geschichte mit ganz viel Liebe! Eine eher leise Geschichte, wie ich sie liebe, aber auch eine wunderbare Reise, die in Paris beginnt und im winterlichen Venedig endet. So wunderschön und verführerisch geschrieben, dass man am liebsten direkt nach Venedig reisen möchte, in ein Venedig, dass die Touristen im Januar noch nicht überrannt haben, eine Stadt, in der man immer noch stille Ecke und kleine Cafés entdecken kann. 

"Das Café der kleinen Wunder" - ist eines dieser Glücklich-mach-Bücher aus der Kategorie Lieblingsbuch!




eBook
368 Seiten
Verlag: PIPER




Dienstag, 10. Oktober 2017

"Sieben Tage voller Wunder" von Dani Atkins

Durchaus unterhaltsam, aber...

Hannah wird von ihrem Freund betrogen. Für mehrere Wochen flieht sie zu ihrer Schwester nach Kanada, um eine Entscheidung zu treffen. Als sie aufbricht, um wieder nach Hause zu fliegen, weiß sie immer noch nicht, wie es weitergehen soll. Am Flughafen trifft sie einen Mann mit unheimlich grünen Augen. Hannah ist sofort hin und weg. Sie ärgert sich später, nicht ein einziges Wort mit ihm gesprochen zu haben. Als das Flugzeug in Turbulenzen gerät, sitzt der Fremde plötzlich neben ihr. Das Flugzeug stürzt in der Wildnis Kanadas ab. Hannah und Logan scheinen die einzigen Überlebenden zu sein, oder?

"Sieben Tage voller Wunder" - trotz des Themas Flugzeugabsturz, schreitet die Handlung leicht  voran. Die Geschichte ist durchaus unterhaltsam und hat ja auch schon viele Fans gefunden. Meine Geschichte ist es nicht. Ich möchte hier nichts weiter verraten, aber das Ende ist überhaupt nicht das, was ich mir gewünscht habe. Vielleicht gehöre ich genremäßig da auch einfach nicht mehr zur Zielgruppe. Für mich ist es eher ein "Zwischendurchbuch". Kann man lesen, muss man aber nicht.




Broschiert
233 Seiten
Verlag: KNAUR




Auch wenn es nicht "mein" Buch ist, so möchte
ich mich trotzdem beim Verlag für das Zurverfügungstellen
des Romanes herzlich bedanken!


"Das Haus ohne Männer" von Karine Lambert

Ein ganz bezaubernder Roman voller Poesie!

Ein Haus in einem Viertel in Paris. Ein Haus, in dem nur Frauen wohnen. Ganz unterschiedliche Frauen, doch sie alle haben beschlossen, dass sie mit Männern nichts mehr zu tun haben wollen. Das einzige männliche Wesen im Haus ist der Kater Jean-Pierre. 

Da ist Simone, die sich einst Carlos, dem Tänzer hingab und bitter enttäuscht wurde. Rosalie, deren Kinderwunsch immer größer wurde, so dass sich ihr Mann Francois von ihr getrennt hat, ihr aber weiterhin seit Jahren Postkarten schreibt. Giuseppina, die von der Familie verstoßen wurde, weil sie ein lahmes Bein hat und schließlich auch noch Carla. Sie alle treffen sich immer sonntags bei der "Königin", einer ehemaligen Primaballerina, die sich immer wieder alte Aufnahmen mit ihrem Applaus oder mit den Kirchenglocken aus ihrer Heimatstadt anhört. Die Königin mit dem Bambus, von dem alle hoffen, dass er nie blühen wird, denn das würde Veränderung bedeuten oder sogar, dass alles vorbei ist.

Doch dann fährt Carla für einige Zeit nach Indien und überlässt ihre Wohnung der jungen Juliette, die sich als Kind so sehr gewünscht hat, nur einmal von ihren Eltern umarmt und geliebt zu werden. Juliette, die dennoch an die Liebe glaubt...

"Das Haus ohne Männer" - oh, wie ich dieses Buch liebe! Ein wunderbarer, ein ganz bezaubernder Roman voller poetischer Kraft. Dieser Geschichte, diesem Buch wohnt ein unglaublich zarter Zauber inne, ganz sacht, ganz leise. 

Ich habe nicht nur die sehr unterschiedlichen Frauen sofort in mein Herz geschlossen, sondern auch Monsieur Barthélémy, der hinter seinem Vorhang das ganze Viertel beobachtet, die Brüder Leroy in ihren Kitteln, die aus ihrer Eisenwarenhandlung jedem zuwinken. Der Buchladen, der Gemüseladen... All diese Menschen in diesem Viertel und dann Juliette, die der Liebe noch nicht abgeschworen hat und die es schafft, dass die anderen Frauen im Haus ihr Leben noch einmal überdenken. 

"Das Haus ohne Männer" - ein so liebevolles, warmherziges Buch und so schön geschrieben, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen. Kategorie Lieblingsbuch!





eBook
240 Seiten
Verlag: Diana




Herzlichen Dank an das Team des Diana-Verlages
für diese wunderbare Geschichte! Bitte mehr davon!

Montag, 9. Oktober 2017

Überall hier ist Lesezeit!


Ich finde es immer wieder interessant und auch spannend,
wo überall mein Blog gelesen wird. 





