Sonntag, 5. April 2026

"Die an den Tod nicht glauben. Ein Fall für die Totenleserin" von Cleo Sternberg


Spannung, Atmosphäre und starke Figuren im historischen Berlin

Berlin im Jahr 1910: Perdita Menke, angehende Gerichtsmedizinerin und praktisch in der Welt der Obduktionen aufgewachsen, lässt ein Fall nicht los. Vor ihr liegt die Leiche einer jungen Frau, Mutter eines Säuglings – angeblich Selbstmord. Doch Perdita kommen schnell Zweifel. Während ihre männlichen Kollegen den Fall ohne großes Zögern zu den Akten legen wollen, spürt sie, dass etwas nicht stimmt. Als die Leiche plötzlich verschwindet, ist für sie endgültig klar: Hier steckt mehr dahinter.

Unterstützung findet sie unerwartet in dem angehenden Kriminalbeamten Dieter Schultz. Gemeinsam beginnen sie zu ermitteln – und stoßen dabei auch auf den charismatischen Bestatter Charon Czerny. Welche Rolle spielt er in diesem mysteriösen Fall?

Cleo Sternberg entführt ihre Leserinnen und Leser eindrucksvoll in das Berlin der frühen 1910er-Jahre. Besonders lebendig wird die Atmosphäre rund um das „Schwarze Ferkel“, eine zwielichtige Kaschemme, in der sich die unterschiedlichsten Gestalten begegnen. Man spürt die Düsternis der Zeit, aber auch die Verzweiflung, den Lebenshunger und eine gewisse rohe Energie. Selbst die Liebe findet ihren Platz in dieser rauen Welt.

Der Roman ist durchweg spannend und fesselnd – einmal begonnen, fällt es schwer, ihn aus der Hand zu legen. Die Mischung aus historischem Setting, starken Figuren und einem packenden Kriminalfall überzeugt auf ganzer Linie.

Bleibt nur eine Frage, die sich wohl viele Leserinnen und Leser stellen: Wann erscheint der nächste Fall?






Freitag, 3. April 2026

"Ein Sommer auf Malta" von Marlies Ferber

Sommer, Sehnsucht und zweite Chancen auf Malta

Nach einer gescheiterten Beziehung wagt Linda einen Neuanfang und reist nach Malta, wo sie als Sprachlehrerin arbeiten möchte. Bereits im Flugzeug begegnet sie Clive, einem charmanten Scheidungsanwalt – ein Beruf, der so gar nicht zu Lindas romantischem Weltbild passt. Dennoch verstehen sich die beiden auf Anhieb. Was Linda jedoch nicht weiß: Clive hat für gemeinsame Freunde einen Ehevertrag aufgesetzt – ein Thema, das ihre Vorstellungen von Liebe stark auf die Probe stellen könnte.

Auf Malta angekommen, findet Linda schnell Anschluss. Besonders zu ihrem Schüler Nico entwickelt sie eine enge Verbindung. Mit ihm verbringt sie unbeschwerte Tage voller Leichtigkeit und Lebensfreude. Doch trotz dieser neuen Nähe, bleibt Clive in ihren Gedanken präsent.

Als plötzlich Lindas Ex-Freund David auftaucht und um eine zweite Chance bittet, gerät ihr Leben erneut durcheinander. Kann und sollte sie ihm noch einmal vertrauen? Oder ist es Zeit, endgültig nach vorne zu blicken?

Der Roman überzeugt durch eine warme, sommerliche Atmosphäre und nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise durch das malerische Malta – mit seinen engen Gassen, kulinarischen Genüssen und dem strahlenden Licht des Mittelmeers. Marlies Ferber gelingt es, die Kulisse so lebendig zu schildern, dass man sich fühlt, als wäre man selbst vor Ort.

„Ein Sommer auf Malta“ ist eine leichte, gefühlvolle Lektüre über Liebe, Neuanfänge und die Frage, was wirklich zählt im Leben. Gerade in unsicheren Zeiten bietet dieser Roman eine wohltuende Auszeit – perfekt zum Abschalten und Träumen.






