Montag, 29. Juli 2019

"Sommerträume am Gardasee" von Julia K. Rodeit

Pures Lesevergnügen und stimmungsvolle Momente!

Endlich einmal etwas Verrücktes tun! Diesen Rat bekommt Nele von ihrer besten Freundin Fiona. Nele ist von ihrer Arbeit als Journalistin gefrustet. Anstatt über spannende Sport-Ereignisse zu berichten, darf sie lediglich Horoskope schreiben. Und dann ist da  auch noch Neles Freund Lars, der schon wieder den Urlaub in einem Ferienhaus in Südfrankreich verbringen will. Verrückt sein ist gar nicht so einfach, wenn das Leben doch eigentlich auch sehr bequem ist.

Als Nele mit Lars in den Urlaub startet, hat ihr Freund wirklich an allem etwas auszusetzen. Als sie Rast auf einem Parkplatz machen, reicht es Nele. Sie lässt ihren Freund einfach stehen und steigt zu einem Rocker auf die Harley! Wenn das mal nicht verrückt ist! Fiona wäre stolz auf sie! 

Doch schon kurze Zeit später häufen sich bei Nele die Bedenken. Was tut sie da eigentlich gerade? Ist sie wirklich bei einem wildfremden Mann aufs Motorrad gestiegen? Was ist, wenn er sie unterwegs überfallen wird? Bisher weiß sie nur von ihm, dass er Richtung Gardasee unterwegs ist. 

Doch dann beginnt Nele die Fahrt Spaß zu machen. Unterwegs ohne festes Ziel, ohne Plan, einfach in den Tag hinein fahren. Sie merkt schnell, dass Ron gar kein richtiger Rocker ist. Er ist ein Mann zum Verlieben, doch irgendein Geheimnis scheint ihn zu umgeben. Wird Nele dahinter kommen?

"Sommerträume am Gardasee" - eine wunderbare Sommergeschichte! Julia K. Rodeits Schreibstil ist angenehm frisch und bildhaft. Man ist als Leser stiller Begleiter von Nele und Ron und genießt, wie die beiden auch, die wunderbaren Landschaften, durch die sie hindurch fahren. Eine wunderschöne Geschichte über das Loslassen, über die Liebe, über einen Neuanfang. Julia K. Rodeit beschert dem Leser pures Lesevergnügen und stimmungsvolle Momente. Bitte mehr davon!




eBook
ca. 149 Seiten




Liebe Katrin, ganz, ganz lieben Dank 
für diese wunderbare sommerliche Geschichte! 


Sonntag, 28. Juli 2019

"Dunmor Castle - Das Licht im Dunkeln" von Kathryn Taylor

Spannung pur!

Lexie Cavendish hat den Auftrag erhalten, als Innenarchitektin Pläne für die Renovierung der alt ehrwürdigen Burg Dunmor Castle zu entwerfen. Nach ihrer Ankunft im Örtchen Cerigh kommt ihr alles seltsamerweise bekannt vor. Auch viele der Bewohner scheinen sie zu erkennen, doch wie ist das möglich?

Immer wieder wird Lexie von Albträumen geplagt. Zudem schlafwandelt sie. Nur dem schnellen Reaktionsvermögen von Grayson Fitzgerald ist es zu verdanken, dass sie nicht überfahren wird. Ausgerechnet Grayson Fitzgerald! Er ist ihr ärgster Konkurrent bei der Auftragsvergabe der Burg-Renovierung und er ist einer der Besten. Zudem ist er, wie sich kurze Zeit später herausstellt, der Sohn des Burgherrn. Ein unehelicher Sohn, der nie das Herz des Burgherrn erobern konnte. Grayson war lange Jahre nicht auf Dunmor Castle. Lediglich ein Hilferuf seiner Großmutter und seiner Tante hat ihn zurückkommen lassen. 

Immer wieder gerät Lexie in gefährliche Situationen, aus denen Grayson sie rettet. Und dann ist da dieses gewisse Kribbeln, das zwischen ihnen ist. Ist Grayson wirklich an ihr interessiert oder benutzt er sie nur für seine Zwecke? Schon bald weiß Lexie nicht mehr, wer es ehrlich mit ihr meint und wer nicht. Das ganze Dorf scheint ihre Mutter gekannt zu haben, doch Lexie wuchs in verschiedenen Pflegefamilien auf. Welches Geheimnis kennen die Dorfbewohner, doch sie selbst nicht?

