Sonntag, 26. Juli 2026

"Im Sommer der Wildbienen" von Nina Mayen

Wenn die Natur zum sicheren Hafen wird

Die junge Flora ist Autistin. Nach einer schweren Panikattacke in einem Einkaufszentrum verlässt sie Köln und ihre Familie, um in das leerstehende Haus ihrer verstorbenen Großmutter in der Eifel zu ziehen. Dort findet sie endlich die Ruhe, die sie so dringend braucht. Zum ersten Mal kann sie ganz sie selbst sein, ohne sich verstellen oder den Erwartungen anderer anpassen zu müssen.

In der Eifel lernt sie Eden kennen und lieben. Außerdem unterstützt sie Eden und deren Mutter in ihrem Café. Eine besondere Rolle spielen die Wildbienen in Floras Garten: Sie geben ihr Halt, helfen ihr, ihre Gedanken zu ordnen, und schenken ihr in schwierigen Momenten innere Ruhe. Doch als ein Wasserschaden ihr neues Zuhause bedroht, gerät ihre mühsam aufgebaute Sicherheit ins Wanken. Flora muss sich fragen, ob ihr neuer Lebensweg wirklich der richtige ist.

Nina Mayen erzählt Floras Geschichte mit viel Feingefühl und großer Authentizität. Der Roman vermittelt auf einfühlsame Weise, wie ein autistischer Mensch die Welt wahrnimmt, und regt dazu an, Verständnis und Empathie zu entwickeln. Eine berührende Geschichte über Neuanfänge, Selbstfindung, Liebe und den Mut, den eigenen Weg zu gehen – absolut lesenswert und für Leserinnen und Leser jeden Alters zu empfehlen.






Herzlichen Dank an das Ullstein-TEam und das Team von Netgalley, dass ich diesen Roman lesen und vorstellen durfte!




Sonntag, 19. Juli 2026

"Die Austernfischerin" von Celine Edinger

Ungewöhnlich erzählt, aber ohne mich zu fesseln

Lydia und Hendrick verbringen ihren Urlaub im Haus von Hendricks Mutter an der dänischen Nordsee. Elna lebt zurückgezogen und hat sich ganz der Austernfischerei verschrieben. Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ist angespannt. Hendrick, der gerade durch eine wichtige Prüfung gefallen ist, sehnt sich nach ihrer Zuneigung, doch diese bleibt ihm verwehrt. Während er lernt, entwickelt sich zwischen Lydia und Elna eine immer stärkere Anziehung.

Die Austernfischerin ist ein ungewöhnlicher, ruhiger Roman mit einer besonderen Atmosphäre. Das Ende empfand ich allerdings als merkwürdig und etwas unbefriedigend. Insgesamt bin ich mit der Geschichte nicht wirklich warm geworden.

Gestört hat mich außerdem die Entscheidung, in der wörtlichen Rede auf Ausrufezeichen zu verzichten. Für mich hat das den Lesefluss erschwert und die Dialoge stellenweise ungewohnt wirken lassen.




Herzlichen Dank an die Teams von Klein und Aber und Netgalley, dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!



#NetGalleyDEChallenge


Freitag, 17. Juli 2026

"Ein Fall für Fuchs & Haas: Leichenschmaus im Räucherhaus" von Ivo Pala

Mord im Räucherhaus – Spannung bis zum Schluss

Rupert Sauer, Restaurantchef des Räucherhauses in Prerow, kommt auf grausame Weise ums Leben. In der Räucherkammer stirbt er einen qualvollen Tod – quasi selbst geräuchert. Schnell ist klar: Das war Mord. Doch wer steckt dahinter und welches Motiv hatte der Täter?

Bei der Beerdigung versammeln sich nicht nur die trauernden Freunde des Opfers, sondern auch zahlreiche Personen, die schon bald zum Kreis der Verdächtigen gehören. Verdächtige gibt es viele – und ebenso viele mögliche Motive.

In gewohnt unterhaltsamer Manier nehmen Fuchs & Haas die Ermittlungen auf. Doch dieser Fall stellt die beiden vor eine besonders knifflige Herausforderung.

Auch dieser Band hat mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten. Die Spannung ist durchgehend hoch und die zahlreichen Verdächtigen sorgen dafür, dass man bis zum Schluss miträtselt. 

Gleichzeitig hat mich die atmosphärische Kulisse erneut an meine geliebte Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern versetzt. Für mich wieder ein gelungener Küstenkrimi mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Lokalkolorit und sympathischen Ermittlern.