Herzlichen Dank an Marlies Ferber und das Verlagsteam, dass ich den Roman lesen und vorstellen durfte! Es war mir ein Vergnügen. 

Samstag, 28. März 2026

"Der Buchhändler von Gaza" von Rachid Benzine

Zwischen Krieg und Hoffnung: Die Stille Kraft der Geschichten

Der Fotograf Julien bittet Nabil al Jaber, ein Foto von ihm machen zu dürfen. Nabil ist Buchhändler – allerdings ein ganz besonderer: Er verkauft seine Bücher nicht, sondern verschenkt sie. Für jeden Menschen, ob groß oder klein, findet er die passende Geschichte.

Zwischen den beiden entwickelt sich schnell ein Gespräch. Doch bevor Nabil beginnt, seine eigene Geschichte zu erzählen, bereitet er Tee zu. Über mehrere Tage hinweg treffen sie sich immer wieder, und jedes ihrer Gespräche beginnt mit diesem kleinen Ritual.

Nach und nach lernt auch der Leser Nabils tragische Vergangenheit kennen – eine Geschichte von Krieg und Vertreibung, vom Tod Unschuldiger und dem Verlust ganzer Familien. Und dennoch ist sie immer wieder von Hoffnung durchzogen: der Hoffnung auf Frieden und auf ein besseres Leben.

Dieses Buch stimmt tief nachdenklich. Es macht traurig, zeigt aber zugleich, wie wichtig es ist, die Hoffnung nie aufzugeben.

Trotz der schweren Themen ist die Sprache bemerkenswert poetisch. Der Autor nutzt die Kraft der Worte auf eindrucksvolle Weise. Immer wieder wird spürbar, mit wie viel Liebe der Buchhändler handelt – und wie er damit die Welt um sich herum ein kleines Stück besser macht.

Unbedingt lesen – diese Geschichte ist ein kleines Juwel.






Ganz herzlichen Dank an den PIPER-Verlag und an NetGalley, dass ich diese wunderbare Geschichte lesen und vorstellen durfte!




#NetGalley
#PIPER

Freitag, 13. März 2026

"Ein Fall für Fuchs & Haas: Fischland-Sühne"

Tödliches Geheimnis in Ahrenshoop 

Die Ahrenshooper Künstlerin Ertmute Hoff wird brutal ermordet aufgefunden, ihre Bilder sind zerstört. Dabei sollte nur einen Tag später ihre Ausstellung eröffnet werden – und sie wollte dabei ein brisantes Geheimnis enthüllen. Doch dazu kommt es nicht mehr.

Die Ermittler Fuchs und Haas nehmen in gewohnt ruhiger, aber beharrlicher Art die Ermittlungen auf. Schnell zeigt sich jedoch, dass die Menschen aus dem Umfeld der Künstlerin nicht bereit sind zu reden. Schweigen, Ausweichen und versteckte Wahrheiten erschweren die Suche nach dem Täter.

Nach und nach kommen überraschende Details ans Licht, die das Bild der scheinbar idyllischen Ostseeküste in einem anderen Licht erscheinen lassen. Stück für Stück setzen sich die Puzzleteile zusammen – bis schließlich klar wird, wer hinter der Tat steckt und welches Motiv dahinter verborgen liegt.

„Fischland-Sühne“ ist ein spannender Ostsee-Krimi, der von der ersten Seite an fesselt. Die atmosphärische Kulisse, interessante Figuren und unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt.





Mittwoch, 4. März 2026

"Zwei in einem Bild" von Morgan Pager

Wenn Kunst lebendig wird - Eine Liebe zwischen Leinwand und Wirklichkeit

Was für eine außergewöhnliche Geschichte! Der Roman "Zwei in einem Bild" von Morgan Pager entführt die Leserinnen und Leser in ein kleines Museum, das einer Stiftung gehört und zahlreiche Werke berühmter Künstler beherbergt. Eines dieser Gemälde stammt von Henri Matisse und zeigt seinen Sohn Jean, vertieft in ein Buch.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Claire, die zur Putzkolonne des Museums gehört. Nacht für Nacht reinigt sie die stillen Räume – und entwickelt dabei eine besondere Faszination für genau dieses eine Bild. In der nächtlichen Stille scheint es ihr, als würden sich die Figuren auf den Gemälden bewegen. Ein Gedanke, der zunächst wie reine Fantasie wirkt.