Das ist ein aktuelles Bild vom Wochenende.

"Der Weihnachtswald" von Angelika Schwarzhuber

Zauberhaft!

Eva, die erfolgreiche Anwältin, fährt wie jedes Jahr über die Weihnachtstage zu ihrer Oma nach München. Eigentlich hat Eva mit Familie nichts am Hut und mit Weihnachten schon gar nicht, doch sie ist bei ihrer Oma groß geworden, nachdem ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Auf dem Anwesen der Familie angekommen, muss Eva erfahren, dass ihre Oma in viel größeren finanziellen Schwierigkeiten steckt, als bisher angenommen. Ihr selbst würde es nichts ausmachen, das Haus samt Grundstück zu einem guten Preis zu verkaufen. 

Im Haus trifft Eva nicht nur auf ihre Oma und deren beste Freundin und Haushälterin, sondern auch auf Philipp, ihre Jugendliebe. Wie jedes Jahr hat Evas Oma diesmal auch wieder ein Waisenkind eingeladen, mit ihnen gemeinsam Heiligabend zu verbringen. Evas Laune ist nun ganz dahin. Warum muss ihre Großmutter immer Waisenkinder einladen? Antonie, das kleine Mädchen aus dem Waisenhaus, das so überglücklich war, endlich einmal in eine Familie zu kommen und sei es auch nur für einen Tag, muss erkennen, dass sie für Eva nur lästig ist.

Antonie ist zutiefst enttäuscht und wünscht sich zurück in ihr Kinderheim. Sie zieht sich an und verlässt heimlich das Haus, doch sie gerät in einen Schneesturm. Philipp und Eva suchen nach ihr. Sie gehen in Richtung Tannenwald, als der Sturm immer schlimmer wird. Eva wird von einem Ast getroffen und ist kurz bewusstlos. Als wie wieder erwacht, befinden sich alle drei in einer anderen Zeit und Eva steht plötzlich ihren Urgroßeltern gegenüber. 

"Der Weihnachtswald" - ein richtig schönes Weihnachtsmärchen für Erwachsene! Eine wundervolle Geschichte voller Hoffnung, Weisheit und Weihnachtszauber. Als Leser schließt man die Personen sofort ins Herz, auch Eva, die sich kratzbürstig und schlecht gelaunt gibt. Ich wusste sofort, dass sie ihre wahren Gefühle unterdrückt. Eine Geschichte, manchmal unendlich traurig, herzzerreißend schön, aber auch sehr spannend. Eine Geschichte über Familie, Freundschaft und Zusammenhalt.

"Der Weihnachtswald" - das perfekte Lesevergnügen für kalte Herbst- und Wintertage!



eBook
416 Seiten
Verlag: Blanvalet





Herzlichen Dank an das Verlagsteam,
dass ich diesen wunderbaren Roman lesen und vorstellen durfte!

Sonntag, 8. Oktober 2017

Mein Lieblingsleseplatz im Herbst

Habt Ihr auch so einen Platz, so einen Lieblingsleseplatz? So einen Rückzugsort, an dem Ihr am liebsten lest? Einen Ort, an dem Ihr die Gedanken wandern lassen könnt, einen Ort, an dem Ihr in Euer Buch versinken könnt? 

Mein Lieblingsleseplatz im Herbst ist mein Sessel im Wohnzimmer. Hier kann ich mich einkuscheln in eine warme Decke. Hier kann ich meine Füße hochlegen. Nebenan auf dem Tisch steht eine Kanne mit heißem Tee. Wenn es nachmittags dunkel wird, dann werden noch ein paar Kerzen angezündet und schon fühle ich mich wohl. 




Von meinem Platz aus kann ich auch raus in den Garten schauen. Ich kann sehen, wie Nachbars Katzen neugierig über unsere Terrasse laufen. Ich kann die Vögel beobachten und die Mücken beim Tanz im letzten Sonnenstrahl. 

Wenn Ihr Lust habt, dann beschreibt mir doch mal Euren Lieblingsleseplatz im Herbst!


Samstag, 7. Oktober 2017

"Die Stadt des Zaren - Der große Sankt-Petersburg-Roman" von Martina Sahler

Man liest, ist begeistert und möchte nicht mehr aufhören!

Im Jahre 1703 erfüllt sich Zar Peter der Große einen lang gehegten Wunsch. Er vollführt den 1. Spatenstich zu seiner neuen Stadt Sankt Petersburg, die er aus dem Nichts heraus erbauen lässt. Zar Peter reiste einst durch Europa, um sich dort die Städte anzusehen. Nach westlichem Vorbild soll nun seine neue Stadt entstehen, das Fenster, das Tor zum Westen. Er lädt Handwerker, Architekten und Ärzte sein, mit ihm an die Newa zu kommen. Viele, viele Menschen folgen diesem Ruf, doch auch Leibeigene und Kriegsgefangene werden eingesetzt, um dieses sumpfige Gebiet trocken zu legen. Manch einer wird daran zerbrechen, andere finden das große Glück und alle müssen den Naturgewalten trotzen, doch die neue Stadt wird entstehen. 

"Die Stadt des Zaren" - man liest, ist begeistert und möchte nicht mehr aufhören! Martina Sahler hat es wieder einmal geschafft, spannend und authentisch zu schreiben. Der Leser lernt vielschichtige, interessante Persönlichkeiten kennen.

