Samstag, 11. Juli 2026

"All die Farben, all das Licht" von Cora Wucherer

Eine einfühlsame Geschichte über Geschwisterliebe, Ängste, Hoffnung und das Bedürfnis, gesehen zu werden 

Der Roman „All die Farben, all das Licht“ von Cora Wucherer erzählt die berührende Geschichte der Schwestern Juna und Martha, die gemeinsam mit ihrem verwitweten Vater in einer kleinen, beengten Wohnung leben. Obwohl sie sich ein Zimmer teilen, könnten ihre inneren Welten kaum unterschiedlicher sein.

Juna ist 17 Jahre alt und lebt mit der Usher-Krankheit – einer fortschreitenden Einschränkung von Gehör und Sehvermögen. Ihr größter Traum ist es, Malerin zu werden, doch dieser scheint mit jeder Verschlechterung ihrer Sinne unerreichbarer. Martha hingegen steht oft im Schatten ihrer Schwester. Sie fühlt sich übersehen, als würde sich alles nur um Juna drehen.

Als Juna den Wunsch äußert, nach Malmö zu reisen, um das Werk ihrer Lieblingskünstlerin ein einziges Mal mit eigenen Augen zu sehen, fasst Martha einen mutigen Entschluss: Sie will ihrer Schwester diesen Traum erfüllen. Es beginnt eine ungewöhnliche Reise – voller Herausforderungen, Abenteuer und emotionaler Momente. Vor allem aber wird es eine Reise, die die beiden Schwestern einander näherbringt.

Cora Wucherer gelingt eine einfühlsame Geschichte über Geschwisterliebe, Ängste, Hoffnung und das Bedürfnis, gesehen zu werden – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Figuren sind authentisch und nahbar, sodass man ihre Gefühle intensiv miterlebt.

Ein bewegender Roman für Leserinnen und Leser jeden Alters, der lange nachhallt.




Herzlichen Dank an das Team von Klett-Cotta und NetGalley, 
dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!





Donnerstag, 9. Juli 2026

"Tage am Fluss" von Jochen Mariss

Eine Fähre, zwei Seelen und die Kraft der Natur

Sarah Harmsen führt als Fährfrau ein bescheidenes Leben. In ihrem abgelegenen Haus am Fluss lebt sie zusammen mit ihrer Hündin Luna, drei Schafen und sieben Hühnern – im Einklang mit der Natur und fernab vom hektischen Alltag.

Doch Sarah ist den Anfeindungen des Dorfes ausgesetzt. Eine Fähre sei nicht mehr zeitgemäß, stattdessen soll eine Brücke gebaut werden. Dafür benötigt man allerdings ihr Grundstück, den "Grünen Mond".

Bei einer ihrer letzten Tagesüberfahrten, steigt ein junger Mann zu ihr auf die Fähre: Leon, Umweltschützer und Baumbesetzer, der eine Kopfverletzung hat. Sarah nimmt ihn mit zu sich und versorgt ihn. Eigentlich soll er am nächsten Tag wieder verschwinden, doch Leon bleibt. Und Sarah lässt es zu. Schon bald hilft er bereitwillig bei der täglichen Arbeit mit.

Zwei besondere Menschen, die sich um die Natur sorgen und sich für ihren Schutz einsetzen.

"Tage am Fluss" ist eine Geschichte, die leise daherkommt und dennoch eine große Intensität entfaltet. Der Roman stellt das Thema Umwelt in den Mittelpunkt, ohne jemals belehrend zu wirken. Gleichzeitig erzählt er von zwei Menschen, die ihre eigenen Geschichten und Geheimnisse mit sich tragen, sich langsam öffnen und schließlich einen neuen Platz im Leben finden.

Wunderbar geschrieben, leise und berührend – eine Geschichte, die lange nachhallt und zum Nachdenken anregt.





„Danke an @NetGalleyDE und @KIWI für das Rezensionsexemplar!“

#TageamFluss #NetGalleyDE

Sonntag, 28. Juni 2026

"Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson

Heilung zwischen uralten Eichen

Die 33-jährige Biologin Eva hat einen schweren persönlichen Verlust erlitten, den sie nicht verarbeiten kann. Kurzerhand nimmt sie einen Job weit weg von ihrem bisherigen Leben an – und auch fern von ihrem Lebensgefährten Eirik. Ohne vorher mit ihm zu sprechen, fährt sie einfach los.

In den tiefen Eichenwäldern Norwegens soll Eva ein bestimmtes Gebiet kartieren und dabei möglichst den seltenen und gefährdeten Eremitenkäfer nachweisen.

Dort begegnet sie ihrer zunächst etwas schrullig und abweisend wirkenden Nachbarin Olga. Nach und nach kommen sich die beiden Frauen näher und entwickeln eine enge Freundschaft. So unterschiedlich sie auch sind – sie verbindet derselbe schmerzliche Verlust. Außerdem trägt Olgas Familie ein lange gehütetes Geheimnis mit sich.

Mit der Zeit wird die Verbindung zwischen den beiden Frauen immer stärker. Auch die Kraft der Natur hilft Eva dabei, langsam wieder ins Leben zurückzufinden. Sie schöpft neue Hoffnung und wünscht sich, dass Eirik ihr den plötzlichen Weggang verzeihen kann.

Der Einsiedlersommer ist ein sehr leiser, tiefgründiger und naturverbundener Roman. Anne Sverdrup-Thygeson schreibt einfühlsam und schafft eine besondere Atmosphäre. Für meinen persönlichen Geschmack waren die Naturbeschreibungen stellenweise jedoch etwas zu ausführlich, wodurch sich die Handlung gelegentlich etwas gezogen hat. Insgesamt ist es dennoch ein berührendes Buch über Verlust, Freundschaft, Heilung und die Kraft der Natur.






Herzlichen Dank an die Teams von Vorablesen.de und dtv, dass ich dieses Buch lesen und vorstellen durfte!

Sonntag, 7. Juni 2026

"Willkommen im kleinen Ostseehotel - Frühlingsgefühle" von Evelyn Kühne

Frühlingsgefühle an der Ostsee – Ein zauberhafter Wohlfühlroman

Elsa arbeitet als Rezeptionistin in einem Hotel in Stuttgart. Doch ihre Asthmaerkrankung macht ihr das Leben in der Großstadt zunehmend schwer. Da kommt das Stellenangebot als Hotelleiterin in Ahrenshoop an der Ostsee wie gerufen. Allerdings gibt es Konkurrenz: Manuel scheint mit seinen Qualifikationen der perfekte Kandidat für die Stelle zu sein. Beide werden schließlich zu einer Probearbeit eingeladen.