Donnerstag, 16. Juli 2026

"Das Geheimnis der Frauen" von Sonja Roos

Wenn die Vergangenheit ihre Geheimnisse preisgibt

Nachdem sich die Köchin Lulu von ihrem Chef und Lebensgefährten trennt, kehrt sie in ihr Heimatdorf im Westerwald zurück – und damit auch zu ihren Eltern und ihrer Schwester. Die Eltern möchten die Dorfkneipe aufgeben und sich zur Ruhe setzen. Für Lulu ist das die Chance, ihren Traum zu verwirklichen: Sie möchte die Gaststätte übernehmen und ihr neues Leben einhauchen.

Als Lulu und ihre Schwester ihrem Großvater beim Aufräumen helfen, da er eine Dorfchronik erstellen soll, entdecken sie alte Briefe aus der Zeit kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Was hat es mit diesen Briefen auf sich? Und warum reagiert ihr Großvater so ungehalten auf den Fund?

Die beiden Schwestern können nicht ahnen, auf welches lange gehütete Geheimnis sie gestoßen sind: das Geheimnis der Frauen, die einem abgeschossenen britischen Piloten das Leben retteten.

Der Roman erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen und verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf spannende Weise. Zu Beginn hatte ich zwar ein wenig Mühe, in die Handlung hineinzufinden, doch mit jeder Seite wurde die Geschichte fesselnder.

Das Geheimnis der Frauen führt die Leser zurück in die Zeit des Krieges und zeigt eindrucksvoll, unter welch brutalen Bedingungen die Menschen ums Überleben kämpften. Gleichzeitig macht der Roman deutlich, warum viele ihre Erlebnisse jahrzehntelang verschwiegen – weil die Erinnerungen zu schmerzhaft waren. Darüber hinaus ist es eine Geschichte über große Gefühle, Mut und eine außergewöhnliche Liebe.

Ein bewegender und spannender Roman, der Vergangenheit und Gegenwart gelungen miteinander verbindet.




Herzlichen Dank an das Bloggerportal und das Team von Goldmann, dass ich diesen schönen Roman lesen und vorstellen durfte!

Samstag, 11. Juli 2026

"All die Farben, all das Licht" von Cora Wucherer

Eine einfühlsame Geschichte über Geschwisterliebe, Ängste, Hoffnung und das Bedürfnis, gesehen zu werden 

Der Roman „All die Farben, all das Licht“ von Cora Wucherer erzählt die berührende Geschichte der Schwestern Juna und Martha, die gemeinsam mit ihrem verwitweten Vater in einer kleinen, beengten Wohnung leben. Obwohl sie sich ein Zimmer teilen, könnten ihre inneren Welten kaum unterschiedlicher sein.

Juna ist 17 Jahre alt und lebt mit der Usher-Krankheit – einer fortschreitenden Einschränkung von Gehör und Sehvermögen. Ihr größter Traum ist es, Malerin zu werden, doch dieser scheint mit jeder Verschlechterung ihrer Sinne unerreichbarer. Martha hingegen steht oft im Schatten ihrer Schwester. Sie fühlt sich übersehen, als würde sich alles nur um Juna drehen.

Als Juna den Wunsch äußert, nach Malmö zu reisen, um das Werk ihrer Lieblingskünstlerin ein einziges Mal mit eigenen Augen zu sehen, fasst Martha einen mutigen Entschluss: Sie will ihrer Schwester diesen Traum erfüllen. Es beginnt eine ungewöhnliche Reise – voller Herausforderungen, Abenteuer und emotionaler Momente. Vor allem aber wird es eine Reise, die die beiden Schwestern einander näherbringt.

Cora Wucherer gelingt eine einfühlsame Geschichte über Geschwisterliebe, Ängste, Hoffnung und das Bedürfnis, gesehen zu werden – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Figuren sind authentisch und nahbar, sodass man ihre Gefühle intensiv miterlebt.

Ein bewegender Roman für Leserinnen und Leser jeden Alters, der lange nachhallt.




Herzlichen Dank an das Team von Klett-Cotta und NetGalley, 
dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!





Donnerstag, 9. Juli 2026

"Tage am Fluss" von Jochen Mariss

Eine Fähre, zwei Seelen und die Kraft der Natur

Sarah Harmsen führt als Fährfrau ein bescheidenes Leben. In ihrem abgelegenen Haus am Fluss lebt sie zusammen mit ihrer Hündin Luna, drei Schafen und sieben Hühnern – im Einklang mit der Natur und fernab vom hektischen Alltag.