Natürlich ist da Zar Peter, offen, weltgewandt und modern, aber auch wankelmütig in seinen Stimmungen, oft brutal. Beim Lesen wird sein Traum von der neuen nach Westen gerichteten Stadt spürbar. Viele Menschen lassen ihr Hab und Gut hinter sich, um in der neuen Stadt, die bisher nichts als Sumpfland ist, ihr Glück zu suchen.

Der Graf mit seiner intriganten und herrschsüchtigen Frau, die ihre magere Tochter dem Zaren regelrecht auf dem Tablett serviert. Die italienischen Architekten-Brüder, die vom Vater in die Welt hinausgeschickt wurden und auch Dr. Albrecht mit seiner Frau Frieda und den drei Kindern. Gustav, der schon früh weiß, dass er einmal Schiffsbauer werden möchte, Helena, die sich in einen schwedischen Gefangenen verliebt und Paula, die ihrem Vater in der Praxis schon immer zur Hand gegangen ist. 

Menschen aus ganz Russland und aus ganz Europa kommen an die Newa, um den Traum des Zaren zu verwirklichen. Es ist eine packende Geschichte und als Leser ist man dabei, wie diese Stadt aus dem Sumpf gestampft wird.

Martina Sahlers Schreibstil ist wie immer äußerst angenehm und sehr bildhaft. Jeder Zeile merkt man an, wie sehr die Autorin diese Stadt liebt. Mit "Die Stadt des Zaren" hat Martina Sahler wieder einmal ein perfektes Lesevergnügen geschaffen! Absolut empfehlenswert!



Hardcover
528 Seiten
Verlag: List



Herzlichen Dank an Martina Sahler für diese spannende
Geschichte über die Gründung von Sankt Petersburg!

Herzlichen Dank auch an das Verlagsteam
für das Rezensions-Exemplar!

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Mein neuer Wochenkalender 2018, der Sigel C1865 in Rot

Warum immer nur Bücher vorstellen? Heute zeige ich Euch
meinen neuen Wochenkalender, den  Sigel C1865 von Conceptum, den ich mir vor einigen Tagen bestellt habe. 

Ein kleiner und handlicher Wochenkalender,
der in jede Handtasche passt. 



Wochenkalender
Hardcover
176 Seiten
mit Gummiband



Der Kalender ist kompakt, schön fest und sieht mit
der gerillten Oberfläche richtig edel aus. 

Es ist ein Kalender in der Größe A 6 (10,8 x 15,1 cm). 
Der Kalender hat 176 Seiten.




Klein und doch fein. 
Eine Woche verteilt auf 2 Seiten und genügend Platz,
um Termine und wichtige Daten einzutragen. 




Der Kalender hat alles, was Frau und Mann so braucht. 
Eine Übersicht mit Feiertagen, vorne eine komplette Übersicht
über das Jahr 2018, hinten eine Übersicht über das Jahr 2019. Zudem viele leere (gepunktete) Seiten,
um sich Notizen zu machen. 





Der kompakte Kalender verfügt auch über viele Infoseiten,
wie zum Beispiel Feiertage für mehrere europäische Länder,
eine Ferienübersicht, Zeitzonen und Umrechnungstabellen. 

Zwei Lesebändchen in Rot und Weiß sorgen dafür, dass man immer direkt die richtigen Seiten aufschlagen kann. 





Vorne und hinten im Kalender befinden sich sogenannte Archivtaschen, hervorragend geeignet für Terminzettel aus der Arzt-Praxis, kleine Notizzettel usw.

Die Tasche im hinteren Bereich ist sogar geeignet,
umfangreicheres Papiermaterial zu deponieren. 

Nicht zuletzt verfügt dieser Lieblingskalender
über eine Stiftschlaufe. 


Aktueller Preis: 13,95 € (Amazon)






Mittwoch, 4. Oktober 2017

"Kleiner Streuner - große Liebe" von Petra Schier

Ein kurzweiliges Lesevergnügen voller Liebe!

Es ist kurz vor Weihnachten und Santa und sein Team haben natürlich jede Menge zu tun, doch auch diesmal kümmern sie sich wieder um ganz spezielle "Fälle". 

Eva rettet einen kleinen Streuner vor dem Verhungern, doch wohin mit dem  Hund? In ihrer Wohnung darf sie keine Hunde halten. Sie will zwar umziehen, doch ein paar Tage dauert es noch. Ihr Ex André bietet ihr an, den kleinen Hund so lange bei sich aufzunehmen. Wegen der weißen Pfötchen geben sie ihm den Namen Socke. Jeden Tag besucht Eva den Hund bei André, einem ehemaligen Sternekoch und muss feststellen, dass sie noch immer gewisse Gefühle hegt für diesen Mann, mit dem sie auch noch gemeinsam auf einer Sozialstation arbeitet. 

Von vielen schon sehnsüchtig erwartet, der neue Weihnachtsroman von Petra Schier! Eine bezaubernde Geschichte, bei der man nicht nur dem Weihnachtsmann und seinem Team erneut begegnet, sondern auch einigen anderen Protagonisten, die schon eine Rolle in einem der anderen Romane spielen durften. Es ist, als würde man zu Besuch bei Freunden kommen. 