Kathryn Taylor hat hier einen äußerst spannenden ersten Teil geschaffen. Sie fesselt und begeistert und viel zu schnell ist man am Ende angekommen. Ein Ende, das einen ungeduldig auf den nächsten Teil warten lässt. Eine mitreißende Geschichte, voller Spannung, voller Geheimnisse. Eine Geschichte, die einen die Stunden nur so vergessen lässt. Zudem schafft die Autorin es hervorragend, das Flair des irischen Dorfes wiederzugeben. Nicht nur Lexie scheint alles vertraut zu sein. Als Leser ist man dabei, vor Ort. 

"Dunmor Castle - Das Licht im Dunkeln" - allerbeste Unterhaltungsliteratur! Der erste Teil endet plötzlich. Ich weiß gar nicht, wie es aushalten soll, bis der zweite Teil erscheint! Welche Rolle spielt der Arzt Turner? Und welche Father Flaherty und seine Haushälterin? Und was ist mit Grayson? Fragen über Fragen, viele Gedanken. Spannung pur und das Gefühl, es kaum aushalten zu können, bis der nächste Teil erscheint!





Taschenbuch
352 Seiten
Bastei Lübbe



Liebe Kathryn Taylor, 1000 Dank
 für diese spannende Geschichte! Sie hat mich 
von der ersten Seite an gepackt. 

Samstag, 27. Juli 2019

"Ich bin ein Stern" von Inge Auerbacher

Ein beeindruckendes Zeitzeugnis, geschrieben für Kinder

Inge Auerbacher wurde mit ihren Eltern als Siebenjährige ins KZ Theresienstadt deportiert. Das junge Mädchen trotzt allen Schikanen. Sie überlebt Krankheiten und unermesslichen Hunger. Mit dabei hat sie immer ihre Puppe, das einzige Spielzeug, was ihr aus ihrem früheren Leben geblieben ist. Auf ihre Puppe achtet sie, wie auf ihren Augapfel. Inge hat als eine der wenigen Menschen dort überlebt.

"Ich bin ein Stern" - ein großartiges kleines Buch aus der Sicht der damals jungen Inge Auerbacher geschrieben. Ein autobiographisches Zeitzeugnis für Kinder ab ca. 11 Jahren. Ein Buch, das unheimlich berührt. 

Die Errichtung eines solchen Lagers überhaupt macht schon sprachlos, doch wenn man liest, dass es für wenige Tausend Menschen gebaut wurde und dass sich dann zeitweise über 40.000 Menschen gleichzeitig dort aufhielten, dann ist man auch als erwachsener Mensch ergriffen, schockiert und fragt sich immer wieder, wie konnte das geschehen? Wieso hat man das zugelassen?

Das KZ Theresienstadt galt als "jüdische Mustersiedlung" und wurde sogar ausländischen Besuchern präsentiert. Theresienstadt, das Zwischenlager auf dem Weg in die großen Vernichtungslager Richtung Auschwitz. Ich frage mich immer wieder, haben die "Besucher" tatsächlich die Wahrheit nicht sehen können oder haben sie die Wahrheit nicht sehen wollen?

Ein beeindruckendes Buch, eine Geschichte, die einen so schnell nicht los lässt. Ein Buch für ältere Kinder, für Jugendliche, aber auch für Erwachsene. 




Taschenbuch
104 Seiten
Gulliver

Mittwoch, 24. Juli 2019

"Herz trifft Prinz" von Anna Fischer

Eine Geschichte zum Verlieben!

Ellen, die Journalistin, immer auf der Suche nach einer guten Story, ist von ihrem Job gefrustet. Sie möchte Geschichten über Menschen schreiben, doch ihre Chefin schaut nur auf die Klickzahlen der Leser. Sensations-Journalismus ist gefragt, keine Geschichten mit Hand und Fuß. Und dann ist da auch noch ihre Beziehung zu einem verheirateten Mann, der ihr seit langem verspricht, seine Frau zu verlassen, um nur noch für sie da zu sein, doch Ellen ist längst bewusst, dass ihr Freund das Versprechen nie einlösen wird. 

Bei einem Baseball-Spiel lernt Ellen den Hot-Dog-Verkäufer Jamal kennen. Kurze Zeit später stellt sie fest, dass Jamal ein echter Prinz ist. Ein Prinz aus einem Südseestaat, der das echte Amerika kennenlernen will und so inkognito unterwegs ist. Ist das vielleicht die richtige Story? Ellens Chefin ist begeistert, verlangt aber von ihr, dass sie das Ganze zu einer echten Love-Story ausweitet.

Ellen und Jamal starten eine Tour quer durch Kalifornien, bei der Jamals als Fotograf engagiert ist. Wunderbare gewöhnliche und außergewöhnliche Menschen begegnen ihnen, jeder einzelne eine Geschichte wert. Dabei hat Jamal eine bemerkenswerte und liebevolle Art und Weise mit den Menschen umzugehen. Plötzlich merkt Ellen, dass sie sich verliebt hat. Verliebt in einen Prinzen, der schon in Kürze eine andere heiraten wird...