Doch Sarah ist den Anfeindungen des Dorfes ausgesetzt. Eine Fähre sei nicht mehr zeitgemäß, stattdessen soll eine Brücke gebaut werden. Dafür benötigt man allerdings ihr Grundstück, den "Grünen Mond".

Bei einer ihrer letzten Tagesüberfahrten, steigt ein junger Mann zu ihr auf die Fähre: Leon, Umweltschützer und Baumbesetzer, der eine Kopfverletzung hat. Sarah nimmt ihn mit zu sich und versorgt ihn. Eigentlich soll er am nächsten Tag wieder verschwinden, doch Leon bleibt. Und Sarah lässt es zu. Schon bald hilft er bereitwillig bei der täglichen Arbeit mit.

Zwei besondere Menschen, die sich um die Natur sorgen und sich für ihren Schutz einsetzen.

"Tage am Fluss" ist eine Geschichte, die leise daherkommt und dennoch eine große Intensität entfaltet. Der Roman stellt das Thema Umwelt in den Mittelpunkt, ohne jemals belehrend zu wirken. Gleichzeitig erzählt er von zwei Menschen, die ihre eigenen Geschichten und Geheimnisse mit sich tragen, sich langsam öffnen und schließlich einen neuen Platz im Leben finden.

Wunderbar geschrieben, leise und berührend – eine Geschichte, die lange nachhallt und zum Nachdenken anregt.





„Danke an @NetGalleyDE und @KIWI für das Rezensionsexemplar!“

#TageamFluss #NetGalleyDE

Sonntag, 28. Juni 2026

"Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson

Heilung zwischen uralten Eichen

Die 33-jährige Biologin Eva hat einen schweren persönlichen Verlust erlitten, den sie nicht verarbeiten kann. Kurzerhand nimmt sie einen Job weit weg von ihrem bisherigen Leben an – und auch fern von ihrem Lebensgefährten Eirik. Ohne vorher mit ihm zu sprechen, fährt sie einfach los.

In den tiefen Eichenwäldern Norwegens soll Eva ein bestimmtes Gebiet kartieren und dabei möglichst den seltenen und gefährdeten Eremitenkäfer nachweisen.

Dort begegnet sie ihrer zunächst etwas schrullig und abweisend wirkenden Nachbarin Olga. Nach und nach kommen sich die beiden Frauen näher und entwickeln eine enge Freundschaft. So unterschiedlich sie auch sind – sie verbindet derselbe schmerzliche Verlust. Außerdem trägt Olgas Familie ein lange gehütetes Geheimnis mit sich.

Mit der Zeit wird die Verbindung zwischen den beiden Frauen immer stärker. Auch die Kraft der Natur hilft Eva dabei, langsam wieder ins Leben zurückzufinden. Sie schöpft neue Hoffnung und wünscht sich, dass Eirik ihr den plötzlichen Weggang verzeihen kann.

Der Einsiedlersommer ist ein sehr leiser, tiefgründiger und naturverbundener Roman. Anne Sverdrup-Thygeson schreibt einfühlsam und schafft eine besondere Atmosphäre. Für meinen persönlichen Geschmack waren die Naturbeschreibungen stellenweise jedoch etwas zu ausführlich, wodurch sich die Handlung gelegentlich etwas gezogen hat. Insgesamt ist es dennoch ein berührendes Buch über Verlust, Freundschaft, Heilung und die Kraft der Natur.






Herzlichen Dank an die Teams von Vorablesen.de und dtv, dass ich dieses Buch lesen und vorstellen durfte!

Sonntag, 7. Juni 2026

"Willkommen im kleinen Ostseehotel - Frühlingsgefühle" von Evelyn Kühne

Frühlingsgefühle an der Ostsee – Ein zauberhafter Wohlfühlroman

Elsa arbeitet als Rezeptionistin in einem Hotel in Stuttgart. Doch ihre Asthmaerkrankung macht ihr das Leben in der Großstadt zunehmend schwer. Da kommt das Stellenangebot als Hotelleiterin in Ahrenshoop an der Ostsee wie gerufen. Allerdings gibt es Konkurrenz: Manuel scheint mit seinen Qualifikationen der perfekte Kandidat für die Stelle zu sein. Beide werden schließlich zu einer Probearbeit eingeladen.

Schon bei ihrer Ankunft verliebt sich Elsa in das Hotel Godewind, den idyllischen Ort Ahrenshoop und nicht zuletzt in Fiete. Doch im Hotel geschehen seltsame Dinge – und die Frage ist: Wer steckt dahinter?