Doch dann geschieht das Unfassbare: Claire erkennt, dass ihre Wahrnehmung Wirklichkeit ist. Sie kann ihr Lieblingsgemälde betreten und findet sich plötzlich in einer völlig anderen Welt wieder. Dort begegnet sie Jean – und zwischen den beiden entsteht eine zarte, unmögliche Liebe. Eine Verbindung zwischen Realität und Kunst, zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Ihre heimlichen Treffen werden zu einem festen Bestandteil von Claires Leben. Doch wie in jedem guten Märchen bleibt das Glück nicht ungetrübt. Unerwartete und gefährliche Ereignisse überschlagen sich und machen weitere Begegnungen schließlich unmöglich.

"Zwei in einem Bild" ist ein bezaubernder, poetischer Roman über Sehnsucht, Kunst und die Magie der Vorstellungskraft. Er stellt die Frage, wie nah wir Kunstwerken wirklich kommen können - und ob wir nicht alle schon einmal das Gefühl hatten, in einer Gemäldegalerie selbst beobachtet zu werden. Ein modernes Märchen, das lange nachklingt. 





 

Herzlichen Dank an das Team von NetGalley, dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte!

#NetGalley




Freitag, 20. Februar 2026

"Das Glück weht vom Meer" von Lotta Larsson

Eine leise Liebesgeschichte voller Neuanfang

Der Roman "Das Glück weht vom Meer" von Lotta Larsson erzählt eine leise, gefühlvolle Liebesgeschichte vor der stimmungsvollen Kulisse der dänischen Nordseeküste.

Anna sorgt für einen handfesten Skandal, als sie ihre eigene Hochzeit platzen lässt. Zu groß sind die Zweifel, zu tief sitzt der Schmerz über den Betrug ihres Verlobten. Um Abstand zu gewinnen, zieht sie sich in ein altes Haus mit Blick aufs Meer zurück. Die raue, zugleich beruhigende Landschaft der dänischen Küste spiegelt ihre innere Zerrissenheit wider – und schenkt ihr langsam wieder Ruhe und Kraft.

Dort begegnet sie dem Bootsbauer Mikkel. Zwischen den beiden entsteht vom ersten Moment an eine besondere Verbindung. Es ist dieses leise Erkennen zweier Seelen, die einander verstehen, ohne viele Worte zu brauchen. Doch auch Mikkel trägt seine eigene Geschichte mit sich. 

Die Dorfbewohner, warmherzig und aufmerksam, scheinen schneller als die beiden selbst zu wissen, dass hier etwas Besonderes wächst. Dennoch lassen Anna und Mikkel ihre Gefühle behutsam reifen. Die zentrale Frage bleibt: Hat diese Liebe eine Zukunft? Annas Leben, ihr Beruf als Lehrerin und ihre Heimat liegen in Deutschland. Zwischen Neuanfang und Verpflichtung, zwischen Meer und Heimat, muss sie eine Entscheidung treffen.

„Das Glück weht vom Meer“ ist eine zarte Liebesgeschichte, die weniger auf dramatische Wendungen als auf leise Töne setzt. Die atmosphärische Beschreibung der Küstenlandschaft, die warm gezeichneten Nebenfiguren und die behutsame Entwicklung der Beziehung machen den Roman zu einer wohltuenden Lektüre. Eine wunderschöne, feinfühlige Geschichte über Vertrauen, Neuanfang und den Mut, dem eigenen Herzen zu folgen.





Mittwoch, 18. Februar 2026

"Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen"

Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.



Nicht irgendwann.

Nicht, '"wenn alles erledigt ist".

Sondern heute.


Glück wartet nicht auf freie Termine. Es entsteht in dem kleinen Momenten - beim Lachen, beim Durchatmen, beim Innehalten. 

Deine Zeit ist begrenzt. Also fülle sie mit dem, was dein Herz leicht macht. 

