Dienstag, 11. Oktober 2016

Die Stunden ohne Strom

Mehrere Stunden waren wir nun ohne Strom. Ein paar merkwürdige Stunden waren das. Irgendwie auch unheimlich. Kein Licht. Kaum Geräusche. Da ich diese Woche krank geschrieben bin, hat mir mein Mann, bevor er zur Arbeit gefahren ist, noch schnell eine Taschenlampe ans Bett gebracht. Und trotzdem greift man irgendwann zum Lichtschalter. Die Taschenlampe hat mir den Weg geleuchtet zu meinen Kerzen. Also habe ich erst einmal etliche Kerzen angemacht. Draußen war es ja auch noch dunkel und vor allen Dingen neblig.
Ich greife zu meinem Handy, will nachlesen auf Blaulichtreport, was denn los ist in der Stadt, doch ich habe Null Empfang. Okay, so langsam wurde es kalt in der Wohnung. Die Heizung blieb ja auch aus. Ich will mir einen Tee machen. Oh, geht ja nicht. Heute backen wir keine Brötchen auf. Toast muss auch mal gehen. Mhmm, nur toasten können wir eben nicht. Also das Brot so gegessen.
So ging das in einer Tour. Mir wurde dann richtig kalt. Nur 2 Grad draußen und keine Heizung. Also zurück ins Bett und gelesen.
Gerade - endlich! - konnte ich nachlesen, was überhaupt los war. Ein Schwelbrand in einem Hagener Umspannwerk. Jetzt sind auch die Geräusche wieder da.
So im Nachhinein muss ich sagen, war es auch  mal ganz schön ohne all diese Geräusche. Und trotzdem bin ich froh, wieder mit der Außenwelt verbunden zu sein. Man merkt aber schon sehr intensiv, wie abhängig man ist von der ganzen Technik.





Sonntag, 9. Oktober 2016

"Das Mitternachtsversprechen" von Mascha Vassena

Originell, bewegend und äußerst temporeich!

Ein traditionsreiches Kaffeehaus in Turin im Jahre 1948. Nach dem Krieg haben die Schwestern Teresa, Lidia und Aurora das vom Krieg zerstörte Kaffeehaus wieder aufgebaut und eröffnet. Berühmt ist das Kaffeehaus für ihre Gianduja-Pralinen. Lidia ist die Älteste und kümmert sich verbissen um die Familie, zu der auch der junge Alessandro gehört. Teresa würde lieber studieren, doch ihr wurde vor Jahren das Geheimrezept der Pralinen vermacht. Aurora hingegen ist wie ein Schmetterling, der von Blume zu Blume flattert, jung, schön und immer zu einen Flirt aufgelegt.
70 Jahre später möchte die Journalistin Vera eine Radiosendung zum Thema starke Frauen machen. Da fällt ihr ihre Großmutter Teresa ein. Auf der Suche nach Informationen, findet sie ein Foto der Schwestern. Veras Mutter kann ihr jedoch nur sagen, wer zwei der Frauen sind. Von der dritten Frau weiß sie nichts.
Vera macht sich auf den Weg nach Turin. Das „Caffé“ Molinari“ gibt es noch immer, geführt von Veras Großtante Lidia. Sehr auskunftsfreudig, was die damalige Zeit angeht, ist Lidia jedoch leider nicht. Warum verschwand Aurora plötzlich? Aurora, die dritte Frau auf dem Foto. Was ist damals geschehen? Zusammen mit dem Journalisten Mattia begibt sich Vera auf Spurensuche und Stück für Stück fügt sich das Puzzle zusammen.
Als Vera herausfindet, dass Aurora damals spurlos verschwunden ist, wird sie an ihre eigene Geschichte erinnert. Auch ihre Zwillingsschwester Vi verschwand und ist nie wieder aufgetaucht.
„Das Mitternachtsversprechen“ - ein Roman, der fesselt und begeistert! Unterhaltsam, geheimnisvoll und spannend. Eine wunderbare, eine packende Lektüre. So muss Unterhaltung sein. Mascha Vassena hat mich mit ihren Schilderungen über Turin in eine Stadt entführt, die ich bisher nicht kennengelernt habe. Die Altstadt, die Paläste, die Kaffeehäuser, die Beschreibungen sind so gut, dass ich das Gefühl hatte, ich sei vor Ort. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und bildhaft, die Personen geheimnisvoll und interessant.
„Das Mitternachtsversprechen“ - originell, bewegend und äußerst temporeich. Ein mitreißender Roman, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
 
 
 
Taschenbuch
316 Seiten
Verlag: PIPER
 
 
 
 
Liebe Mascha Vassena, herzlichen Dank für
diese spannende Geschichte, mit der du mich
an einen für mich (noch) unbekannten Ort entführt hast!
 