Mit „Willkommen im kleinen Ostseehotel – Frühlingsgefühle“ entführt Evelyn Kühne ihre Leserinnen und Leser erneut an die wunderschöne Ostsee Mecklenburg-Vorpommerns. Wer die Region bereits kennt, wird sich sofort heimisch fühlen. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, gemeinsam mit den Protagonisten durch die malerischen Straßen von Ahrenshoop zu spazieren.

Der Roman überzeugt mit sympathischen Figuren, einer spannenden Handlung und einem wunderbaren Wohlfühl-Ambiente. Ein gelungener zweiter Band, der Lust auf mehr macht und perfekte Lesestunden für alle Fans von Ostseeromanen bietet.




Donnerstag, 4. Juni 2026

"Mirabellentage" von Martina Bogdan


"Mirabellentage" – leider nicht mein Buch

Dorfpfarrer Josef stirbt plötzlich und unerwartet. Seine Haushälterin Anna macht sich große Sorgen, was nun aus ihr werden soll. Da steht auch schon sein Nachfolger vor der Tür: ein junger Pfarrer, der aus Friesland stammt und direkt aus Rom kommt.

Anna hat noch einen letzten Wunsch von Josef zu erfüllen. Er möchte nicht neben seiner Mutter begraben werden. Stattdessen soll seine Asche ins Meer gestreut werden. Doch Blumfeld, der fiktive Handlungsort, liegt in Franken und Anna ist seit ihrer Führerscheinprüfung nie wieder Auto gefahren.

Die Beschreibung des Buches hat mich neugierig gemacht, doch die Geschichte konnte mich leider nicht abholen. Flirrende Hitze, heiße Sommertage sowie der Geschmack und Duft von Mirabellen werden zwar in der Werbung hervorgehoben, spielen im Roman jedoch nur eine Nebenrolle.

Haushälterin Anna ist erst 54 Jahre alt. Beim Lesen hatte ich jedoch stets das Bild einer deutlich älteren Frau vor Augen. Welche 54-Jährige agiert im Jahr 2010 so wie Anna? Auf mich wirkte sie altbacken und wenig lebendig.

Zudem erzählt Anna bei nahezu jeder Begegnung im Dorf eine Geschichte über die betreffende Person. Diese zahlreichen Abschweifungen nehmen meiner Meinung nach zu viel Raum ein.

Auch die Figur des friesischen Pfarrers konnte mich nicht überzeugen. Dass er offensichtlich nur Friesisch spricht und ihn niemand versteht, erscheint mir für das Jahr 2010 wenig glaubwürdig. Ebenso wirkt es befremdlich, dass er statt einer echten Predigt ein italienisches Rezept vorträgt. Für mich passt das nicht zu den Themen Abschied, Loslassen und Neuanfang, die der Roman eigentlich behandeln möchte.

Den vielen positiven Rezensionen nach zu urteilen, hat das Buch dennoch zahlreiche Leserinnen und Leser begeistert. Auch wenn mich die Geschichte aufgrund der vielen Ungereimtheiten nicht überzeugen konnte, wünsche ich dem Roman weiterhin viel Erfolg und seinen Fans schöne Lesestunden.




Mittwoch, 3. Juni 2026

"Atlas Obscura" von Joshua Foer, Dylan Thuras und Ella Morton

Eine Welt voller Wunder - zum Staunen, Blättern und Entdecken

Atlas Obscura ist kein Atlas im klassischen Sinne – und genau das macht seinen Reiz aus. Dieses außergewöhnliche Buch lädt nicht dazu ein, es in einem Rutsch durchzulesen. Vielmehr ist es ein Werk, das man immer wieder zur Hand nimmt, um darin zu stöbern, zu staunen und Neues zu entdecken.

Auf jeder Seite begegnet man Orten, Geschichten und Fakten, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte. Manche sind skurril, manche geheimnisvoll, andere einfach nur wunderschön oder überraschend. Die Mischung aus faszinierenden Texten und eindrucksvollen Bildern macht das Blättern zu einem Erlebnis, das immer wieder Lust auf mehr weckt.

Besonders gefällt mir, dass das Buch nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Neugier entfacht. Man merkt schnell, wie groß und wunderbar eigenartig die Welt ist – und wie viel es jenseits der bekannten Sehenswürdigkeiten zu entdecken gibt.

Durch seine hochwertige Gestaltung und die Fülle an ungewöhnlichen Inhalten eignet sich Atlas Obscura außerdem hervorragend als Geschenk. Es ist eines dieser Bücher, das man gern auf dem Wohnzimmertisch liegen lässt, weil jeder, der es aufschlägt, sofort darin versinkt.

