Mittwoch, 22. Juli 2020

"Schatten der Welt" von Andreas Izquierdo

Ungewöhnlich, klug und absolut großartig!

Was für ein großartiger Roman! Ein Roman, der still und leise im Jahre 1910 in einem westpreußischen Örtchen beginnt. Eine Geschichte über drei junge Menschen, die so verschieden sind wie Tag und Nacht und doch gemeinsam durch Dick und Dünn gehen. Freunde, die sich ihr geringes Einkommen mit Witz und Raffinesse durch kleine Gaunereien aufbessern, doch dann bricht der Krieg aus und nichts ist mehr, wie es einmal war.

Artur und Karl werden eingezogen. Während Artur direkt an die Front muss und immer wieder auf seinen alten Widersacher, einen arroganten Gutsherrn aus der Heimat trifft, bekommt Carl den Auftrag, echte Helden auf Fotos festzuhalten. Die Stimmung im Land soll aufrechterhalten und der Krieg verherrlicht werden, doch der Krieg ist grausam, so furchtbar grausam.

Doch auch in der Heimat haben es die Menschen nicht einfach. Hunger und Elend überall. Während die Freunde im Krieg sind, macht sich die junge Isi für die Rechte der Frauen stark und riskiert dabei mehr als nur einmal ihre Freiheit.

Die Romane von Andreas Izquierdo sind immer etwas ganz Besonderes. Es ist eine außergewöhnliche Geschichte, die ruhig und eher bedächtig beginnt und dann so spannend, intensiv und wegen des Krieges auch brutal wird, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Nur wenige Autoren verstehen es, auf diese Art und Weise, Orte und Begebenheiten dem Leser so nahe zu bringen und dabei zeitgleich ein farbenprächtiges Gesellschaftsbild jener Jahre zu zeichnen.

"Die Schatten der Welt"  - ungewöhnlich, klug und absolut großartig!





Taschenbuch
544 Seiten
DuMont




Herzlichen Dank an das Verlagsteam, dass ich diesen außergewöhnlichen Roman lesen und besprechen durfte!

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