 
 
 

"Mission Mistelzweig" von Kathryn Taylor

Romantisch, gefühlvoll und rundum bezaubernd!

Eventmanagerin Lilly, gerade frisch getrennt, ist auf dem Weg ins englische Lade District, um dort ihrer Tante Caroline zu helfen. Caroline hatte einen Unfall und ohne Lillys Hilfe scheint ihr Traum von einem typischen deutschen Weihnachtsmarkt zu scheitern. Lilly fängt sofort an zu organisieren und auch der Pensionsgast Tom hilft tatkräftig mit. Damit der Weihnachtsmarkt jedoch ein voller Erfolg wird, muss noch eine werbewirksame Idee her. Nicht von allen begrüßt, setzt sie die Wahl des „Sexiest Santa Claus alive“ durch. Natürlich war es genau die richtige Idee. Auch Tom stellt sich zur Wahl, doch wer ist er wirklich, er, dem irgendein Geheimnis umweht und der so gut küssen kann?

„Mission Mistelzweig“ - das ist einfach eine Geschichte zum Verlieben! Natürlich weiß man, dass die Geschichte ein Happy End haben wird und ganz ehrlich? Das erwarte ich von einem Weihnachtsroman, der zudem so wunderschön verpackt ist, auch. Eine wunderschöne Geschichte, eine Liebesgeschichte, die mich die Stunden nur so hat vergessen lassen.
Ich konnte den Schnee auf der Nasenspitze spüren, ich sah die beleuchteten Buden auf dem Weihnachtsmarkt. Dieser Roman ist perfekt, um auf sich die Weihnachtszeit einzustimmen. Romantisch, gefühlvoll und rundum bezaubernd.
 
 

Gebundene Ausgabe
205 Seiten
Verlag: Lübbe
 
 
 
 
Liebe Kathryn Taylor, ganz, ganz herzlichen Dank,
dass ich diesen wunderschönen Weihnachtsroman
lesen und besprechen durfte!
 
 
 


Freitag, 7. Oktober 2016

"Spiel der Hoffnung" von Heidi Rehn

Literatur vom Besten!

Das Jahr 1927. Als Ella Wittkamp den Nachlass ihrer verstorbenen Mutter ordnet, entdeckt sie die Adresse eines Münchner Professors. Die junge Frau macht sich auf den Weg von Berlin nach München, um Professor Lutz aufzusuchen. Der heißt sie herzlich als seine Nichte willkommen. Als Jobst von Kirchenreuth dort erscheint, ist es die berühmte Liebe auf den ersten Blick. Ella und Jobst verlieben sich unsterblich ineinander. Schon kurze Zeit später wird geheiratet und Ella hat endlich wieder eine richtige Familie. Ihre Schwägerin Viktoria scheint längst nicht so begeistert zu sein und versucht alles, um Ella das Leben schwer zu machen.


Ella und Jobst erleben die erste Zeit ihrer Ehe wie im Rausch. Paris, Monte Carlo, Casinos und Varietés stehen auf dem Programm ihrer Flitterwochen. Jobst verschwindet jedoch immer wieder mal zu rätzelhaften Geschäftsterminen, an denen sie nicht teilnehmen darf. Oft ist er tagelang verschwunden. Und was hat es mit der Mappe auf sich, die der inzwischen verstorbene Professor Lutz ihr mit den Worten überreicht hat, die Unterlagen würden ihr ihren Platz in der Familie von Kirchenreuth sichern?

