Mehrere Stunden waren wir nun ohne Strom. Ein paar merkwürdige Stunden waren das. Irgendwie auch unheimlich. Kein Licht. Kaum Geräusche. Da ich diese Woche krank geschrieben bin, hat mir mein Mann, bevor er zur Arbeit gefahren ist, noch schnell eine Taschenlampe ans Bett gebracht. Und trotzdem greift man irgendwann zum Lichtschalter. Die Taschenlampe hat mir den Weg geleuchtet zu meinen Kerzen. Also habe ich erst einmal etliche Kerzen angemacht. Draußen war es ja auch noch dunkel und vor allen Dingen neblig.
Ich greife zu meinem Handy, will nachlesen auf Blaulichtreport, was denn los ist in der Stadt, doch ich habe Null Empfang. Okay, so langsam wurde es kalt in der Wohnung. Die Heizung blieb ja auch aus. Ich will mir einen Tee machen. Oh, geht ja nicht. Heute backen wir keine Brötchen auf. Toast muss auch mal gehen. Mhmm, nur toasten können wir eben nicht. Also das Brot so gegessen.
So ging das in einer Tour. Mir wurde dann richtig kalt. Nur 2 Grad draußen und keine Heizung. Also zurück ins Bett und gelesen.
Gerade - endlich! - konnte ich nachlesen, was überhaupt los war. Ein Schwelbrand in einem Hagener Umspannwerk. Jetzt sind auch die Geräusche wieder da.
So im Nachhinein muss ich sagen, war es auch mal ganz schön ohne all diese Geräusche. Und trotzdem bin ich froh, wieder mit der Außenwelt verbunden zu sein. Man merkt aber schon sehr intensiv, wie abhängig man ist von der ganzen Technik.
Dienstag, 11. Oktober 2016
Sonntag, 9. Oktober 2016
"Das Mitternachtsversprechen" von Mascha Vassena
Originell, bewegend und äußerst temporeich!
Ein traditionsreiches Kaffeehaus in
Turin im Jahre 1948. Nach dem Krieg haben die Schwestern Teresa,
Lidia und Aurora das vom Krieg zerstörte Kaffeehaus wieder aufgebaut
und eröffnet. Berühmt ist das Kaffeehaus für ihre
Gianduja-Pralinen. Lidia ist die Älteste und kümmert sich verbissen
um die Familie, zu der auch der junge Alessandro gehört. Teresa
würde lieber studieren, doch ihr wurde vor Jahren das Geheimrezept
der Pralinen vermacht. Aurora hingegen ist wie ein Schmetterling, der
von Blume zu Blume flattert, jung, schön und immer zu einen Flirt
aufgelegt.
70 Jahre später möchte die
Journalistin Vera eine Radiosendung zum Thema starke Frauen machen.
Da fällt ihr ihre Großmutter Teresa ein. Auf der Suche nach
Informationen, findet sie ein Foto der Schwestern. Veras Mutter kann
ihr jedoch nur sagen, wer zwei der Frauen sind. Von der dritten Frau
weiß sie nichts.
Vera macht sich auf den Weg nach Turin.
Das „Caffé“ Molinari“ gibt es noch immer, geführt von Veras
Großtante Lidia. Sehr auskunftsfreudig, was die damalige Zeit
angeht, ist Lidia jedoch leider nicht. Warum verschwand Aurora
plötzlich? Aurora, die dritte Frau auf dem Foto. Was ist damals
geschehen? Zusammen mit dem Journalisten Mattia begibt sich Vera auf
Spurensuche und Stück für Stück fügt sich das Puzzle zusammen.
Als Vera herausfindet, dass Aurora
damals spurlos verschwunden ist, wird sie an ihre eigene Geschichte
erinnert. Auch ihre Zwillingsschwester Vi verschwand und ist nie
wieder aufgetaucht.
„Das Mitternachtsversprechen“ - ein
Roman, der fesselt und begeistert! Unterhaltsam, geheimnisvoll und
spannend. Eine wunderbare, eine packende Lektüre. So muss
Unterhaltung sein. Mascha Vassena hat mich mit ihren Schilderungen
über Turin in eine Stadt entführt, die ich bisher nicht
kennengelernt habe. Die Altstadt, die Paläste, die Kaffeehäuser,
die Beschreibungen sind so gut, dass ich das Gefühl hatte, ich sei
vor Ort. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und bildhaft, die
Personen geheimnisvoll und interessant.
„Das Mitternachtsversprechen“ -
originell, bewegend und äußerst temporeich. Ein mitreißender
Roman, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
Taschenbuch
316 Seiten
Verlag: PIPER
Liebe Mascha Vassena, herzlichen Dank für
diese spannende Geschichte, mit der du mich
an einen für mich (noch) unbekannten Ort entführt hast!