Schon bei ihrer Ankunft verliebt sich Elsa in das Hotel Godewind, den idyllischen Ort Ahrenshoop und nicht zuletzt in Fiete. Doch im Hotel geschehen seltsame Dinge – und die Frage ist: Wer steckt dahinter?

Mit „Willkommen im kleinen Ostseehotel – Frühlingsgefühle“ entführt Evelyn Kühne ihre Leserinnen und Leser erneut an die wunderschöne Ostsee Mecklenburg-Vorpommerns. Wer die Region bereits kennt, wird sich sofort heimisch fühlen. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, gemeinsam mit den Protagonisten durch die malerischen Straßen von Ahrenshoop zu spazieren.

Der Roman überzeugt mit sympathischen Figuren, einer spannenden Handlung und einem wunderbaren Wohlfühl-Ambiente. Ein gelungener zweiter Band, der Lust auf mehr macht und perfekte Lesestunden für alle Fans von Ostseeromanen bietet.




Donnerstag, 4. Juni 2026

"Mirabellentage" von Martina Bogdan


"Mirabellentage" – leider nicht mein Buch

Dorfpfarrer Josef stirbt plötzlich und unerwartet. Seine Haushälterin Anna macht sich große Sorgen, was nun aus ihr werden soll. Da steht auch schon sein Nachfolger vor der Tür: ein junger Pfarrer, der aus Friesland stammt und direkt aus Rom kommt.

Anna hat noch einen letzten Wunsch von Josef zu erfüllen. Er möchte nicht neben seiner Mutter begraben werden. Stattdessen soll seine Asche ins Meer gestreut werden. Doch Blumfeld, der fiktive Handlungsort, liegt in Franken und Anna ist seit ihrer Führerscheinprüfung nie wieder Auto gefahren.

Die Beschreibung des Buches hat mich neugierig gemacht, doch die Geschichte konnte mich leider nicht abholen. Flirrende Hitze, heiße Sommertage sowie der Geschmack und Duft von Mirabellen werden zwar in der Werbung hervorgehoben, spielen im Roman jedoch nur eine Nebenrolle.

Haushälterin Anna ist erst 54 Jahre alt. Beim Lesen hatte ich jedoch stets das Bild einer deutlich älteren Frau vor Augen. Welche 54-Jährige agiert im Jahr 2010 so wie Anna? Auf mich wirkte sie altbacken und wenig lebendig.

Zudem erzählt Anna bei nahezu jeder Begegnung im Dorf eine Geschichte über die betreffende Person. Diese zahlreichen Abschweifungen nehmen meiner Meinung nach zu viel Raum ein.

Auch die Figur des friesischen Pfarrers konnte mich nicht überzeugen. Dass er offensichtlich nur Friesisch spricht und ihn niemand versteht, erscheint mir für das Jahr 2010 wenig glaubwürdig. Ebenso wirkt es befremdlich, dass er statt einer echten Predigt ein italienisches Rezept vorträgt. Für mich passt das nicht zu den Themen Abschied, Loslassen und Neuanfang, die der Roman eigentlich behandeln möchte.

Den vielen positiven Rezensionen nach zu urteilen, hat das Buch dennoch zahlreiche Leserinnen und Leser begeistert. Auch wenn mich die Geschichte aufgrund der vielen Ungereimtheiten nicht überzeugen konnte, wünsche ich dem Roman weiterhin viel Erfolg und seinen Fans schöne Lesestunden.




Mittwoch, 3. Juni 2026

"Atlas Obscura" von Joshua Foer, Dylan Thuras und Ella Morton

Eine Welt voller Wunder - zum Staunen, Blättern und Entdecken

Atlas Obscura ist kein Atlas im klassischen Sinne – und genau das macht seinen Reiz aus. Dieses außergewöhnliche Buch lädt nicht dazu ein, es in einem Rutsch durchzulesen. Vielmehr ist es ein Werk, das man immer wieder zur Hand nimmt, um darin zu stöbern, zu staunen und Neues zu entdecken.

Auf jeder Seite begegnet man Orten, Geschichten und Fakten, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte. Manche sind skurril, manche geheimnisvoll, andere einfach nur wunderschön oder überraschend. Die Mischung aus faszinierenden Texten und eindrucksvollen Bildern macht das Blättern zu einem Erlebnis, das immer wieder Lust auf mehr weckt.

Besonders gefällt mir, dass das Buch nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Neugier entfacht. Man merkt schnell, wie groß und wunderbar eigenartig die Welt ist – und wie viel es jenseits der bekannten Sehenswürdigkeiten zu entdecken gibt.

Durch seine hochwertige Gestaltung und die Fülle an ungewöhnlichen Inhalten eignet sich Atlas Obscura außerdem hervorragend als Geschenk. Es ist eines dieser Bücher, das man gern auf dem Wohnzimmertisch liegen lässt, weil jeder, der es aufschlägt, sofort darin versinkt.

Ein inspirierender, außergewöhnlicher Atlas, der den Blick auf die Welt erweitert und zum Träumen einlädt.







"Fit und schlank mit Hula Hoop" von Corinna Loroff

Bewegung, die Spaß macht

"Fit und schlank mit Hula Hoop" zeigt, dass man den Reifen nicht zwingend um die Körpermitte kreisen lassen muss, um effektiv zu trainieren. Die zahlreichen Übungen sprechen den ganzen Körper an, sind abwechslungsreich und lassen sich problemlos zu Hause nachmachen. Besonders gefällt mir, dass viele Workouts ohne rotierenden Reifen funktionieren – ideal für alle, die körperliche Einschränkungen haben oder sich langsam herantasten möchten.

Die Übungen machen Spaß, sind leicht verständlich erklärt und überraschend wirkungsvoll. Für mich war das Buch ein echter Motivationsschub und eine wunderbare Möglichkeit, trotz Rückenproblemen weiter mit dem Hula Hoop zu trainieren.

Ein empfehlenswertes Buch für alle, die Freude an Bewegung haben – egal ob Anfänger, Wiedereinsteiger oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen.