„Spiel der Hoffnung“ - die Autorin Heidi Rehn hat mich mit ihrem neuesten Roman wieder in die Zwangziger Jahre entführt. Mit großer erzählerischer Kraft und viel Einfühlungsvermögen lässt sie mich so Zeuge einer vergangenen Zeit werden. Eine Zeit, in der die wohlhabenden Bürger wie im Rausch gelebt haben. Musik, Tanz, Casinos, Theater – das ganze Leben scheint das reinste Vergnügen gewesen zu sein. Heidi Rehn zeigt dem Leser aber auch die andere Seite. Als Ella in Berlin auf der Suche nach ihrer Freundin Rike ist und der Leser mit ihr die elenden Mietskasernen aufsucht, in der unzählige Menschen leben, es nach Kohl und Suppe stinkt, spätestens da, wird dem Leser klar, dass das Leben nicht für alle ein Dasein im Rausch war.

Hitler gewinnt immer mehr an Gehör. Die Braunhemden marschieren ungehindert auf. Und Ella erfährt, dass ihre Mutter jüdische Wurzeln hatte. Auch die von Kirchenreuths wollen mit Juden nichts zu tun haben. Als Leser spürt man förmlich, wie die Stimmung umschlägt und man unweigerlich den Atem anhält.

„Spiel der Hoffnung“ - spannend und authentisch. Ein großartiger Roman, der den Leser die Stunden nur so vergessen lässt. Tiefsinnig und unterhaltsam mit vielschichtigen und interessanten Persönlichkeiten. Vor dem inneren Auge des Lesers läuft von der ersten Seite an ein Film ab. Der Schluss lässt mich ganz innig hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird und ich Ella und Jobst ein weiteres Mal begleiten darf.

„Spiel der Hoffnung“ - unbedingt lesen!
 
 
 
Taschenbuch
508 Seiten
Verlag: KNAUR
 
 
 
 
Herzlichen Dank an Patricia Keßler vom
Verlag KNAUR und an die Autorin Heidi Rehn,
dass ich diesen wunderbaren Roman lesen,
besprechen und vorstellen durfte!


Montag, 3. Oktober 2016

Think Pink!

10 positive Dinge oder Begebenheiten der vergangenen Woche
 
 

 
1. Wenn einem eine fremde Person im Supermarkt
einfach so nett anlächelt.
 
2. Besuch der SalzOase in Iserlohn.
 
3. Ganz spontan Kastanien gesammelt.
 
4. Fotobuch Metz zur Bearbeitung geschickt.
 
5. Endlich Zahnarzt-Termin gemacht.
 
6. Das Herbstwetter zur Lesezeit erklärt.
 
7. Aus FB-Bekanntschaften werden Freundschaften.
 
8. Bücher neu sortiert.
 
9. Die Arbeit macht Spaß!
 
10. Aufräum-Fieber.
 
 
 

Samstag, 1. Oktober 2016

Meine September-Bücher

 

 
 
Nadine Lashuk
Liebesgrüße aus Minsk
 
Sabine Zett
Komm in meine Arme
 
Hanna Caspian
Die Kirschvilla
 
Carin Müller
Tage zwischen Ebbe und Flut
 
 
 
 
Abgebrochen:
 
Sophie Bassignac
Das Leben ist zu bunt für graue Tage

"Das Leben ist zu bunt für graue Tage" von Sophie Bassignac

Leider sehr grau

Was habe ich mich auf diesen Roman gefreut! Cover und Titel versprachen eine schöne Geschichte, doch das Buch blieb irgendwie grau. So grau, dass ich es auf der Hälfte abgebrochen habe.

Da sind Max und Raphael, zwei Cousins, die in einer Wohnung zusammenleben, die eher einer Rumpelkammer ähnelt. Die Mütter der beiden wollen die Wohnung verkaufen. Dann ist da noch Louise, die bei den beiden wohnt und lebt und im selben Haus auch noch Cécile.

Angekündigt wurde die Geschichte als "Charmante Geschichte mit Tiefgang". Weder charmant, noch Tiefgang. Eher schlichtweg grau und langweilig.

Ich liebe diese leisen, besonders die französischen Geschichten, die bisher immer etwas ganz Besonderes waren. Hier blieben mir die Figuren fremd und farblos.

Vielleicht ist es ja nicht "meine" Geschichte? Vielleicht liegt es auch einfach an der Übersetzung? Ich weiß es nicht.




eBook
208 Seiten
Verlag: Atlantik


 
Trotzdem möchte ich mich beim Verlag bedanken, der mir wieder mal einen Roman zur Verfügung gestellt hat.