"Mission Mistelzweig" von Kathryn Taylor
Romantisch, gefühlvoll und rundum bezaubernd!
Gebundene Ausgabe
Eventmanagerin Lilly, gerade frisch
getrennt, ist auf dem Weg ins englische Lade District, um dort ihrer
Tante Caroline zu helfen. Caroline hatte einen Unfall und ohne Lillys
Hilfe scheint ihr Traum von einem typischen deutschen Weihnachtsmarkt
zu scheitern. Lilly fängt sofort an zu organisieren und auch der
Pensionsgast Tom hilft tatkräftig mit. Damit der Weihnachtsmarkt
jedoch ein voller Erfolg wird, muss noch eine werbewirksame Idee her.
Nicht von allen begrüßt, setzt sie die Wahl des „Sexiest Santa
Claus alive“ durch. Natürlich war es genau die richtige Idee. Auch
Tom stellt sich zur Wahl, doch wer ist er wirklich, er, dem irgendein
Geheimnis umweht und der so gut küssen kann?
„Mission Mistelzweig“ - das ist
einfach eine Geschichte zum Verlieben! Natürlich weiß man, dass die
Geschichte ein Happy End haben wird und ganz ehrlich? Das erwarte ich
von einem Weihnachtsroman, der zudem so wunderschön verpackt ist,
auch. Eine wunderschöne Geschichte, eine Liebesgeschichte, die mich
die Stunden nur so hat vergessen lassen.
Ich konnte den Schnee auf der
Nasenspitze spüren, ich sah die beleuchteten Buden auf dem
Weihnachtsmarkt. Dieser Roman ist perfekt, um auf sich die
Weihnachtszeit einzustimmen. Romantisch, gefühlvoll und rundum
bezaubernd.
Gebundene Ausgabe
205 Seiten
Verlag: Lübbe
Liebe Kathryn Taylor, ganz, ganz herzlichen Dank,
dass ich diesen wunderschönen Weihnachtsroman
lesen und besprechen durfte!
Freitag, 7. Oktober 2016
"Spiel der Hoffnung" von Heidi Rehn
Literatur vom Besten!
Ella und Jobst erleben die erste Zeit ihrer Ehe wie im Rausch. Paris, Monte Carlo, Casinos und Varietés stehen auf dem Programm ihrer Flitterwochen. Jobst verschwindet jedoch immer wieder mal zu rätzelhaften Geschäftsterminen, an denen sie nicht teilnehmen darf. Oft ist er tagelang verschwunden. Und was hat es mit der Mappe auf sich, die der inzwischen verstorbene Professor Lutz ihr mit den Worten überreicht hat, die Unterlagen würden ihr ihren Platz in der Familie von Kirchenreuth sichern?
Das Jahr 1927. Als Ella Wittkamp den
Nachlass ihrer verstorbenen Mutter ordnet, entdeckt sie die Adresse
eines Münchner Professors. Die junge Frau macht sich auf den Weg von
Berlin nach München, um Professor Lutz aufzusuchen. Der heißt sie
herzlich als seine Nichte willkommen. Als Jobst von Kirchenreuth dort
erscheint, ist es die berühmte Liebe auf den ersten Blick. Ella und
Jobst verlieben sich unsterblich ineinander. Schon kurze Zeit später
wird geheiratet und Ella hat endlich wieder eine richtige Familie.
Ihre Schwägerin Viktoria scheint längst nicht so begeistert zu sein
und versucht alles, um Ella das Leben schwer zu machen.
Ella und Jobst erleben die erste Zeit ihrer Ehe wie im Rausch. Paris, Monte Carlo, Casinos und Varietés stehen auf dem Programm ihrer Flitterwochen. Jobst verschwindet jedoch immer wieder mal zu rätzelhaften Geschäftsterminen, an denen sie nicht teilnehmen darf. Oft ist er tagelang verschwunden. Und was hat es mit der Mappe auf sich, die der inzwischen verstorbene Professor Lutz ihr mit den Worten überreicht hat, die Unterlagen würden ihr ihren Platz in der Familie von Kirchenreuth sichern?
„Spiel der Hoffnung“ - die Autorin
Heidi Rehn hat mich mit ihrem neuesten Roman wieder in die Zwangziger
Jahre entführt. Mit großer erzählerischer Kraft und viel
Einfühlungsvermögen lässt sie mich so Zeuge einer vergangenen Zeit
werden. Eine Zeit, in der die wohlhabenden Bürger wie im Rausch
gelebt haben. Musik, Tanz, Casinos, Theater – das ganze Leben
scheint das reinste Vergnügen gewesen zu sein. Heidi Rehn zeigt dem
Leser aber auch die andere Seite. Als Ella in Berlin auf der Suche
nach ihrer Freundin Rike ist und der Leser mit ihr die elenden
Mietskasernen aufsucht, in der unzählige Menschen leben, es nach
Kohl und Suppe stinkt, spätestens da, wird dem Leser klar, dass das
Leben nicht für alle ein Dasein im Rausch war.