"Sauerteig. Gutes Brot backen" von Casper André Lugg und Martin Ivar Hveem Fjeld

Perfekter Einstieg in die Welt des Sauerteigs

Wer sein Brot gerne selbst backen möchte, findet in diesem Buch einen gelungenen Einstieg in die Welt des Sauerteigs. Schon beim ersten selbst gebackenen Brot merkt man den Unterschied zu industriell hergestellten Backwaren deutlich - Geschmack, Aroma und Kruste überzeugen auf ganzer Linie.

Die Autoren erklären verständlich und Schritt für Schritt, wie man einen eigenen Sauerteig ansetzt und pflegt. Auch Anfänger werden dabei sicher durch den Prozess geführt. Ist der Sauerteig erst einmal gelungen, eröffnet das Buch eine Vielzahl an Möglichkeiten für köstliche Brote und andere Backwaren.

Besonders hervorzuheben sind die hochwertigen Fotos, die nicht nur die Rezepte anschaulich begleiten, sondern auch sofort Lust aufs Nachbacken machen. Die klar strukturierten Anleitungen und die große Auswahl an abwechslungsreichen Rezepten runden das Gesamtbild ab.

Ein empfehlenswertes Backbuch für alle, die die Kunst des Sauerteigbackens erlernen oder ihre Kenntnisse erweitern wollen. 




Donnerstag, 28. Mai 2026

"Au revoir und tschüss" von Gudrun Lochte

Wenn das Leben plötzlich nach Frankreich ruft

Die 46-jährige Caro ist gefrustet. Ihre Ehe mit Holger ist festgefahren, Liebe spürt sie schon lange nicht mehr. Die beiden Söhne sind inzwischen erwachsen – Zeit für einen Neuanfang? Zumindest Zeit für Veränderungen.

Caro liebt Südfrankreich und bucht kurzerhand einen vierwöchigen Sprachkurs in Uzès. Dort trifft eine bunt zusammengewürfelte Gruppe aufeinander, die sich sofort sympathisch ist. Und dann ist da auch noch Sprachlehrer Armand, der für einiges Kribbeln in Caros Bauch sorgt.

Für die wirkliche Veränderung in Caros Leben sorgt jedoch das ältere Ehepaar Gustave und Camille, die gemeinsam eine kleine Gewürzmühle betreiben.

Als Leser begleitet man Caro dabei, wie sie Schritt für Schritt aus ihrer inzwischen lieblosen Ehe ausbricht. Südfrankreich lässt nicht nur sie aufblühen, sondern verzaubert auch die Leserinnen und Leser.

Wer kann schon dem Duft frischer Croissants, Pain au chocolat und Lavendel widerstehen? Dazu die Farben und Gerüche des Sommers, französische Musik sowie gemütliche Abende mit gutem Essen und Wein auf dem Dorfplatz – da werden Sehnsüchte geweckt.

Ein wunderbarer Sommerroman, der einen am liebsten sofort die Koffer packen und nach Südfrankreich reisen lassen möchte. Sommerliche Leichtigkeit mit Tiefgang – eine absolute Leseempfehlung!





Herzlichen Dank an das Team von Vorablesen, 
dass ich dieses wunderbare Buch lesen und vorstellen durfte!

Sonntag, 24. Mai 2026

"The Artist: Die Farben des Lichts" von Lucy Steeds

Ein Sommer voller Farben und Geheimnisse. Ein Roman wie ein Gemälde

Die Provence im Jahr 1929: flirrende Hitze, leuchtende Farben, betörende Düfte und ein abgelegenes altes Bauernhaus. Hier trifft Joseph Adelaide, ein junger Journalist, ein. Kurz zuvor erhielt er einen Brief des berühmten Malers Edouard Tartuffe mit den Worten: "Venez. Kommen Sie."

Joseph bekommt die einmalige Gelegenheit, das lang ersehnte Interview mit dem gefeierten Künstler zu führen. Doch Tartuffe stellt eine Bedingung: Joseph muss ihm Modell sitzen.

Tartuffe ist ein besessener Maler, der sich selbst beinahe für eine Art Gott hält. Doch was wäre er ohne seine Nichte Etti? Etti kocht für ihn, umsorgt ihn, putzt, wäscht seine Pinsel und arrangiert die Speisen für seine Bilder. Doch wer ist Etti wirklich?

Als Leser wird man selbst zum Besucher dieses abgelegenen Bauernhauses – Gast und zugleich Zeuge beim Entstehen der Kunstwerke. Man spürt die Hitze des Sommers, das Flirren der Luft und schmeckt beinahe die reifen Pfirsiche. Gleichzeitig erlebt man Tartuffes Genialität, aber auch seinen Zorn und seine Unberechenbarkeit.

Ebenso eindrucksvoll beschreibt Lucy Steeds die zarten Bande der Verliebtheit zwischen Etti und Joseph – und die ständige Angst, entdeckt zu werden.

Zwei junge Menschen, geprägt von den Traumata des Ersten Weltkriegs und dennoch voller Träume und Hoffnung.

Lucy Steeds hat mit diesem Roman ein Werk geschaffen, das den Leser tief in die Welt der Kunst hineinzieht. Ihr ist ein echtes Meisterwerk gelungen. Selten habe ich einen so rundum gelungenen Roman gelesen.





Herzlichen Dank an die Teams von @dtv und @NetGalley, dass ich diesen wunderbaren Roman lesen und vorstellen durfte!


#TheArtist #NetGalleyDE!











Sonntag, 17. Mai 2026

"Der Sommer der Inseltöchter" von Micaela Jary

Zwischen Meer, Pflicht und großer Liebe

"Der Sommer der Inseltöchter" erzählt die Geschichte der Sylter Großfamilie Lassen im Jahr 1843. Merret und Per bewirtschaften gemeinsam ihren Hof, auf dem alle Kinder tatkräftig mithelfen müssen. Per, einst Seemann, hat aus Liebe zu seiner Frau die Seefahrt aufgegeben.

Als sich der Besuch des dänischen Königs auf der Insel ankündigt, hofft Merret auf gute Verbindungen für ihre Töchter, doch die jungen Frauen haben ihren eigenen Kopf und ihre ganz eigenen Träume.

Micaela Jary gelingt es wunderbar, das Leben auf Sylt und Föhr im 19. Jahrhundert lebendig werden zu lassen. Sylt war damals noch eher unbedeutend, während Föhr als Ziel der Sommerfrischler galt. Das Leben der Menschen war hart: Während die Männer zur See fuhren und oft nicht zurückkehrten, kümmerten sich die Frauen um Haus, Hof und Familie.