Wenn das Wetter heute trocken bleibt, werde ich heute Nachmittag einen schönen Spaziergang machen. Danach werde ich es mir mit einer Kanne Tee Zuhause auf der Couch gemütlich machen und lesen. 

Was macht dich heute glücklich?

Sonntag, 15. Februar 2026

"Der Sommer der Tauben" von Abbas Khider

Vom Verlust der Unbeschwertheit 

Der Roman "Der letzte Sommer der Tauben" von Abbas Khider erzählt eindringlich vom Verlust der Kindheit in Zeiten politischer und religiöser Radikalisierung.

Im Mittelpunkt steht der 14-jährige Noah, leidenschaftlicher Taubenzüchter. Das Züchten von Tauben ist dort, wo er lebt, mehr als ein Hobby – es ist Tradition, Gemeinschaft und ein Stück Freiheit. Doch diese Freiheit gerät zunehmend unter Druck: Die Mudschahedin übernehmen die Macht, und das Leben verändert sich erst schleichend, dann mit erschreckender Geschwindigkeit.

Frauen dürfen das Haus nur noch im Niqab und nicht mehr allein verlassen, öffentliche Strafen wie Steinigungen und Hinrichtungen werden zum grausamen Alltag.

Auch Noahs Familie bleibt nicht verschont. Der Vater, einst Besitzer eines Modegeschäfts, verliert zwar nicht seinen Laden, darf aber nur noch bestimmte Kleidung verkaufen. 

Der älteste Bruder gilt als verschwunden. Misstrauen ersetzt Verlässlichkeit, Angst verdrängt Unbeschwertheit. Die Frage „Wem kann man noch trauen?“ schwingt ständig mit.

Beim Lesen spürt man diese Veränderungen intensiv. Khider gelingt es, die Atmosphäre der Bedrohung spürbar zu machen, ohne je pathetisch zu werden. Die Kapitel sind kurz, aber bildgewaltig und eindringlich. Gewalt und Willkür werden nicht ausgespart, doch der Ton bleibt überraschend leise. Gerade diese Zurückhaltung verstärkt die Wirkung.

Trotz aller Dunkelheit durchzieht den Roman eine gewisse Leichtigkeit – vor allem in den Szenen rund um die Tauben. Sie stehen sinnbildlich für Hoffnung, Sehnsucht und den Traum vom Entkommen. So bleibt selbst in den bedrückendsten Momenten ein Rest Zuversicht spürbar.

"Der letzte Sommer der Tauben" ist ein stilles, aber nachhaltiges Buch. Es hallt lange nach und berührt durch seine Mischung aus Schonungslosigkeit und Menschlichkeit. Wer dieses Werk liest, wird vermutlich – wie ich – nicht bei diesem einen Buch von Abbas Khider bleiben.







Montag, 9. Februar 2026

"Die Psychoanalytikerin" von Melanie Metzenthin

Ein historischer Roman mit kriminalistischem Sog

Melanie Metzenthin erzählt in ihrem Roman "Die Psychoanalytikerin" eine eindrucksvolle Geschichte aus der Nachkriegszeit des Ersten Weltkrieges. Im Mittelpunkt steht Vera Albers, die nach dem Tod ihres im Krieg gebliebenen Mannes dessen Praxis übernimmt. Ihre Patienten sind überwiegend Männer mit Kriegserfahrung – viele von ihnen schwer gezeichnet, manche mit entstellten Gesichtern, verborgen hinter Masken. Die seelischen Wunden sind ebenso tief wie die sichtbaren.

Als es plötzlich zu mehreren rätselhaften Todesfällen kommt, wird Kommissar Bender aufmerksam. Seine Ermittlungen nehmen an Brisanz zu, als Willi Schuster von seiner Frau als vermisst gemeldet wird. Welche Rolle spielt Vera Albers in diesem Geflecht aus Trauma, Schuld und Verdrängung? Und kann sie helfen, die Wahrheit ans Licht zu bringen?

Obwohl der Roman nicht ausdrücklich als Krimi beworben wird, wirkt er wie ein historischer Kriminalroman, der psychologische Tiefe mit spannender Handlung verbindet. Besonders beeindruckend ist das fundierte Fachwissen der Autorin: Die psychoanalytischen Aspekte sind sorgfältig recherchiert und glaubwürdig in die Geschichte eingebettet. Ein äußerst spannender, kluger Roman, der lange nachwirkt.