Hitler gewinnt immer mehr an Gehör.
Die Braunhemden marschieren ungehindert auf. Und Ella erfährt, dass
ihre Mutter jüdische Wurzeln hatte. Auch die von Kirchenreuths
wollen mit Juden nichts zu tun haben. Als Leser spürt man förmlich,
wie die Stimmung umschlägt und man unweigerlich den Atem anhält.
„Spiel der Hoffnung“ - spannend und
authentisch. Ein großartiger Roman, der den Leser die Stunden nur so
vergessen lässt. Tiefsinnig und unterhaltsam mit vielschichtigen und
interessanten Persönlichkeiten. Vor dem inneren Auge des Lesers
läuft von der ersten Seite an ein Film ab. Der Schluss lässt mich
ganz innig hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird und ich Ella
und Jobst ein weiteres Mal begleiten darf.
„Spiel der Hoffnung“ - unbedingt
lesen!
Taschenbuch
508 Seiten
Verlag: KNAUR
Herzlichen Dank an Patricia Keßler vom
Verlag KNAUR und an die Autorin Heidi Rehn,
dass ich diesen wunderbaren Roman lesen,
besprechen und vorstellen durfte!
Montag, 3. Oktober 2016
Think Pink!
10 positive Dinge oder Begebenheiten der vergangenen Woche
1. Wenn einem eine fremde Person im Supermarkt
einfach so nett anlächelt.
2. Besuch der SalzOase in Iserlohn.
3. Ganz spontan Kastanien gesammelt.
4. Fotobuch Metz zur Bearbeitung geschickt.
5. Endlich Zahnarzt-Termin gemacht.
6. Das Herbstwetter zur Lesezeit erklärt.
7. Aus FB-Bekanntschaften werden Freundschaften.
8. Bücher neu sortiert.
9. Die Arbeit macht Spaß!
10. Aufräum-Fieber.
Samstag, 1. Oktober 2016
Meine September-Bücher
Nadine Lashuk
Liebesgrüße aus Minsk
Sabine Zett
Komm in meine Arme
Hanna Caspian
Die Kirschvilla
Carin Müller
Tage zwischen Ebbe und Flut
Abgebrochen:
Sophie Bassignac
Das Leben ist zu bunt für graue Tage
"Das Leben ist zu bunt für graue Tage" von Sophie Bassignac
Leider sehr grau
Was habe ich mich auf diesen Roman gefreut! Cover und Titel versprachen eine schöne Geschichte, doch das Buch blieb irgendwie grau. So grau, dass ich es auf der Hälfte abgebrochen habe.
Da sind Max und Raphael, zwei Cousins, die in einer Wohnung zusammenleben, die eher einer Rumpelkammer ähnelt. Die Mütter der beiden wollen die Wohnung verkaufen. Dann ist da noch Louise, die bei den beiden wohnt und lebt und im selben Haus auch noch Cécile.
Angekündigt wurde die Geschichte als "Charmante Geschichte mit Tiefgang". Weder charmant, noch Tiefgang. Eher schlichtweg grau und langweilig.
Ich liebe diese leisen, besonders die französischen Geschichten, die bisher immer etwas ganz Besonderes waren. Hier blieben mir die Figuren fremd und farblos.
Vielleicht ist es ja nicht "meine" Geschichte? Vielleicht liegt es auch einfach an der Übersetzung? Ich weiß es nicht.
Was habe ich mich auf diesen Roman gefreut! Cover und Titel versprachen eine schöne Geschichte, doch das Buch blieb irgendwie grau. So grau, dass ich es auf der Hälfte abgebrochen habe.
Da sind Max und Raphael, zwei Cousins, die in einer Wohnung zusammenleben, die eher einer Rumpelkammer ähnelt. Die Mütter der beiden wollen die Wohnung verkaufen. Dann ist da noch Louise, die bei den beiden wohnt und lebt und im selben Haus auch noch Cécile.
Angekündigt wurde die Geschichte als "Charmante Geschichte mit Tiefgang". Weder charmant, noch Tiefgang. Eher schlichtweg grau und langweilig.
Ich liebe diese leisen, besonders die französischen Geschichten, die bisher immer etwas ganz Besonderes waren. Hier blieben mir die Figuren fremd und farblos.
Vielleicht ist es ja nicht "meine" Geschichte? Vielleicht liegt es auch einfach an der Übersetzung? Ich weiß es nicht.
eBook
208 Seiten
Verlag: Atlantik
Trotzdem möchte ich mich beim Verlag bedanken, der mir wieder mal einen Roman zur Verfügung gestellt hat.
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