Besonders eindrucksvoll sind Merrets Töchter – junge Frauen voller Wünsche und Sehnsüchte, denen im arbeitsreichen Alltag kaum Raum blieb. Trotz gesellschaftlicher Erwartungen und Vernunftehen glauben sie an die große Liebe.

Micaela Jary entführt uns mitten in diese Zeit. Wir werden zu Zuschauern und erleben mit, wie sich die jungen Frauen entwickeln, wie sie lieben und leiden. Man nimmt Anteil am Schicksal dieser Familie, die tatsächlich gelebt hat.

Spannend, einfühlsam und mitreißend geschrieben – ein Roman, den man kaum aus der Hand legen kann.






Herzlichen Dank, liebe Micaela, dass ich deinen Roman lesen und vorstellen durfte! Es war mir das reinste Vergnügen! 


Montag, 4. Mai 2026

"Die Briefträgerin" von Francesca Giannone

Zwischen Anpassung und Aufbruch - Eine Frau gegen ihre Zeit

Im Jahr 1934 zieht das frisch verheiratete Paar Carlo und Anna aus dem Norden Italiens in Carlos Heimatdorf Lizzanello im Süden. Für Anna ist dieser Neuanfang alles andere als leicht. Sie passt nicht in die konservative Dorfgemeinschaft – zu selbstständig, zu gebildet, zu anders. Während sie im Norden als Lehrerin gearbeitet hat, soll sie hier plötzlich nur die Rolle der Hausfrau erfüllen. Doch Anna ist nicht bereit, sich damit abzufinden.

Als der langjährige Briefträger stirbt, ergreift sie die Chance und bewirbt sich auf die Stelle – mit Erfolg. Doch auch mit dieser ungewöhnlichen Entscheidung bleibt sie für viele im Dorf die Fremde.

Der Roman basiert auf der Geschichte der Urgroßmutter der Autorin und erzählt von einer Frau, die ihrer Zeit voraus ist. Anna ist eine starke Persönlichkeit mit eigenen Überzeugungen, die sie mutig lebt – auch gegen Widerstände.

Es ist eine Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe und Verlust – über das Leben in all seinen Facetten. Man fiebert mit Anna mit, leidet und hofft mit ihr.

„Die Briefträgerin“ ist eine leise, unaufgeregte Erzählung – und gerade darin liegt ihre besondere Schönheit. Ein stilles, eindringliches Buch, das noch lange nachhallt.





Herzlichen Dank an das Team von btb und das Bloggerportal, dass ich dieses wunderbare Buch lesen und vorstellen durfte! 



#bloggerportal
#penguinrandomhouse
#btb

Freitag, 24. April 2026

Der Frühling ist da!

Der Frühling ist für mich nicht nur ein Wechsel der Jahreszeit – er verändert auch mein Lesen.

Im Winter ziehe ich mich gerne mit eher schweren, ruhigen Büchern zurück. Geschichten, die Zeit brauchen, die vielleicht auch ein wenig düster sind. Es passt zu den langen Abenden, zur Stille draußen, zum Gefühl, dass alles ein bisschen langsamer läuft. Doch kaum werden die Tage heller und die Luft milder, merke ich, wie sich auch meine Leselust verändert.

Plötzlich greife ich zu anderen Büchern. Leichter müssen sie nicht unbedingt sein, aber sie fühlen sich anders an. Offener vielleicht. Lebendiger. Geschichten, die draußen spielen, die von Aufbruch erzählen oder von kleinen Neuanfängen. Der Frühling bringt Bewegung – und genau das spiegelt sich auch in meinen Bücherstapeln wider.

Besonders stark ist dabei meine Sehnsucht nach dem Meer. Kaum scheint die Sonne ein wenig wärmer, wirken Romane, die an der Küste spielen, ganz anders auf mich. Ich lese sie nicht mehr nur – ich bin mittendrin. Ich rieche das Salz in der Luft, höre die Wellen und spüre fast den Sand unter den Füßen. Solche Bücher sind wie kleine Auszeiten, lange bevor der eigentliche Urlaub beginnt.

Und genau da frage ich mich: Wecken diese Geschichten eigentlich die Lust aufs Reisen – oder greife ich gerade deshalb zu ihnen, weil diese Sehnsucht ohnehin schon da ist?

Vielleicht ist es ein bisschen von beidem. Bücher können Fernweh verstärken, manchmal sogar erst auslösen. Sie zeigen Orte, die plötzlich vertraut wirken, obwohl man nie dort war. Und manchmal bleibt nach der letzten Seite nicht nur die Erinnerung an eine Geschichte, sondern auch der Wunsch, selbst dorthin zu fahren.

Für mich gehört das inzwischen fest zum Frühling dazu: dieses leise Kribbeln, diese Mischung aus Leselust und Reiselust. Und vielleicht ist genau das das Schönste an Büchern – dass sie uns nicht nur in andere Welten mitnehmen, sondern uns auch dazu bringen, die eigene mit neuen Augen zu sehen.

Wie ist das bei euch? Verändert sich euer Leseverhalten mit den Jahreszeiten? Und gibt es Bücher, die bei euch ganz besonders das Fernweh wecken?



(Das Bild wurde KI-generiert)















Sonntag, 19. April 2026

"Ich sehe was, was du nicht siehst - Wort trifft Kunst: Kurzgeschichten" von Elisabeth Hoffmann

Bilder sehen und Geschichten fühlen

Das Buch „Ich sehe was, was du nicht siehst – Wort trifft Kunst: Kurzgeschichten“ von Elisabeth Hoffmann basiert auf einer spannenden Idee aus einem Schreibworkshop. Ausgangspunkt sind zufällig ausgewählte Werke bekannter Künstler, zu denen die Autorin ihre ganz eigenen Gedanken entwickelt. Sie taucht in die Bilder ein, lässt ihrer Fantasie freien Lauf und verfasst Texte – losgelöst von der ursprünglichen Intention der Künstler.
Gerade dieses Konzept macht das Buch besonders reizvoll. 