Eva und André, zwei, die sich lieben, aber nicht so wirklich zueinander kommen. Da muss wohl der gute alte Weihnachtsmann etwas nachhelfen. 

"Kleiner Streuner - große Liebe" - ein kurzweiliges Lesevergnügen voller Liebe, das auf die kommende Weihnachtszeit einstimmt. Am besten bei einem Stückchen Kuchen und einer Tasse heißen Kakao lesen!





eBook
304 Seiten
Verlag: MIRA-Taschenbuch




Liebe Petra, liebes Verlagsteam,
herzlichen Dank für diese schöne Weihnachtsgeschichte!



Montag, 2. Oktober 2017

"Das Mädchen mit den roten Schuhen" von Jodi Picoult

Eine Vorgeschichte, die es in sich hat

"Das Mädchen mit den roten Schuhen" ist eine Kurzgeschichte, eine Vorgeschichte zum eigentlichen Roman "Kleine große Schritte", doch schon diese 70 Seiten lassen mich ungeduldig auf den eigentlichen Roman warten. 

Es geht hier um das Mädchen Ruth. Sie hat es geschafft und wird auf einer Eliteschule in New York angenommen. Nichts wünscht sich Ruth so sehr, als von den anderen Jungen und Mädchen akzeptiert zu werden. Sie möchte dabei sein, ein Teil vom Ganzen werden, doch Ruth ist schwarz. Sie ist das einzige schwarze Mädchen an dieser Schule und sie bekommt vom ersten Tag an zu spüren, dass sie anders ist als die anderen. 

"Das Mädchen mit den roten Schuhen" - das ist wieder eine echte Jodi-Picoult-Geschichte. Eine Geschichte über Rassismus, aktuell wie nie. Von der ersten Zeile an wird man in die Geschichte mit hineingezogen. Man möchte Ruth Brooks helfen, sie an die Hand nehmen. Sie, die mit ihrer Mutter, der Schwester und der Oma in eher ärmlichen Verhältnissen in Harlem wohnt und doch auf eine Eliteschule gehen darf. 

Dies ist nur eine kleine Vorgeschichte. Es ist klar, dass ich das Buch "Kleine große Schritte" lesen MUSS!




Kurzgeschichte eBook
70 Seiten
Verlag: C.Bertelsmann






Herzlichen Dank an das Verlagsteam!




Sonntag, 1. Oktober 2017

Meine September-Bücher

Hier sind sie, meine September-Bücher.





"Ich treffe dich zwischen den Zeilen" von Stephanie Butland

Ein bewegender und sehr kluger Roman!

Eine junge Frau, die Bücher lieber mag als die Menschen. Vor Jahren hat Loveday in einem Antiquariat ein Buch mitgehen lassen, doch anstatt sie zu verurteilen, hat der Eigentümer sie eingestellt. Archie wird sie zu ihrem väterlichen Freund, der erkannt hat, was in ihr steckt. Loveday, die junge Frau  mit dem ungewöhnlichen Namen, liebe ihre Arbeit mit den Büchern über alles. Die Anfangssätze ihrer Lieblingsbücher lässt sie sich auf ihren Körper tätowieren. Dann begegnet ihr Nathan, ein Zauberer und Dichter. Er nimmt sie mit zu Poetry-Slam-Abenden. Mit Hilfe der Gedichte können die beiden sich ihre Gefühle zeigen, doch dann wird Loveday von ihrer Vergangenheit eingeholt. Jemand scheint heimlich Bücher im Laden abzugeben. Bücher, die einst ihrer Mutter gehört haben, doch wie ist das möglich? Kann sich Loveday ihrer Vergangenheit stellen oder wird ihre Liebe zu Nathan daran zerbrechen?

"Ich treffe dich zwischen den Zeilen" - es ist eine dieser stillen Geschichten, wie ich sie ganz besonders mag. Sehr emotional, sehr beeindruckend. Eine Geschichte, die den Leser nicht nur in die wunderbare Welt der Bücher und Buchhandlungen entführt, sondern, die ihm auch das Thema häusliche Gewalt nahe bringt.

Loveday, die junge Frau, die ein Geheimnis aus ihrer Kindheit mit sich herum trägt und sich anderen Menschen nicht öffnen kann, ist so wunderbar beschrieben, dass man das Bedürfnis hat, sie an die Hand zu nehmen, was diese jedoch nie zulassen würde. Loveday und Nathan, zwei Menschen, die zueinander finden mit der Kraft von Worten. Es ist eine stille und doch faszinierende Geschichte um Liebe, Verletzlichkeit, Vergangenheitsbewältigung und Neuanfang. 

"Ich treffe dich zwischen den Zeilen" - ein bewegender und sehr kluger Roman.



Broschierte Ausgabe
319 Seiten
Verlag: KNAUR






Herzlichen Dank an das Verlagsteam
für dieses Überraschungsbuch!

"Die Legion des Raben" (Invita, Band 2) von Maria W. Peter

Eine spannende Geschichte aus dem antiken Treverorum

Invita, die römische Sklavin, die im Hause des Stadthalters in Trier lebt, gerät wieder einmal in ein Geflecht von Intrigen und Geheimnissen. Nach einem Fest wurde ein hoher römischer Beamter auf seinem Nachhauseweg ermordet. Schnell wurde ein Schuldiger gefunden, der Sklave Hyacinthus. Die Ehefrau und der Sohn des Ermordeten fordern altes Recht. Nicht nur der Verdächtigte soll zur Strafe umgebracht werden, sondern mit ihm alle anderen Sklaven des Haushaltes. Welch ein großes Unrecht!