Ein inspirierender, außergewöhnlicher Atlas, der den Blick auf die Welt erweitert und zum Träumen einlädt.







"Fit und schlank mit Hula Hoop" von Corinna Loroff

Bewegung, die Spaß macht

"Fit und schlank mit Hula Hoop" zeigt, dass man den Reifen nicht zwingend um die Körpermitte kreisen lassen muss, um effektiv zu trainieren. Die zahlreichen Übungen sprechen den ganzen Körper an, sind abwechslungsreich und lassen sich problemlos zu Hause nachmachen. Besonders gefällt mir, dass viele Workouts ohne rotierenden Reifen funktionieren – ideal für alle, die körperliche Einschränkungen haben oder sich langsam herantasten möchten.

Die Übungen machen Spaß, sind leicht verständlich erklärt und überraschend wirkungsvoll. Für mich war das Buch ein echter Motivationsschub und eine wunderbare Möglichkeit, trotz Rückenproblemen weiter mit dem Hula Hoop zu trainieren.

Ein empfehlenswertes Buch für alle, die Freude an Bewegung haben – egal ob Anfänger, Wiedereinsteiger oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen.




"Sauerteig. Gutes Brot backen" von Casper André Lugg und Martin Ivar Hveem Fjeld

Perfekter Einstieg in die Welt des Sauerteigs

Wer sein Brot gerne selbst backen möchte, findet in diesem Buch einen gelungenen Einstieg in die Welt des Sauerteigs. Schon beim ersten selbst gebackenen Brot merkt man den Unterschied zu industriell hergestellten Backwaren deutlich - Geschmack, Aroma und Kruste überzeugen auf ganzer Linie.

Die Autoren erklären verständlich und Schritt für Schritt, wie man einen eigenen Sauerteig ansetzt und pflegt. Auch Anfänger werden dabei sicher durch den Prozess geführt. Ist der Sauerteig erst einmal gelungen, eröffnet das Buch eine Vielzahl an Möglichkeiten für köstliche Brote und andere Backwaren.

Besonders hervorzuheben sind die hochwertigen Fotos, die nicht nur die Rezepte anschaulich begleiten, sondern auch sofort Lust aufs Nachbacken machen. Die klar strukturierten Anleitungen und die große Auswahl an abwechslungsreichen Rezepten runden das Gesamtbild ab.

Ein empfehlenswertes Backbuch für alle, die die Kunst des Sauerteigbackens erlernen oder ihre Kenntnisse erweitern wollen. 




Donnerstag, 28. Mai 2026

"Au revoir und tschüss" von Gudrun Lochte

Wenn das Leben plötzlich nach Frankreich ruft

Die 46-jährige Caro ist gefrustet. Ihre Ehe mit Holger ist festgefahren, Liebe spürt sie schon lange nicht mehr. Die beiden Söhne sind inzwischen erwachsen – Zeit für einen Neuanfang? Zumindest Zeit für Veränderungen.

Caro liebt Südfrankreich und bucht kurzerhand einen vierwöchigen Sprachkurs in Uzès. Dort trifft eine bunt zusammengewürfelte Gruppe aufeinander, die sich sofort sympathisch ist. Und dann ist da auch noch Sprachlehrer Armand, der für einiges Kribbeln in Caros Bauch sorgt.

Für die wirkliche Veränderung in Caros Leben sorgt jedoch das ältere Ehepaar Gustave und Camille, die gemeinsam eine kleine Gewürzmühle betreiben.

Als Leser begleitet man Caro dabei, wie sie Schritt für Schritt aus ihrer inzwischen lieblosen Ehe ausbricht. Südfrankreich lässt nicht nur sie aufblühen, sondern verzaubert auch die Leserinnen und Leser.

Wer kann schon dem Duft frischer Croissants, Pain au chocolat und Lavendel widerstehen? Dazu die Farben und Gerüche des Sommers, französische Musik sowie gemütliche Abende mit gutem Essen und Wein auf dem Dorfplatz – da werden Sehnsüchte geweckt.

Ein wunderbarer Sommerroman, der einen am liebsten sofort die Koffer packen und nach Südfrankreich reisen lassen möchte. Sommerliche Leichtigkeit mit Tiefgang – eine absolute Leseempfehlung!





Herzlichen Dank an das Team von Vorablesen, 
dass ich dieses wunderbare Buch lesen und vorstellen durfte!