Ich habe mir zunächst jedes Bild selbst angesehen und auf mich wirken lassen, bevor ich den dazugehörigen Text gelesen habe. Dabei entstanden im Kopf ganz eigene kleine Geschichten und Szenen. Es ist faszinierend zu erleben, wie unterschiedlich ein und dasselbe Bild interpretiert werden kann – und genau darin liegt ein großer Teil des Charmes dieses Buches.

Elisabeth Hoffmann greift in ihren Texten auch gesellschaftliche Themen auf und regt zum Nachdenken an. Gleichzeitig inspiriert sie dazu, selbst kreativ zu werden und das Konzept auszuprobieren. Es macht großen Spaß, sich darauf einzulassen und die eigene Fantasie spielen zu lassen.

Ein wirklich interessantes und anregendes Projekt – absolut empfehlenswert für alle, die Kunst und kreatives Schreiben lieben.






Herzlichen Dank an Elisabeth Hoffmann, dass ich das äußerst anregende Buch lesen und vorstellen durfte! 

Donnerstag, 16. April 2026

"Willkommen im kleinen Ostseehotel - Winterstürme" von Evelyn Kühne

Winterzauber, Liebe und Neuanfang an der Ostsee

Sophie arbeitet als Zimmermädchen im Ostseehotel Godewind in Ahrenshoop und fühlt sich dort rundum wohl. Die Arbeit macht ihr Freude, und das Hotel ist für sie ein vertrauter Ort geworden. Doch als die Hotelchefin erkrankt und deren Tochter die Leitung übernimmt, verändert sich plötzlich alles. Die Atmosphäre kippt, und Sophie spielt mit dem Gedanken, sich einen neuen Job zu suchen.

Gleichzeitig tritt Lars in ihr Leben – der Regisseur der diesjährigen Weihnachtsshow. Auf einmal spürt Sophie wieder dieses Kribbeln, die berühmten Schmetterlinge im Bauch. Dabei hatte sich die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern eigentlich vorgenommen, sich vorerst auf keinen Mann mehr einzulassen. Doch wie so oft im Leben kommt es anders als geplant.

Wer schon einmal auf dem Darß war, wird sich in diesem Roman sofort heimisch fühlen. Die Autorin fängt die besondere Stimmung der Ostsee wunderbar ein. "Willkommen im kleinen Ostseehotel – Winterstürme" ist ein echter Wohlfühlroman mit viel Herz, einer stimmungsvollen Kulisse und liebenswerten Charakteren.





Montag, 13. April 2026

"Meine Berge bist du" von Francesco Vidotto

Eine Liebeserklärung an das Leben und die Berge

Der Autor begegnet dem alten Guido Contin, genannt Cognac, der abgeschieden im kleinen Dorf Cadore in den Dolomiten lebt. In seinem einfachen Häuschen, gemeinsam mit seiner Katze Moglie, scheint er zufrieden mit dem Wenigen, das er besitzt. Doch hinter dieser stillen Existenz verbirgt sich ein Schatz: eine Mappe voller alter Briefe.

Diese Briefe wurden einst von Onesto an die Berggipfel geschrieben – poetische, leise Zeugnisse eines vergangenen Lebens. Sie erzählen kleine Geschichten aus dem Dorf, vom harten Alltag der Menschen, von Schicksalen, Krieg und Tod, aber auch von einer Liebe, die tief und grenzenlos ist.

Im Zentrum steht die Geschichte der Zwillingsbrüder Onesto und Santos: ihre Trennung und ihr späteres Wiederfinden. Beide lieben dieselbe Frau, Celeste. Onesto verzichtet, leidet und liebt im Stillen – aus Angst, seinen Bruder erneut zu verlieren. Seine Liebe ist eine leise, selbstlose, schmerzhafte Liebe.

Meine Berge bist du ist eine wunderschöne, sehr ruhige Geschichte. Sie wirkt wahrhaftig, getragen von der Authentizität der Briefe, voller Wärme und Melancholie. Ein Buch, das man nicht hastig liest, sondern fühlt. Ich hätte ewig weiterlesen können.




Sonntag, 5. April 2026

"Die an den Tod nicht glauben. Ein Fall für die Totenleserin" von Cleo Sternberg


Spannung, Atmosphäre und starke Figuren im historischen Berlin

Berlin im Jahr 1910: Perdita Menke, angehende Gerichtsmedizinerin und praktisch in der Welt der Obduktionen aufgewachsen, lässt ein Fall nicht los. Vor ihr liegt die Leiche einer jungen Frau, Mutter eines Säuglings – angeblich Selbstmord. Doch Perdita kommen schnell Zweifel. Während ihre männlichen Kollegen den Fall ohne großes Zögern zu den Akten legen wollen, spürt sie, dass etwas nicht stimmt. Als die Leiche plötzlich verschwindet, ist für sie endgültig klar: Hier steckt mehr dahinter.

Unterstützung findet sie unerwartet in dem angehenden Kriminalbeamten Dieter Schultz. Gemeinsam beginnen sie zu ermitteln – und stoßen dabei auch auf den charismatischen Bestatter Charon Czerny. Welche Rolle spielt er in diesem mysteriösen Fall?

Cleo Sternberg entführt ihre Leserinnen und Leser eindrucksvoll in das Berlin der frühen 1910er-Jahre. Besonders lebendig wird die Atmosphäre rund um das „Schwarze Ferkel“, eine zwielichtige Kaschemme, in der sich die unterschiedlichsten Gestalten begegnen. Man spürt die Düsternis der Zeit, aber auch die Verzweiflung, den Lebenshunger und eine gewisse rohe Energie. Selbst die Liebe findet ihren Platz in dieser rauen Welt.

Der Roman ist durchweg spannend und fesselnd – einmal begonnen, fällt es schwer, ihn aus der Hand zu legen. Die Mischung aus historischem Setting, starken Figuren und einem packenden Kriminalfall überzeugt auf ganzer Linie.

Bleibt nur eine Frage, die sich wohl viele Leserinnen und Leser stellen: Wann erscheint der nächste Fall?






Freitag, 3. April 2026

"Ein Sommer auf Malta" von Marlies Ferber

Sommer, Sehnsucht und zweite Chancen auf Malta

Nach einer gescheiterten Beziehung wagt Linda einen Neuanfang und reist nach Malta, wo sie als Sprachlehrerin arbeiten möchte. Bereits im Flugzeug begegnet sie Clive, einem charmanten Scheidungsanwalt – ein Beruf, der so gar nicht zu Lindas romantischem Weltbild passt. Dennoch verstehen sich die beiden auf Anhieb. Was Linda jedoch nicht weiß: Clive hat für gemeinsame Freunde einen Ehevertrag aufgesetzt – ein Thema, das ihre Vorstellungen von Liebe stark auf die Probe stellen könnte.