Das Ende liest sich so, als dürfe man auf eine Fortsetzung hoffen – und das wäre großartig. Eine Rückkehr zu Vera Albers und Kommissar Bender würde ich als Leserin sehr begrüßen.





Samstag, 7. Februar 2026

Bücher, die ich noch einmal lesen würde

Es gibt Bücher, die begleiten uns ein Leben lang. Man trägt sie nicht ständig mit sich, aber sie sind da – irgendwo im Inneren. Und manchmal genügt ein Gedanke, ein Satz, ein Gefühl, um sie wieder hervorzuholen.

Mein erstes "richtiges" Buch als Jugendliche war "Suchkind 312" von Hans-Ulrich Horster. Damals wusste ich noch nicht, dass dieses Buch sich so tief in mir festsetzen würde. Es erzählt das dramatische Schicksal einer jungen Mutter im Nachkriegsdeutschland, die ihr im Krieg verlorenes Kind sucht. Eine Geschichte voller Hoffnung, Verzweiflung und unerschütterlicher Liebe.

Was mich bis heute nicht loslässt, ist diese Mischung aus persönlichem Leid und historischer Realität. Der Roman macht spürbar, was der Krieg für einzelne Menschen bedeutete – nicht abstrakt, sondern ganz nah. Besonders eindrücklich fand ich die Einblicke in die Arbeit des Roten Kreuzes nach 1945, diese mühsame, oft verzweifelte Suche nach Vermissten, nach Namen, nach Spuren von Leben.


(Bild wurde durch KI generiert.)


Ich war noch jung, als ich das Buch las, und doch hat es mich tief berührt. Vielleicht gerade deshalb. Ich konnte es nie vergessen. Und auch wenn ich es seitdem nicht noch einmal gelesen habe, weiß ich: Dieses Buch würde ich jederzeit wieder zur Hand nehmen. Nicht aus Nostalgie, sondern weil es zu den Geschichten gehört, die etwas in einem geöffnet haben.

Heute frage ich mich:

Habt ihr auch so ein Buch?

Einen Roman, den ihr nie vergessen konntet? Vielleicht euer erstes richtiges Buch. Oder eine Geschichte, die euch in einer bestimmten Lebensphase geprägt hat. Ein Buch, das ihr jederzeit noch einmal lesen würdet – weil es mehr ist als nur eine Geschichte.

Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten.



Mittwoch, 4. Februar 2026

"Mademoiselle Coco und der Duft des Mörders" von Michelle Marly

Wenn ein Duft zum Mörder führt - Coco Chanel ermittelt erneut

Schon beim Aufschlagen von "Mademoiselle Coco und der Duft des Mörders" war ich wieder mitten im Paris der 1920er-Jahre. Ein paar Jahre sind vergangen, Coco Chanel ist inzwischen berühmt, erfolgreich – und doch innerlich nicht ganz angekommen.

Als eine Kundin behauptet, ihre Schwester sei ermordet worden und den Täter allein am Duft erkannt zu haben, ist Coco sofort elektrisiert. Ein Mord, der mit einem Parfum in Verbindung steht? Ausgerechnet jetzt, wo sie selbst Chanel Nr. 5 erschaffen hat? Diese Idee ist so ungewöhnlich wie faszinierend – und lässt Coco (und mich!) nicht mehr los.

Privat fühlt sich Coco nach der Trennung von ihrem letzten Geliebten einsam. Die Avancen eines charmanten Adeligen schmeicheln ihr, tun ihr gut – bis sich langsam ein ungutes Gefühl einschleicht. Nichts ist, wie es scheint. Tote Frauen in Badewannen, Heiratsschwindler, dunkle Geheimnisse – gibt es einen Zusammenhang?

Gemeinsam mit ihrer Freundin Misia begibt sich Coco erneut auf Spurensuche. Dabei ist es nicht nur der Kriminalfall, der fesselt, sondern vor allem Coco selbst: ihre Verletzlichkeit, ihre Neugier und ihr Mut, unbequeme Fragen zu stellen.