Sonntag, 24. Mai 2026

"The Artist: Die Farben des Lichts" von Lucy Steeds

Ein Sommer voller Farben und Geheimnisse. Ein Roman wie ein Gemälde

Die Provence im Jahr 1929: flirrende Hitze, leuchtende Farben, betörende Düfte und ein abgelegenes altes Bauernhaus. Hier trifft Joseph Adelaide, ein junger Journalist, ein. Kurz zuvor erhielt er einen Brief des berühmten Malers Edouard Tartuffe mit den Worten: "Venez. Kommen Sie."

Joseph bekommt die einmalige Gelegenheit, das lang ersehnte Interview mit dem gefeierten Künstler zu führen. Doch Tartuffe stellt eine Bedingung: Joseph muss ihm Modell sitzen.

Tartuffe ist ein besessener Maler, der sich selbst beinahe für eine Art Gott hält. Doch was wäre er ohne seine Nichte Etti? Etti kocht für ihn, umsorgt ihn, putzt, wäscht seine Pinsel und arrangiert die Speisen für seine Bilder. Doch wer ist Etti wirklich?

Als Leser wird man selbst zum Besucher dieses abgelegenen Bauernhauses – Gast und zugleich Zeuge beim Entstehen der Kunstwerke. Man spürt die Hitze des Sommers, das Flirren der Luft und schmeckt beinahe die reifen Pfirsiche. Gleichzeitig erlebt man Tartuffes Genialität, aber auch seinen Zorn und seine Unberechenbarkeit.

Ebenso eindrucksvoll beschreibt Lucy Steeds die zarten Bande der Verliebtheit zwischen Etti und Joseph – und die ständige Angst, entdeckt zu werden.

Zwei junge Menschen, geprägt von den Traumata des Ersten Weltkriegs und dennoch voller Träume und Hoffnung.

Lucy Steeds hat mit diesem Roman ein Werk geschaffen, das den Leser tief in die Welt der Kunst hineinzieht. Ihr ist ein echtes Meisterwerk gelungen. Selten habe ich einen so rundum gelungenen Roman gelesen.





Herzlichen Dank an die Teams von @dtv und @NetGalley, dass ich diesen wunderbaren Roman lesen und vorstellen durfte!


#TheArtist #NetGalleyDE!











Sonntag, 17. Mai 2026

"Der Sommer der Inseltöchter" von Micaela Jary

Zwischen Meer, Pflicht und großer Liebe

"Der Sommer der Inseltöchter" erzählt die Geschichte der Sylter Großfamilie Lassen im Jahr 1843. Merret und Per bewirtschaften gemeinsam ihren Hof, auf dem alle Kinder tatkräftig mithelfen müssen. Per, einst Seemann, hat aus Liebe zu seiner Frau die Seefahrt aufgegeben.

Als sich der Besuch des dänischen Königs auf der Insel ankündigt, hofft Merret auf gute Verbindungen für ihre Töchter, doch die jungen Frauen haben ihren eigenen Kopf und ihre ganz eigenen Träume.

Micaela Jary gelingt es wunderbar, das Leben auf Sylt und Föhr im 19. Jahrhundert lebendig werden zu lassen. Sylt war damals noch eher unbedeutend, während Föhr als Ziel der Sommerfrischler galt. Das Leben der Menschen war hart: Während die Männer zur See fuhren und oft nicht zurückkehrten, kümmerten sich die Frauen um Haus, Hof und Familie.

Besonders eindrucksvoll sind Merrets Töchter – junge Frauen voller Wünsche und Sehnsüchte, denen im arbeitsreichen Alltag kaum Raum blieb. Trotz gesellschaftlicher Erwartungen und Vernunftehen glauben sie an die große Liebe.

Micaela Jary entführt uns mitten in diese Zeit. Wir werden zu Zuschauern und erleben mit, wie sich die jungen Frauen entwickeln, wie sie lieben und leiden. Man nimmt Anteil am Schicksal dieser Familie, die tatsächlich gelebt hat.

Spannend, einfühlsam und mitreißend geschrieben – ein Roman, den man kaum aus der Hand legen kann.






Herzlichen Dank, liebe Micaela, dass ich deinen Roman lesen und vorstellen durfte! Es war mir das reinste Vergnügen! 


