Donnerstag, 4. Juni 2026

"Mirabellentage" von Martina Bogdan


"Mirabellentage" – leider nicht mein Buch

Dorfpfarrer Josef stirbt plötzlich und unerwartet. Seine Haushälterin Anna macht sich große Sorgen, was nun aus ihr werden soll. Da steht auch schon sein Nachfolger vor der Tür: ein junger Pfarrer, der aus Friesland stammt und direkt aus Rom kommt.

Anna hat noch einen letzten Wunsch von Josef zu erfüllen. Er möchte nicht neben seiner Mutter begraben werden. Stattdessen soll seine Asche ins Meer gestreut werden. Doch Blumfeld, der fiktive Handlungsort, liegt in Franken und Anna ist seit ihrer Führerscheinprüfung nie wieder Auto gefahren.

Die Beschreibung des Buches hat mich neugierig gemacht, doch die Geschichte konnte mich leider nicht abholen. Flirrende Hitze, heiße Sommertage sowie der Geschmack und Duft von Mirabellen werden zwar in der Werbung hervorgehoben, spielen im Roman jedoch nur eine Nebenrolle.

Haushälterin Anna ist erst 54 Jahre alt. Beim Lesen hatte ich jedoch stets das Bild einer deutlich älteren Frau vor Augen. Welche 54-Jährige agiert im Jahr 2010 so wie Anna? Auf mich wirkte sie altbacken und wenig lebendig.

Zudem erzählt Anna bei nahezu jeder Begegnung im Dorf eine Geschichte über die betreffende Person. Diese zahlreichen Abschweifungen nehmen meiner Meinung nach zu viel Raum ein.

Auch die Figur des friesischen Pfarrers konnte mich nicht überzeugen. Dass er offensichtlich nur Friesisch spricht und ihn niemand versteht, erscheint mir für das Jahr 2010 wenig glaubwürdig. Ebenso wirkt es befremdlich, dass er statt einer echten Predigt ein italienisches Rezept vorträgt. Für mich passt das nicht zu den Themen Abschied, Loslassen und Neuanfang, die der Roman eigentlich behandeln möchte.

Den vielen positiven Rezensionen nach zu urteilen, hat das Buch dennoch zahlreiche Leserinnen und Leser begeistert. Auch wenn mich die Geschichte aufgrund der vielen Ungereimtheiten nicht überzeugen konnte, wünsche ich dem Roman weiterhin viel Erfolg und seinen Fans schöne Lesestunden.




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