Invita wäre nicht Invita, wenn sie nicht etwas gegen dieses Unrecht unternehmen würde. Und schon ist die junge Sklavin mittendrin in einem weiteren Fall, den es zu lösen gilt. Unterstützt wird sie von ihrer Herren Marcella, die heimlich der Sekte der Christen angehört. Und auch Flavus, der allemannische Sklave, steht ihr zur Seite und rettet sie aus einer lebensbedrohlichen Situation. 

"Die Legion des Raben" - ein sehr fesselnder historischer Roman, der den Leser nach Augusta Treverorum, dem antiken Trier entführt. Eine raffiniert gestrickte Story und gleichzeitig großartiges Lesevergnügen.

Da ich letztes Jahr persönlich durch Deutschlands älteste Stadt spaziert bin, konnte ich mir beim Lesen noch intensiver vorstellen, wo Invita und ihre Gefährten sich aufgehalten haben, wo sie hergelaufen sind. Schon letztes Jahr hab ich mir vorgestellt, wie es in den kaiserlichen Thermen, wohl zugegangen sein mag. Maria W. Peter macht diese große Badeanlage zu einem lebendigen Schauplatz, in dem die Bewohner nicht nur baden, sondern auch Sport treiben und sich einfach vergnügen. Die Autorin schafft es hervorragend, das antike Flair wiederzugeben. 

"Die Legion des Raben" - lebendige Geschichte, wunderbar umgesetzt. Absolut lesenswert!



Taschenbuch
416 Seiten
Verlag: Piper Fahrenheit





Liebe Maria, herzlichen Dank für dieses
weitere Abenteuer mit Invita! 

Mittwoch, 27. September 2017

"... aber Steine reden nicht" von Carlo Ross

Ein sehr wichtiges Buch mit einer Geschichte aus meiner Stadt

Dieses Buch des Holocaust-Überlebenden, der im Jahr 2004 verstorben ist, ist seine Geschichte. Carlo Ross hat in diesem Buch seine eigene Kindheit verarbeitet. Seine Kindheit in meiner Heimatstadt Hagen. 

Der zehnjährige David Rosen zieht mit seiner Mutter Hanna in ein Armenviertel in Hagen. Es ist die "Stiege" im Stadtteil Altenhagen. Bisher haben hier alle Menschen friedlich miteinander gelebt. Juden, Christen, Sozialdemokraten, Sozialisten, doch dann ergreifen die Nazis die Macht. Der Krieg bricht aus. Arbeitslosigkeit, Geldknappheit, Hunger und vor allen Dingen Angst stehen von nun an auf der Tagesordnung. 

Die Nazis marschieren grölend durch die Straßen. Begegnet ihnen ein Jude, wird dieser verprügelt, niedergeschlagen. Manch einer überlebt diese Attacken nicht. Einige wenige versuchen noch, die Stadt, das Land zu verlassen, doch nur einigen gelingt es. Die Häuser brennen, Feuer, das von den Nazis gelegt wurde. Dann fallen die ersten Bomben der Alliierten. Hagen wird in Schutt und Asche gelegt.

Hanna und David erleben jedoch nicht nur Bedrohung und Verfolgung. Es gibt auch noch Menschen im Viertel, die ihnen wohlgesonnen sind. Heimlich werden ab und zu Lebensmittel vor die Tür gelegt, ein Stück Brot, ein bisschen Butter. Und doch kommt eines Tages die Stunde, in der die beiden abgeholt werden...

"... aber Steine reden nicht" - eine tragische Geschichte, die unheimlich zu Herzen geht und das noch mehr, da es eine Geschichte ist, die sich in meiner Stadt zugetragen ist. Die Reichskristallnacht, die Synagoge in der Potthofstraße.

Hagener Schulen veranstalten alljährlich am 9. November einen Sternenlauf hin zur Synagoge. Der Marktplatz, Altenhagen selbst, die Josefs-Kirche, die Schule in Altenhagen... Alles Gebäude, alles Orte, die man als Hagener kennt, die einem zumindest ein Begriff sind. 

Diese Geschichte stimmt nachdenklich, macht traurig und doch ist es ein Buch, das man unbedingt lesen sollte. Es ist ein Jugendbuch, sehr eindringlich geschrieben und auch für Erwachsene bestens geeignet.

Meine Kollegin Christina Schröder hat mir dieses Buch schon vor einiger Zeit ans Herz gelegt, doch erst jetzt bin ich dazu gekommen, es zu lesen. Es ist ein sehr wichtiges Buch, nicht nur für Menschen in meiner Stadt. Unbedingt lesenswert!



Taschenbuch
271 Seiten
Verlag: dtv Junior



"Immer wieder im Sommer" von Katharina Herzog

Ein leises Buch mit einer starken Geschichte!