Auf Malta angekommen, findet Linda schnell Anschluss. Besonders zu ihrem Schüler Nico entwickelt sie eine enge Verbindung. Mit ihm verbringt sie unbeschwerte Tage voller Leichtigkeit und Lebensfreude. Doch trotz dieser neuen Nähe, bleibt Clive in ihren Gedanken präsent.

Als plötzlich Lindas Ex-Freund David auftaucht und um eine zweite Chance bittet, gerät ihr Leben erneut durcheinander. Kann und sollte sie ihm noch einmal vertrauen? Oder ist es Zeit, endgültig nach vorne zu blicken?

Der Roman überzeugt durch eine warme, sommerliche Atmosphäre und nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise durch das malerische Malta – mit seinen engen Gassen, kulinarischen Genüssen und dem strahlenden Licht des Mittelmeers. Marlies Ferber gelingt es, die Kulisse so lebendig zu schildern, dass man sich fühlt, als wäre man selbst vor Ort.

„Ein Sommer auf Malta“ ist eine leichte, gefühlvolle Lektüre über Liebe, Neuanfänge und die Frage, was wirklich zählt im Leben. Gerade in unsicheren Zeiten bietet dieser Roman eine wohltuende Auszeit – perfekt zum Abschalten und Träumen.






Herzlichen Dank an Marlies Ferber und das Verlagsteam, dass ich den Roman lesen und vorstellen durfte! Es war mir ein Vergnügen. 

Samstag, 28. März 2026

"Der Buchhändler von Gaza" von Rachid Benzine

Zwischen Krieg und Hoffnung: Die Stille Kraft der Geschichten

Der Fotograf Julien bittet Nabil al Jaber, ein Foto von ihm machen zu dürfen. Nabil ist Buchhändler – allerdings ein ganz besonderer: Er verkauft seine Bücher nicht, sondern verschenkt sie. Für jeden Menschen, ob groß oder klein, findet er die passende Geschichte.

Zwischen den beiden entwickelt sich schnell ein Gespräch. Doch bevor Nabil beginnt, seine eigene Geschichte zu erzählen, bereitet er Tee zu. Über mehrere Tage hinweg treffen sie sich immer wieder, und jedes ihrer Gespräche beginnt mit diesem kleinen Ritual.

Nach und nach lernt auch der Leser Nabils tragische Vergangenheit kennen – eine Geschichte von Krieg und Vertreibung, vom Tod Unschuldiger und dem Verlust ganzer Familien. Und dennoch ist sie immer wieder von Hoffnung durchzogen: der Hoffnung auf Frieden und auf ein besseres Leben.

Dieses Buch stimmt tief nachdenklich. Es macht traurig, zeigt aber zugleich, wie wichtig es ist, die Hoffnung nie aufzugeben.

Trotz der schweren Themen ist die Sprache bemerkenswert poetisch. Der Autor nutzt die Kraft der Worte auf eindrucksvolle Weise. Immer wieder wird spürbar, mit wie viel Liebe der Buchhändler handelt – und wie er damit die Welt um sich herum ein kleines Stück besser macht.

Unbedingt lesen – diese Geschichte ist ein kleines Juwel.






Ganz herzlichen Dank an den PIPER-Verlag und an NetGalley, dass ich diese wunderbare Geschichte lesen und vorstellen durfte!




#NetGalley
#PIPER

Freitag, 13. März 2026

"Ein Fall für Fuchs & Haas: Fischland-Sühne"

Tödliches Geheimnis in Ahrenshoop 

Die Ahrenshooper Künstlerin Ertmute Hoff wird brutal ermordet aufgefunden, ihre Bilder sind zerstört. Dabei sollte nur einen Tag später ihre Ausstellung eröffnet werden – und sie wollte dabei ein brisantes Geheimnis enthüllen. Doch dazu kommt es nicht mehr.

Die Ermittler Fuchs und Haas nehmen in gewohnt ruhiger, aber beharrlicher Art die Ermittlungen auf. Schnell zeigt sich jedoch, dass die Menschen aus dem Umfeld der Künstlerin nicht bereit sind zu reden. Schweigen, Ausweichen und versteckte Wahrheiten erschweren die Suche nach dem Täter.

Nach und nach kommen überraschende Details ans Licht, die das Bild der scheinbar idyllischen Ostseeküste in einem anderen Licht erscheinen lassen. Stück für Stück setzen sich die Puzzleteile zusammen – bis schließlich klar wird, wer hinter der Tat steckt und welches Motiv dahinter verborgen liegt.

„Fischland-Sühne“ ist ein spannender Ostsee-Krimi, der von der ersten Seite an fesselt. Die atmosphärische Kulisse, interessante Figuren und unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt.





Mittwoch, 4. März 2026

"Zwei in einem Bild" von Morgan Pager

Wenn Kunst lebendig wird - Eine Liebe zwischen Leinwand und Wirklichkeit

Was für eine außergewöhnliche Geschichte! Der Roman "Zwei in einem Bild" von Morgan Pager entführt die Leserinnen und Leser in ein kleines Museum, das einer Stiftung gehört und zahlreiche Werke berühmter Künstler beherbergt. Eines dieser Gemälde stammt von Henri Matisse und zeigt seinen Sohn Jean, vertieft in ein Buch.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Claire, die zur Putzkolonne des Museums gehört. Nacht für Nacht reinigt sie die stillen Räume – und entwickelt dabei eine besondere Faszination für genau dieses eine Bild. In der nächtlichen Stille scheint es ihr, als würden sich die Figuren auf den Gemälden bewegen. Ein Gedanke, der zunächst wie reine Fantasie wirkt.

Doch dann geschieht das Unfassbare: Claire erkennt, dass ihre Wahrnehmung Wirklichkeit ist. Sie kann ihr Lieblingsgemälde betreten und findet sich plötzlich in einer völlig anderen Welt wieder. Dort begegnet sie Jean – und zwischen den beiden entsteht eine zarte, unmögliche Liebe. Eine Verbindung zwischen Realität und Kunst, zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Ihre heimlichen Treffen werden zu einem festen Bestandteil von Claires Leben. Doch wie in jedem guten Märchen bleibt das Glück nicht ungetrübt. Unerwartete und gefährliche Ereignisse überschlagen sich und machen weitere Begegnungen schließlich unmöglich.