Montag, 4. Mai 2026

"Die Briefträgerin" von Francesca Giannone

Zwischen Anpassung und Aufbruch - Eine Frau gegen ihre Zeit

Im Jahr 1934 zieht das frisch verheiratete Paar Carlo und Anna aus dem Norden Italiens in Carlos Heimatdorf Lizzanello im Süden. Für Anna ist dieser Neuanfang alles andere als leicht. Sie passt nicht in die konservative Dorfgemeinschaft – zu selbstständig, zu gebildet, zu anders. Während sie im Norden als Lehrerin gearbeitet hat, soll sie hier plötzlich nur die Rolle der Hausfrau erfüllen. Doch Anna ist nicht bereit, sich damit abzufinden.

Als der langjährige Briefträger stirbt, ergreift sie die Chance und bewirbt sich auf die Stelle – mit Erfolg. Doch auch mit dieser ungewöhnlichen Entscheidung bleibt sie für viele im Dorf die Fremde.

Der Roman basiert auf der Geschichte der Urgroßmutter der Autorin und erzählt von einer Frau, die ihrer Zeit voraus ist. Anna ist eine starke Persönlichkeit mit eigenen Überzeugungen, die sie mutig lebt – auch gegen Widerstände.

Es ist eine Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe und Verlust – über das Leben in all seinen Facetten. Man fiebert mit Anna mit, leidet und hofft mit ihr.

„Die Briefträgerin“ ist eine leise, unaufgeregte Erzählung – und gerade darin liegt ihre besondere Schönheit. Ein stilles, eindringliches Buch, das noch lange nachhallt.





Herzlichen Dank an das Team von btb und das Bloggerportal, dass ich dieses wunderbare Buch lesen und vorstellen durfte! 



#bloggerportal
#penguinrandomhouse
#btb

Freitag, 24. April 2026

Der Frühling ist da!

Der Frühling ist für mich nicht nur ein Wechsel der Jahreszeit – er verändert auch mein Lesen.

Im Winter ziehe ich mich gerne mit eher schweren, ruhigen Büchern zurück. Geschichten, die Zeit brauchen, die vielleicht auch ein wenig düster sind. Es passt zu den langen Abenden, zur Stille draußen, zum Gefühl, dass alles ein bisschen langsamer läuft. Doch kaum werden die Tage heller und die Luft milder, merke ich, wie sich auch meine Leselust verändert.

Plötzlich greife ich zu anderen Büchern. Leichter müssen sie nicht unbedingt sein, aber sie fühlen sich anders an. Offener vielleicht. Lebendiger. Geschichten, die draußen spielen, die von Aufbruch erzählen oder von kleinen Neuanfängen. Der Frühling bringt Bewegung – und genau das spiegelt sich auch in meinen Bücherstapeln wider.

Besonders stark ist dabei meine Sehnsucht nach dem Meer. Kaum scheint die Sonne ein wenig wärmer, wirken Romane, die an der Küste spielen, ganz anders auf mich. Ich lese sie nicht mehr nur – ich bin mittendrin. Ich rieche das Salz in der Luft, höre die Wellen und spüre fast den Sand unter den Füßen. Solche Bücher sind wie kleine Auszeiten, lange bevor der eigentliche Urlaub beginnt.

Und genau da frage ich mich: Wecken diese Geschichten eigentlich die Lust aufs Reisen – oder greife ich gerade deshalb zu ihnen, weil diese Sehnsucht ohnehin schon da ist?

Vielleicht ist es ein bisschen von beidem. Bücher können Fernweh verstärken, manchmal sogar erst auslösen. Sie zeigen Orte, die plötzlich vertraut wirken, obwohl man nie dort war. Und manchmal bleibt nach der letzten Seite nicht nur die Erinnerung an eine Geschichte, sondern auch der Wunsch, selbst dorthin zu fahren.

Für mich gehört das inzwischen fest zum Frühling dazu: dieses leise Kribbeln, diese Mischung aus Leselust und Reiselust. Und vielleicht ist genau das das Schönste an Büchern – dass sie uns nicht nur in andere Welten mitnehmen, sondern uns auch dazu bringen, die eigene mit neuen Augen zu sehen.

Wie ist das bei euch? Verändert sich euer Leseverhalten mit den Jahreszeiten? Und gibt es Bücher, die bei euch ganz besonders das Fernweh wecken?



