Sonntag, 28. Juni 2026

"Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson

Heilung zwischen uralten Eichen

Die 33-jährige Biologin Eva hat einen schweren persönlichen Verlust erlitten, den sie nicht verarbeiten kann. Kurzerhand nimmt sie einen Job weit weg von ihrem bisherigen Leben an – und auch fern von ihrem Lebensgefährten Eirik. Ohne vorher mit ihm zu sprechen, fährt sie einfach los.

In den tiefen Eichenwäldern Norwegens soll Eva ein bestimmtes Gebiet kartieren und dabei möglichst den seltenen und gefährdeten Eremitenkäfer nachweisen.

Dort begegnet sie ihrer zunächst etwas schrullig und abweisend wirkenden Nachbarin Olga. Nach und nach kommen sich die beiden Frauen näher und entwickeln eine enge Freundschaft. So unterschiedlich sie auch sind – sie verbindet derselbe schmerzliche Verlust. Außerdem trägt Olgas Familie ein lange gehütetes Geheimnis mit sich.

Mit der Zeit wird die Verbindung zwischen den beiden Frauen immer stärker. Auch die Kraft der Natur hilft Eva dabei, langsam wieder ins Leben zurückzufinden. Sie schöpft neue Hoffnung und wünscht sich, dass Eirik ihr den plötzlichen Weggang verzeihen kann.

Der Einsiedlersommer ist ein sehr leiser, tiefgründiger und naturverbundener Roman. Anne Sverdrup-Thygeson schreibt einfühlsam und schafft eine besondere Atmosphäre. Für meinen persönlichen Geschmack waren die Naturbeschreibungen stellenweise jedoch etwas zu ausführlich, wodurch sich die Handlung gelegentlich etwas gezogen hat. Insgesamt ist es dennoch ein berührendes Buch über Verlust, Freundschaft, Heilung und die Kraft der Natur.






Herzlichen Dank an die Teams von Vorablesen.de und dtv, dass ich dieses Buch lesen und vorstellen durfte!

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