"Zwei in einem Bild" ist ein bezaubernder, poetischer Roman über Sehnsucht, Kunst und die Magie der Vorstellungskraft. Er stellt die Frage, wie nah wir Kunstwerken wirklich kommen können - und ob wir nicht alle schon einmal das Gefühl hatten, in einer Gemäldegalerie selbst beobachtet zu werden. Ein modernes Märchen, das lange nachklingt. 





 

Herzlichen Dank an das Team von NetGalley, dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!

#NetGalley




Freitag, 20. Februar 2026

"Das Glück weht vom Meer" von Lotta Larsson

Eine leise Liebesgeschichte voller Neuanfang

Der Roman "Das Glück weht vom Meer" von Lotta Larsson erzählt eine leise, gefühlvolle Liebesgeschichte vor der stimmungsvollen Kulisse der dänischen Nordseeküste.

Anna sorgt für einen handfesten Skandal, als sie ihre eigene Hochzeit platzen lässt. Zu groß sind die Zweifel, zu tief sitzt der Schmerz über den Betrug ihres Verlobten. Um Abstand zu gewinnen, zieht sie sich in ein altes Haus mit Blick aufs Meer zurück. Die raue, zugleich beruhigende Landschaft der dänischen Küste spiegelt ihre innere Zerrissenheit wider – und schenkt ihr langsam wieder Ruhe und Kraft.

Dort begegnet sie dem Bootsbauer Mikkel. Zwischen den beiden entsteht vom ersten Moment an eine besondere Verbindung. Es ist dieses leise Erkennen zweier Seelen, die einander verstehen, ohne viele Worte zu brauchen. Doch auch Mikkel trägt seine eigene Geschichte mit sich. 

Die Dorfbewohner, warmherzig und aufmerksam, scheinen schneller als die beiden selbst zu wissen, dass hier etwas Besonderes wächst. Dennoch lassen Anna und Mikkel ihre Gefühle behutsam reifen. Die zentrale Frage bleibt: Hat diese Liebe eine Zukunft? Annas Leben, ihr Beruf als Lehrerin und ihre Heimat liegen in Deutschland. Zwischen Neuanfang und Verpflichtung, zwischen Meer und Heimat, muss sie eine Entscheidung treffen.

„Das Glück weht vom Meer“ ist eine zarte Liebesgeschichte, die weniger auf dramatische Wendungen als auf leise Töne setzt. Die atmosphärische Beschreibung der Küstenlandschaft, die warm gezeichneten Nebenfiguren und die behutsame Entwicklung der Beziehung machen den Roman zu einer wohltuenden Lektüre. Eine wunderschöne, feinfühlige Geschichte über Vertrauen, Neuanfang und den Mut, dem eigenen Herzen zu folgen.





Mittwoch, 18. Februar 2026

"Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen"

Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.



Nicht irgendwann.

Nicht, '"wenn alles erledigt ist".

Sondern heute.


Glück wartet nicht auf freie Termine. Es entsteht in dem kleinen Momenten - beim Lachen, beim Durchatmen, beim Innehalten. 

Deine Zeit ist begrenzt. Also fülle sie mit dem, was dein Herz leicht macht. 

Wenn das Wetter heute trocken bleibt, werde ich heute Nachmittag einen schönen Spaziergang machen. Danach werde ich es mir mit einer Kanne Tee Zuhause auf der Couch gemütlich machen und lesen. 

Was macht dich heute glücklich?

Sonntag, 15. Februar 2026

"Der Sommer der Tauben" von Abbas Khider

Vom Verlust der Unbeschwertheit 

Der Roman "Der letzte Sommer der Tauben" von Abbas Khider erzählt eindringlich vom Verlust der Kindheit in Zeiten politischer und religiöser Radikalisierung.

Im Mittelpunkt steht der 14-jährige Noah, leidenschaftlicher Taubenzüchter. Das Züchten von Tauben ist dort, wo er lebt, mehr als ein Hobby – es ist Tradition, Gemeinschaft und ein Stück Freiheit. Doch diese Freiheit gerät zunehmend unter Druck: Die Mudschahedin übernehmen die Macht, und das Leben verändert sich erst schleichend, dann mit erschreckender Geschwindigkeit.

Frauen dürfen das Haus nur noch im Niqab und nicht mehr allein verlassen, öffentliche Strafen wie Steinigungen und Hinrichtungen werden zum grausamen Alltag.

Auch Noahs Familie bleibt nicht verschont. Der Vater, einst Besitzer eines Modegeschäfts, verliert zwar nicht seinen Laden, darf aber nur noch bestimmte Kleidung verkaufen. 

Der älteste Bruder gilt als verschwunden. Misstrauen ersetzt Verlässlichkeit, Angst verdrängt Unbeschwertheit. Die Frage „Wem kann man noch trauen?“ schwingt ständig mit.

Beim Lesen spürt man diese Veränderungen intensiv. Khider gelingt es, die Atmosphäre der Bedrohung spürbar zu machen, ohne je pathetisch zu werden. Die Kapitel sind kurz, aber bildgewaltig und eindringlich. Gewalt und Willkür werden nicht ausgespart, doch der Ton bleibt überraschend leise. Gerade diese Zurückhaltung verstärkt die Wirkung.

Trotz aller Dunkelheit durchzieht den Roman eine gewisse Leichtigkeit – vor allem in den Szenen rund um die Tauben. Sie stehen sinnbildlich für Hoffnung, Sehnsucht und den Traum vom Entkommen. So bleibt selbst in den bedrückendsten Momenten ein Rest Zuversicht spürbar.

"Der letzte Sommer der Tauben" ist ein stilles, aber nachhaltiges Buch. Es hallt lange nach und berührt durch seine Mischung aus Schonungslosigkeit und Menschlichkeit. Wer dieses Werk liest, wird vermutlich – wie ich – nicht bei diesem einen Buch von Abbas Khider bleiben.