Eigentlich wollte Anna ihre beiden Töchter Sophie und Nelly ja für die Ferien bei ihrem Ex-Mann Max abliefern, dann bei ihrer Mutter vorbeifahren, die sich nach 18 Jahren zum ersten Mal wieder bei ihr gemeldet hat und sie dringend sprechen möchte, um dann letztendlich einen schönen Urlaub ganz alleine auf der Insel Amrum zu verbringen. Dort hofft Anna, ihre Jugendliebe Jan zu treffen, über den sie in einer Zeitschrift gelesen hat, doch es kommt alles ganz anders.

Anstatt ein paar Tage für sich allein zu haben, ist ihr kleiner Bus plötzlich voll beladen mit dem Ex-Mann, den zwei gemeinsamen Töchtern, der Mutter, einem Hund und schließlich auch noch einem jugendlichen Tramper!

"Immer wieder im Sommer" - eine wunderschöne Geschichte, eine Geschichte zum Verlieben! Vom Klappentext her könnte man meinen, es würde sich hier um eine Komödie handeln, doch dieses Buch ist so viel mehr. Dieser Geschichte wohnt ein feiner Zauber inne, ganz sacht, ganz leise. 

Annas Mutter Frieda leidet an fortgeschrittener Demenz. Sie möchte ihre Tochter noch einmal sehen, bevor sie ganz in die Vergessenheit abgleitet. So macht sich Anna - ungewollt mit dem Rest ihrer Familie - auf den Weg zu ihrer Mutter, die einen Gnadenhof für Pferde leitet. Dort erfährt sie von Friedas Krankheit, die sie vor 18 Jahren verlassen hat. Es bleibt nicht bei dem Besuch. Alle gemeinsam fahren sie nach Amrum und erleben dort eine unvergessliche gemeinsame Zeit, wie sie sich alle vorher nicht vorstellen konnten. 

Mit ganz großem Einfühlungsvermögen nähert sich Katharina Herzog dem Thema Demenz. Ein Thema unserer Zeit und doch mit sanfter Leichtigkeit geschrieben.  Es ist eine bezaubernde Geschichte und trotz des Themas ein Glücklichmachbuch. Die Geschichte wird aus der Sicht der Frauen Anna und Frieda und der Tochter Sophie erzählt. Von der ersten Zeile an sind mir alle Personen ans Herz gewachsen, auch Max, der trotz seiner wechselnden Freundinnen noch immer an Anna zu hängen scheint, seiner einzigen großen Liebe.

"Immer wieder im Sommer" - ein Buch, das man unbedingt auch zu anderen Jahreszeiten lesen sollte. Ein leises Buch mit einer starken Geschichte!




Broschierte Ausgabe
384 Seiten
Verlag: Rowohlt





Vielen Dank für diese wunderschöne Geschichte!

Dienstag, 26. September 2017

"Wie der Wind und das Meer" von Lilli Beck

Ein Stück deutscher Geschichte, mitreißend, sehr gefühlvoll, voller Hoffnung

Nichts ist ihm von seiner Familie geblieben außer einem Koffer mit Papieren und einem alten Topf. Ein Fliegerangriff hat dem elfjährigen Paul 1945 die ganze Familie genommen. Auf der Suche nach einem Unterschlupf begegnet ihm die zehnjährige Sarah, wie er ganz ohne Familie. Da Sarah Jüdin ist und seiner Schwester Rosalie unheimlich ähnlich sieht, beschließen die beiden, dass Sarah von Stund an die Identität seiner verstorbenen Schwester annimmt. 

Wie viele Kinder, die den Krieg auf grauenvolle Weise miterleben mussten, irren die beiden durch die Stadt und werden schließlich von einer Kinderbande aufgenommen. Sie müssen stehlen, um zu überleben. Sie werden von einer Frau aufgenommen, bei der sie nicht bleiben dürfen. Sie müssen im Waisenhaus leben und werden schließlich von einem freundlichen Ehepaar adoptiert. Niemand konnte zu dem Zeitpunkt ahnen, dass Paul und Sarah einmal mehr füreinander empfinden würden, als nur Freundschaft und Zuneigung.

"Wie der Wind und das Meer" - ein emotionales Drama mit unvergesslichen Protagonisten. Dieser Roman ist sehr intensiv, sehr berührend. Vor meinen Augen lief ein Film ab. Wie Paul und Sarah sich finden, wie sie sich durch das zerstörte München kämpfen, wie sie versuchen zu überleben und wie sie letztendlich ganz anders zueinander finden, als gedacht. Das Drama, dass es kein Zurück gibt aus der Lüge, Geschwister zu sein. Die damaligen Umstände machten es unmöglich. Heimliche Zuneigung, eine verbotene Liebe. 

Sarah geht nach Berlin, um Synchronsprecherin zu werden. Die Entfernung zu Paul und München soll eine Trennung einfacher machen, doch die beiden können aneinander nicht vergessen.

"Wie der Wind und das Meer" - eine Geschichte, voller Liebe geschrieben. Eine Geschichte, die mich in das Nachkriegsdeutschland entführt, in das zerbombte München, aber auch in das München der Wirtschaftswunderjahre bis in das Jahr 1989 hinaus. Ein Stück deutscher Geschichte, mitreißend, sehr gefühlvoll, voller Hoffnung. Es ist eine Geschichte, die den Leser beschäftigt, den Leser nachdenken lässt und vor allen Dingen mit einem Ende, das ich so nicht erwartet hätte.

Unbedingte Leseempfehlung!