Dieser zweite Band hat mich wieder völlig in seinen Bann gezogen. Spannend, atmosphärisch und voller Paris-Flair. Ich habe jede Seite genossen – und kann es kaum erwarten, mit Coco in den dritten Fall einzutauchen.



STOPP MAL! Der Mutter-Tochter-Talk

Hört einfach mal rein! Es lohnt sich.


Zwei bezaubernde Frauen, Mutter und Tochter, haben mit "Stopp mal! Der Mutter-Tochter-Talk" bereits die zweite Podcast-Folge veröffentlicht.



Julia Fischer und Sophie Nothaft plaudern locker über ihre Liebe zu Fernsehserien, lassen aber auch Einblicke in ihren Alltag und ihre innige Beziehung zu. 



Das Zuhören macht Spaß, man fühlt sich sofort mitgenommen. Offen, ehrlich, herzerfrischend und einfach sympathisch. Reinhören lohnt sich – zum Beispiel auf Spotify, Instagram oder auch mit Bild auf YouTube.

Sonntag, 18. Januar 2026

"Mademoiselle Coco und die Entführung des Picasso" von Michelle Marly

Mord, Mode und Meisterwerke – Coco Chanel auf Spurensuche

Gabrielle Chasnel, die später als Coco Chanel weltberühmt werden sollte, arbeitet zu Beginn des Romans als Hutmacherin in Paris. Erste Schritte als Modedesignerin unternimmt sie in eleganten Urlaubsorten. Ihre Hüte und die von ihr entworfene Mode erfreuen sich schnell großer Beliebtheit.

Während im Hintergrund der Erste Weltkrieg tobt, scheint das Leben in Paris weiterzugehen – mit Champagner, Pastis und künstlerischer Bohème. Doch die glanzvolle Fassade bekommt Risse, als plötzlich ein Toter im Hof von Cocos Geschäft liegt: erschlagen mit einem Gehstock. Was ist geschehen? Wer ist der Mörder?

Zusätzlich verschwinden ein Scheck aus Mademoiselles Kasse und eine Frau bleibt spurlos verschwunden. Die Polizei tappt im Dunkeln – und schließlich gerät Coco selbst unter Mordverdacht. Entschlossen beginnt sie, eigene Ermittlungen anzustellen, und stößt dabei auf überraschende Wahrheiten, die sie immer wieder ins Staunen versetzen.

Michelle Marly erzählt eine Kriminalgeschichte, die unheimlich viel Lesespaß bereitet: temporeich, atmosphärisch dicht und durchzogen vom unverwechselbaren Flair von Paris. Kunst und Kultur sind allgegenwärtig, und der Leser begegnet zahlreichen historischen Persönlichkeiten wie Pablo Picasso, Misia Sert oder Guillaume Apollinaire. Natürlich darf auch Boy Capel, Cocos große Liebe, nicht fehlen.

Die Idee, der legendären Coco Chanel die Rolle einer Ermittlerin zu geben, ist wunderbar umgesetzt. Ein historischer Krimi mit Stil, Charme und Spannung – absolut lesenswert!






Samstag, 10. Januar 2026

"Und jeden Tag wird der Weg nach Hause länger und länger" von Frederik Backman

Wenn Erinnerungen leiser werden, bleibt die Liebe

In "Und jeden Tag wird der Weg nach Hause länger und länger" erzählt Frederik Backman eine leise, zutiefst menschliche Geschichte über Erinnerung, Verlust und Liebe.

Im Mittelpunkt stehen Noah und sein Großvater, die viel Zeit miteinander verbringen. Der Opa nennt seinen Enkel liebevoll "Noahnoah", weil er ihn doppelt so lieb hat – ein kleines Detail, das sofort die Innigkeit ihrer Beziehung spürbar macht.

Beide verbindet die Liebe zur Mathematik. Zahlen sind für sie mehr als bloße Rechenzeichen: Sie geben Halt, Ordnung und Orientierung, sie bringen einen immer wieder nach Hause. 