Montag, 9. Februar 2026

"Die Psychoanalytikerin" von Melanie Metzenthin

Ein historischer Roman mit kriminalistischem Sog

Melanie Metzenthin erzählt in ihrem Roman "Die Psychoanalytikerin" eine eindrucksvolle Geschichte aus der Nachkriegszeit des Ersten Weltkrieges. Im Mittelpunkt steht Vera Albers, die nach dem Tod ihres im Krieg gebliebenen Mannes dessen Praxis übernimmt. Ihre Patienten sind überwiegend Männer mit Kriegserfahrung – viele von ihnen schwer gezeichnet, manche mit entstellten Gesichtern, verborgen hinter Masken. Die seelischen Wunden sind ebenso tief wie die sichtbaren.

Als es plötzlich zu mehreren rätselhaften Todesfällen kommt, wird Kommissar Bender aufmerksam. Seine Ermittlungen nehmen an Brisanz zu, als Willi Schuster von seiner Frau als vermisst gemeldet wird. Welche Rolle spielt Vera Albers in diesem Geflecht aus Trauma, Schuld und Verdrängung? Und kann sie helfen, die Wahrheit ans Licht zu bringen?

Obwohl der Roman nicht ausdrücklich als Krimi beworben wird, wirkt er wie ein historischer Kriminalroman, der psychologische Tiefe mit spannender Handlung verbindet. Besonders beeindruckend ist das fundierte Fachwissen der Autorin: Die psychoanalytischen Aspekte sind sorgfältig recherchiert und glaubwürdig in die Geschichte eingebettet. Ein äußerst spannender, kluger Roman, der lange nachwirkt.

Das Ende liest sich so, als dürfe man auf eine Fortsetzung hoffen – und das wäre großartig. Eine Rückkehr zu Vera Albers und Kommissar Bender würde ich als Leserin sehr begrüßen.





Samstag, 7. Februar 2026

Bücher, die ich noch einmal lesen würde

Es gibt Bücher, die begleiten uns ein Leben lang. Man trägt sie nicht ständig mit sich, aber sie sind da – irgendwo im Inneren. Und manchmal genügt ein Gedanke, ein Satz, ein Gefühl, um sie wieder hervorzuholen.

Mein erstes "richtiges" Buch als Jugendliche war "Suchkind 312" von Hans-Ulrich Horster. Damals wusste ich noch nicht, dass dieses Buch sich so tief in mir festsetzen würde. Es erzählt das dramatische Schicksal einer jungen Mutter im Nachkriegsdeutschland, die ihr im Krieg verlorenes Kind sucht. Eine Geschichte voller Hoffnung, Verzweiflung und unerschütterlicher Liebe.

Was mich bis heute nicht loslässt, ist diese Mischung aus persönlichem Leid und historischer Realität. Der Roman macht spürbar, was der Krieg für einzelne Menschen bedeutete – nicht abstrakt, sondern ganz nah. Besonders eindrücklich fand ich die Einblicke in die Arbeit des Roten Kreuzes nach 1945, diese mühsame, oft verzweifelte Suche nach Vermissten, nach Namen, nach Spuren von Leben.


(Bild wurde durch KI generiert.)


Ich war noch jung, als ich das Buch las, und doch hat es mich tief berührt. Vielleicht gerade deshalb. Ich konnte es nie vergessen. Und auch wenn ich es seitdem nicht noch einmal gelesen habe, weiß ich: Dieses Buch würde ich jederzeit wieder zur Hand nehmen. Nicht aus Nostalgie, sondern weil es zu den Geschichten gehört, die etwas in einem geöffnet haben.

Heute frage ich mich:

Habt ihr auch so ein Buch?

Einen Roman, den ihr nie vergessen konntet? Vielleicht euer erstes richtiges Buch. Oder eine Geschichte, die euch in einer bestimmten Lebensphase geprägt hat. Ein Buch, das ihr jederzeit noch einmal lesen würdet – weil es mehr ist als nur eine Geschichte.

Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten.



Mittwoch, 4. Februar 2026

"Mademoiselle Coco und der Duft des Mörders" von Michelle Marly

Wenn ein Duft zum Mörder führt - Coco Chanel ermittelt erneut

Schon beim Aufschlagen von "Mademoiselle Coco und der Duft des Mörders" war ich wieder mitten im Paris der 1920er-Jahre. Ein paar Jahre sind vergangen, Coco Chanel ist inzwischen berühmt, erfolgreich – und doch innerlich nicht ganz angekommen.

Als eine Kundin behauptet, ihre Schwester sei ermordet worden und den Täter allein am Duft erkannt zu haben, ist Coco sofort elektrisiert. Ein Mord, der mit einem Parfum in Verbindung steht? Ausgerechnet jetzt, wo sie selbst Chanel Nr. 5 erschaffen hat? Diese Idee ist so ungewöhnlich wie faszinierend – und lässt Coco (und mich!) nicht mehr los.

Privat fühlt sich Coco nach der Trennung von ihrem letzten Geliebten einsam. Die Avancen eines charmanten Adeligen schmeicheln ihr, tun ihr gut – bis sich langsam ein ungutes Gefühl einschleicht. Nichts ist, wie es scheint. Tote Frauen in Badewannen, Heiratsschwindler, dunkle Geheimnisse – gibt es einen Zusammenhang?

Gemeinsam mit ihrer Freundin Misia begibt sich Coco erneut auf Spurensuche. Dabei ist es nicht nur der Kriminalfall, der fesselt, sondern vor allem Coco selbst: ihre Verletzlichkeit, ihre Neugier und ihr Mut, unbequeme Fragen zu stellen.

Dieser zweite Band hat mich wieder völlig in seinen Bann gezogen. Spannend, atmosphärisch und voller Paris-Flair. Ich habe jede Seite genossen – und kann es kaum erwarten, mit Coco in den dritten Fall einzutauchen.



STOPP MAL! Der Mutter-Tochter-Talk

Hört einfach mal rein! Es lohnt sich.


Zwei bezaubernde Frauen, Mutter und Tochter, haben mit "Stopp mal! Der Mutter-Tochter-Talk" bereits die zweite Podcast-Folge veröffentlicht.



Julia Fischer und Sophie Nothaft plaudern locker über ihre Liebe zu Fernsehserien, lassen aber auch Einblicke in ihren Alltag und ihre innige Beziehung zu. 



Das Zuhören macht Spaß, man fühlt sich sofort mitgenommen. Offen, ehrlich, herzerfrischend und einfach sympathisch. Reinhören lohnt sich – zum Beispiel auf Spotify, Instagram oder auch mit Bild auf YouTube.