(Das Bild wurde KI-generiert)















Sonntag, 19. April 2026

"Ich sehe was, was du nicht siehst - Wort trifft Kunst: Kurzgeschichten" von Elisabeth Hoffmann

Bilder sehen und Geschichten fühlen

Das Buch „Ich sehe was, was du nicht siehst – Wort trifft Kunst: Kurzgeschichten“ von Elisabeth Hoffmann basiert auf einer spannenden Idee aus einem Schreibworkshop. Ausgangspunkt sind zufällig ausgewählte Werke bekannter Künstler, zu denen die Autorin ihre ganz eigenen Gedanken entwickelt. Sie taucht in die Bilder ein, lässt ihrer Fantasie freien Lauf und verfasst Texte – losgelöst von der ursprünglichen Intention der Künstler.
Gerade dieses Konzept macht das Buch besonders reizvoll. 

Ich habe mir zunächst jedes Bild selbst angesehen und auf mich wirken lassen, bevor ich den dazugehörigen Text gelesen habe. Dabei entstanden im Kopf ganz eigene kleine Geschichten und Szenen. Es ist faszinierend zu erleben, wie unterschiedlich ein und dasselbe Bild interpretiert werden kann – und genau darin liegt ein großer Teil des Charmes dieses Buches.

Elisabeth Hoffmann greift in ihren Texten auch gesellschaftliche Themen auf und regt zum Nachdenken an. Gleichzeitig inspiriert sie dazu, selbst kreativ zu werden und das Konzept auszuprobieren. Es macht großen Spaß, sich darauf einzulassen und die eigene Fantasie spielen zu lassen.

Ein wirklich interessantes und anregendes Projekt – absolut empfehlenswert für alle, die Kunst und kreatives Schreiben lieben.






Herzlichen Dank an Elisabeth Hoffmann, dass ich das äußerst anregende Buch lesen und vorstellen durfte! 

Donnerstag, 16. April 2026

"Willkommen im kleinen Ostseehotel - Winterstürme" von Evelyn Kühne

Winterzauber, Liebe und Neuanfang an der Ostsee

Sophie arbeitet als Zimmermädchen im Ostseehotel Godewind in Ahrenshoop und fühlt sich dort rundum wohl. Die Arbeit macht ihr Freude, und das Hotel ist für sie ein vertrauter Ort geworden. Doch als die Hotelchefin erkrankt und deren Tochter die Leitung übernimmt, verändert sich plötzlich alles. Die Atmosphäre kippt, und Sophie spielt mit dem Gedanken, sich einen neuen Job zu suchen.

Gleichzeitig tritt Lars in ihr Leben – der Regisseur der diesjährigen Weihnachtsshow. Auf einmal spürt Sophie wieder dieses Kribbeln, die berühmten Schmetterlinge im Bauch. Dabei hatte sich die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern eigentlich vorgenommen, sich vorerst auf keinen Mann mehr einzulassen. Doch wie so oft im Leben kommt es anders als geplant.

Wer schon einmal auf dem Darß war, wird sich in diesem Roman sofort heimisch fühlen. Die Autorin fängt die besondere Stimmung der Ostsee wunderbar ein. "Willkommen im kleinen Ostseehotel – Winterstürme" ist ein echter Wohlfühlroman mit viel Herz, einer stimmungsvollen Kulisse und liebenswerten Charakteren.





Montag, 13. April 2026

"Meine Berge bist du" von Francesco Vidotto

Eine Liebeserklärung an das Leben und die Berge

Der Autor begegnet dem alten Guido Contin, genannt Cognac, der abgeschieden im kleinen Dorf Cadore in den Dolomiten lebt. In seinem einfachen Häuschen, gemeinsam mit seiner Katze Moglie, scheint er zufrieden mit dem Wenigen, das er besitzt. Doch hinter dieser stillen Existenz verbirgt sich ein Schatz: eine Mappe voller alter Briefe.

Diese Briefe wurden einst von Onesto an die Berggipfel geschrieben – poetische, leise Zeugnisse eines vergangenen Lebens. Sie erzählen kleine Geschichten aus dem Dorf, vom harten Alltag der Menschen, von Schicksalen, Krieg und Tod, aber auch von einer Liebe, die tief und grenzenlos ist.

Im Zentrum steht die Geschichte der Zwillingsbrüder Onesto und Santos: ihre Trennung und ihr späteres Wiederfinden. Beide lieben dieselbe Frau, Celeste. Onesto verzichtet, leidet und liebt im Stillen – aus Angst, seinen Bruder erneut zu verlieren. Seine Liebe ist eine leise, selbstlose, schmerzhafte Liebe.

Meine Berge bist du ist eine wunderschöne, sehr ruhige Geschichte. Sie wirkt wahrhaftig, getragen von der Authentizität der Briefe, voller Wärme und Melancholie. Ein Buch, das man nicht hastig liest, sondern fühlt. Ich hätte ewig weiterlesen können.