Broschierte Ausgabe (Leseexemplar)
512 Seiten
Verlag: Blanvalet



Herzlichen Dank an Lilli Beck
für diese wunderbare Geschichte!

Herzlichen Dank an das Verlagsteam
für das Zurverfügungstellen des Buches!



Sonntag, 17. September 2017

"Exit West" von Mohsin Hamid

Die Türen in ein neues Leben

Ein Land, dessen Namen man nicht erfährt. Ein Land, das auf einen Bürgerkrieg zusteuert. Zwei junge Menschen, die sich ineinander verlieben,  obwohl sie ganz unterschiedlich leben. Die beiden jungen Menschen sind Nadia und Saeed. Nadia lebt in ihrer eigenen kleinen Wohnung. Sie ist frei und unabhängig, doch der Preis für ihre Freiheit ist der, dass sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie hat. Nadia trägt über ihrer Jeans und ihrem Shirt ein schwarzes Gewand, aber nur, weil es sie vor anderen Männern schützen soll. Saeed lebt noch bei seinen Eltern. Er betet viel und regelmäßig.

Der Krieg nimmt Saeed die Mutter. Nadia zieht zu Saeed und seinem Vater, weil sie dort sicherer ist. Die beiden jungen Menschen planen die Flucht, denn da sind diese Türen, von denen die anderen sprechen. Türen in die Freiheit, Türen in ein besseres Leben. Nadia und Saeed wagen den großen Schritt. Ihre Stationen werden Mykonos, London und schließlich das ferne Amerika sein. 

"Exit West" - ein Buch mit einem äußerst aktuellen Thema, Flucht und Migration. Die Flucht selbst wird kaum beschrieben. Es sind lediglich Türen, durch die man hindurchgeht in eine andere Welt. Es geht ums Loslassen, Zurücklassen und ums Ankommen. Ankommen in der Freiheit. Ankommen in einer ihnen völlig fremden Welt.

In London findet das Paar Unterschlupf in einem besetzten Haus, doch die Einheimischen protestieren gegen immer mehr Migranten. Hass und Gewalt schlägt ihnen entgegen. Schließlich landen sie in Amerika. So viel haben die beiden miteinander erlebt, so viel Zeit haben sie miteinander verbracht und doch sind sie sich fremd geworden. Saeed wendet sich immer mehr dem Gebet zu, während Nadia endlich frei ist und doch nicht auf ihr schwarzes Gewand verzichten wird. 

"Exit West" - der Leser wird ganz offen mit dem Grauen eines Bürgerkrieges konfrontiert. Bomben fallen, Häuser und Existenzen werden ausgelöscht, Menschen geköpft und aufgehängt.

Trotz aller Gewalttätigkeit ist dieses Buch sehr poetisch geschrieben. Das widerspricht sich? Man muss dieses Buch wahrscheinlich erst lesen um zu verstehen, was ich damit ausdrücken möchte. Es ist ein sehr intensives Buch, das einen Leser wie mich aber auch etwas ratlos zurück lässt. Warum gibt Nadia ihre Verschleierung nicht auf? Diese junge Frau, die doch immer nach Freiheit gestrebt hat, die in der Heimat eine eigene Wohnung, die sogar Sex vor der Ehe hatte! Wieso tut sie das? Und wieso wendet sich Saeed immer mehr mit der Religion zu? Weil sie beide entwurzelt sind? Weil die Religion, der schwarze Umhang ein Stück Heimat bedeuten? Eine Lösung bietet das Ende der Geschichte nicht.  

Im Buch geht es übrigens nicht nur um die beiden jungen Menschen. Immer wieder werden kleine Begebenheiten von anderen Menschen von diesem Erdball mit eingeflochten. Menschen, die auch durch eine Tür gehen, die eine Entscheidung getroffen haben, ohne zu wissen, was dann passiert. 

"Exit West" - eine berührende Erzählung über entwurzelte Menschen, die durch Türen gehen, die in der Ferne einen Neuanfang suchen. Sehr lesenswert!





Gebundene Ausgabe
223 Seiten
Verlag: DUMONT





Herzlichen Dank an das Verlagsteam
für dieses Überraschungsbuch!




Freitag, 15. September 2017

"Die Spuren meiner Mutter" von Jodi Picoult

Der erste Roman der Autorin, der mich nicht überzeugen konnte

Die dreizehnjährige Jenna sucht ihre Mutter. Vor 10 Jahren ist diese spurlos verschwunden. Jenna wächst bei ihrer Großmutter auf, denn ihr Vater Thomas lebt in einem Heim. Ihre Eltern hatten sich einst in Afrika kennen gelernt, so Alice Metcalf, Jennas Mutter, die Trauer von Elefanten erforscht hat. Als Alice zurückkehrt nach Amerika, betreut sie zusammen mit Thomas ein Elefantenreservat in New Hampshire. Eines Tages kommt eine Tierpflegerin ums Leben und Alice verschwindet. Hat Alice damals tatsächlich ihre kleine Tochter allein zurück gelassen? 

Jenna will den Fall noch einmal aufrollen. Sie hört von dem Medium Serenity, die einst eine erfolgreiche Wahrsager-Show im TV hatte - bis sie sich einmal vertan hat. Jenna fragt diese, ob sie ihr in ihrem Fall helfen könne. Auch der Privatdetektiv Virgil kommt mit ins Spiel. Er war damals an dem Fall beteiligt, ist heute aber ein menschliches Wrack und dem Alkohol verfallen. Zusammen versuchen sie den Fall zu klären und erleben dabei die eine und andere Überraschung. 