Oft sitzen sie gemeinsam auf einer Bank, reden, lachen und erinnern sich. Doch nach und nach zeigt sich, dass der Großvater immer vergesslicher wird. Die sich anbahnende Erkrankung schleicht sich behutsam in die Erzählung, ohne je laut oder dramatisch zu werden.

Die Geschichte ist kurz, ruhig und scheinbar unaufgeregt. Gerade darin liegt ihre große Stärke. Mit wenigen Worten entfaltet Backman eine enorme emotionale Tiefe. Die Traurigkeit über das Vergessen steht stets neben der Liebe, die bleibt – vielleicht sogar stärker wird. Trotz der unausweichlichen Krankheit verliert die Erzählung nie ihre Wärme.

Es ist eine stille, tief berührende Geschichte über Abschied und Nähe, die lange nachhallt. Sie schmerzt und tröstet zugleich – und macht die Welt für einen kurzen Moment ein bisschen schöner.







Freitag, 9. Januar 2026

"Ein Fall für Fuchs & Haas: Das Sterben der Erben" von Ivo Pala

Wenn das Erbe tödlich wird

Wieder ein Küstenkrimi, der es in sich hat. Ein Toter, der zu Lebzeiten alles andere als beliebt war. Ein Testament mit außergewöhnlichen Bedingungen. Mehrere mögliche Erben, die sich gegenseitig misstrauen – und dann auch noch weitere Todesfälle. Was geht da nur vor sich an der eigentlich so idyllischen Ostsee?

Ivo Pala sorgt für durchgehende Spannung, zahlreiche Verdächtige und eine Atmosphäre, die perfekt zur rauen Küste passt. Die Handlung ist clever aufgebaut und hält bis zum Schluss einige Überraschungen bereit. Besonders das Ende hat mich vollkommen überrascht – damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.

Ein packender Krimi mit vielen Wendungen, der bis zur letzten Seite fesselt. Absolute Lese-Empfehlung für alle Fans von Küstenkrimis.




Dienstag, 6. Januar 2026

Sonnenaufgang Nr. 5" von Carsten Henn

Wenn Erinnerungen Geschichten erzählen 

Jonas ist gerade einmal 19 Jahre alt, hat sein Germanistikstudium abgebrochen und weigert sich, im Restaurant seines Vaters mitzuarbeiten. Das Verhältnis zum Vater ist angespannt – vielleicht, weil Jonas mit seiner eigenen Vergangenheit nicht zurechtkommt. Seine Mutter ist bereits früh verstorben, ein Verlust, der bis heute nachwirkt.

Jonas hat einen ungewöhnlichen Traum: Er möchte Biograf werden. Seine erste Kundin ist Stella – eine Frau, die sich selbst als einst gefeierte Filmdiva bezeichnet. Doch ist diese Vergangenheit wirklich wahr oder nur die Geschichte, die sie erzählen möchte?

Carsten Henn erzählt eine wunderschöne Geschichte über Erinnerungen und das Loslassen, über Neuanfänge, Freundschaft und die Frage, wie sehr unsere Vergangenheit uns prägt. Es ist genau die Art von Geschichte, die ich liebe.

Besonders berührend sind die liebevoll gezeichneten Nebenfiguren:

Da ist Bente, die alte Dame, die jeden Tag an derselben Bushaltestelle sitzt, nur um erneut die Ansage zu hören – gesprochen mit der Stimme ihres verstorbenen Mannes.

Paul, der sich nichts sehnlicher wünscht, als einmal mit Stella zu tanzen.

Der Maler, der ausschließlich Sonnenuntergänge malt.

Und Senna, die sich mit Jonas anfreundet und ihm neue Perspektiven eröffnet.

Alle Figuren tragen ihre eigene Geschichte in sich – voller Erinnerungen, Hoffnungen und oft auch Schmerz. Nichts wirkt überzeichnet, alles fühlt sich menschlich und echt an.

Carsten Henn gelingt es einmal mehr, am Ende einen stimmigen Kreis zu schließen. Als Leserin oder Leser legt man dieses Buch mit einem Lächeln aus der Hand.
Ein warmherziges, tröstendes Buch – gerade in unruhigen Zeiten.