Wer wie ich schon einige Romane von Jodi Picoult gelesen hat, wird auch gespannt auf dieses Buch gewesen sein, doch zum ersten Mal hat mich ihre Geschichte nicht gepackt. Wie immer in ihren Büchern, lässt die Autorin die verschiedensten Akteure zu Wort kommen. Der Leser bildet sich so ständig eine andere Meinung. Beim Lesen erfährt man meistens ein großes Gefühls-Karussell. Zum ersten Mal ist mir das nicht passiert. Mehrfach ist es  mir so ergangen, dass ich einige Passagen einfach nur quer gelesen habe.

Die Geschichte liefert wertvolle Informationen zum Trauerverhalten von Elefanten, doch was zu viel  ist, ist zu viel. Ich habe so viele Informationen erhalten, dass ich das Gefühl hatte, ich würde ein Sachbuch über Elefanten lesen. 

Vielleicht ist es auch nicht meine Geschichte, weil es zum Ende hin immer mystischer wird. Mystik und Geister sind nicht mein Fall, obwohl Jodi Picoults Roman "Zeit der Gespenster" auch von Geistern handelt. Er war aber dennoch komplett anders. 

"Die Spuren meiner Mutter" - leider nicht das, was ich mir erhofft hatte. Eine Geschichte, die mich nicht überzeugt hat. 



Gebundene Ausgabe
512 Seiten
Verlag: C.Bertelsmann





Herzlichen Dank an das Verlagsteam,
dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!


Donnerstag, 14. September 2017

"Du + ich = Liebe" von Heike Wanner

Eine großartige Geschichte über das Anderssein!

Ben ist seit einem Unfall querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Am liebsten vergräbt er sich in einem Buch, doch dann tritt die quirlige Nika in sein Leben und krempelt dieses gehörig um. Die beiden verlieben sich ineinander, es kommt zum ersten Kuss und auch schnell schon zu viel mehr – entgegen aller Vorurteile und Einwände von Eltern und Mitschülern. Die beiden sind schon bald ein eingespieltes Team und beide merken, es ist die große Liebe, bis das Schicksal erneut zuschlägt.

„Du + ich = Liebe" - ein Jugendroman? Oh, nein! Diese Geschichte handelt zwar von zwei jungen Menschen, die auch noch zur Schule gehen, aber dieser Roman ist definitiv auch etwas für Erwachsene!

Ich war sehr neugierig, aber auch sehr gespannt, als ich von der Autorin gefragt wurde, ob ich das Buch lange vor dem eigentlichen Erscheinungstermin lesen könnte. Da ich schon einige ihrer Romane gelesen habe, habe ich sofort zugesagt, doch dieser Roman hier ist ganz anders als das, was sie bisher geschrieben hat.

Sie greift in diesem Roman das Thema „Anderssein“ auf und „Liebe zwischen einem behinderten und einem nichtbehinderten Menschen“. Nicht nur das Liebhaben, sondern auch die körperliche Liebe. Heike Wanner setzt dieses Thema sehr geschickt und gekonnt um. Wer hat nicht schon mal Menschen erleben müssen, die sich fragen ob „das“ sein muss?

Sehr viel Lebensgefühl fließt in diese Geschichte mit ein. Es ist eine mitreißende Geschichte, ein ganz wunderbarer Roman. Ich habe die Personen sofort ins Herz geschlossen, nicht nur Nika und Ben. Ich hatte Verständnis für Bens Mutter, die vor Fürsorge immer fast umkommt. Wer kann es ihr verdenken? Schließlich möchte sie nur das Beste für ihren Sohn, der durch ein böses Schicksal für immer an den Rollstuhl gefesselt sein wird. Lächeln musste ich immer, wenn Bens Vater ins Spiel kam. Er, der alles viel gelassener sieht und viel schneller verstehen kann, dass der Sohn erwachsen geworden ist und auch ein unabhängiges Leben führen möchte. Dann Nika selbst, diese lustige, aufgeschlossene Person, die man einfach mögen muss und die doch für ihr Alter und bedingt durch den frühen Tod und der Depression ihrer Mutter, viel zu schnell erwachsen werden musste. Verständnis auch für die Mutter, die den Tod des Ehemannes nicht überwinden kann und dann erneut mit dem Schicksal konfrontiert wird.

Heike Wanner hat hier einen Roman geschrieben, der berührt, der nachdenklich macht, der einen den Atem anhalten und doch auch glücklich seufzen lässt. Ein mitreißender Stil, eine warmherzig erzählte Liebesgeschichte zweier junger Menschen und ein ganz besonderes Thema. Kurzum: Wunderbar! Unbedingt lesen!





eBook
346 Seiten
Verlag: Edel Elements





Herzlichen Dank an Heike Wanner
für diese außergewöhnliche Geschichte!

Und herzlichen Dank an Mandy-Victoria Kramer
von Edel Elements, dass ich dieses wunderbare Buch lesen
und vorstellen durfte und auch dafür, dass du mir
meine Rezi noch einmal geschickt hast, die irgendwo im Datendschungel verschwunden ist.