"Herz trifft Prinz" - ein modernes Märchen, in das man sich einfach verlieben muss! Da ist die gefrustete Ellen, die wirklich gerade auf ganzer Linie Pech zu haben scheint und dann ist da Jamal, der Prinz, der immer und überall nur das Gute zu sehen scheint. Ein bisschen naiv, ein klein wenig weltfremd, aber so durch und durch liebenswert, dass es einen nicht wundert, dass sich Ellen in ihn verliebt. Dieser wunderbare Jamal, der es sogar fertig bringt, dass Ellen endlich wieder Kontakt zu ihrem Vater hat.

Und dann ist da auch noch Sharky, der Möchtegern-Schauspieler, der immer nur in Feinripp rumläuft, ein völlig schräger Typ, den man einfach gern haben muss. Und nicht zuletzt Ellens Freundin Rosita, die das Herz auf dem rechten Fleck hat.

"Herz trifft Prinz" - ein Glücklichmachbuch. Eine Geschichte, die ganz leicht daher kommt, die aber so viel mehr verbirgt, als man im ersten Moment zu glauben vermag. Ein ganz hinreißendes Buch, dem ich unendlich viele Leserinnen wünsche! Bitte mehr davon!




Taschenbuch
350 Seiten
Montlake Romance




Liebe Anna Fischer, ganz, ganz herzlichen
 Dank für diesen schönen Roman! 
Ich hatte wieder wunderbare Lesestunden. 

Samstag, 20. Juli 2019

"Requiem am Comer See: Ein Fall für Giulia Cesare" von Clara Bernardi

Ein toller Krimi, der den Leser an den Comer See entführt

Ein Dorf am Lago di Como. Die Welt scheint dort noch in Ordnung zu sein oder etwa doch nicht? Der Briefträger Brutus findet die ehemalige Opernsängerin Angelika Krüger tot im Pfarrgarten. Blond, weiß und nackt. Der Gottesdienst neigt sich dem Ende zu und gleich werden die Kirchgänger die Tote sehen, nackt, wie Gott sie schuf. 

Commissario Giulia Cesare nimmt die Ermittlungen auf und kommt aus dem Staunen nicht heraus. Fast alle Männer von ihrem geliebten Berg scheinen ein Verhältnis mit der Deutschen gehabt zu haben. Motive für einen Mord gibt es also mehr als genug, doch wer ist der Mörder? Die eifersüchtigen Männer oder die rachsüchtigen Frauen?

"Requiem am Comer See" - absolut guter Lesestoff! Die Autorin entführt den Leser an den wunderschönen Lago di Como. Dabei achtet sie liebevoll auf Details. Die Handlung schreitet leicht und unterhaltsam voran. Spannend, absolut gelungen und mit einem überraschenden Ende. Eine Geschichte, die bestens unterhält und dabei völlig unblutig ist. 



Taschenbuch
272 Seiten
DuMont



Herzlichen Dank an das Verlagsteam,
 dass ich diesen tollen Krimi lesen und vorstellen durfte!





Sonntag, 14. Juli 2019

"Ein Name für dich" von Marjolijn van Heemstra

Lässt mich ratlos zurück

Als 18-jährige gibt die Autorin ihrer Großmutter das Versprechen, ihren erstgeborenen Sohn den Namen des Familienhelden Frans Julius Johan zu geben, doch wer ist dieser Frans eigentlich wirklich gewesen? Als Widerstandskämpfer soll er tätig gewesen sein. Gefeiert wird er noch immer in der Familie, obwohl er längst verstorben ist. Was ist Mythos? Was ist Wahrheit? 

Als Marjolijn van Heemstra ihr erstes Kind erwartet, kommt ihr als erstes das Versprechen ihrer Großmutter gegenüber in den Sinn, doch erstmal muss sie herausfinden, wer dieser Frans wirklich war. Einem Kind gibt man nicht einfach so einen Namen. Wenn dieser Name schon geschichtslastig ist, dann soll es auch eine wahre Geschichte sein. 

Hartnäckig versucht die Autorin, in die Geschichte dieses Frans einzutauchen und so langsam fügt sich Puzzlestück an Puzzlestück. Sie ist so verbissen, dass sie noch nicht einmal mehr auf ihre Gesundheit achtet.

"Ein Name für dich" - ich bleibe etwas ratlos zurück. Das Buch ist unterteilt in die Wochen, die der Autorin noch bis zur Geburt ihres Kindes verbleiben. Die Zeit rennt und viel hat sie nicht mehr davon, um der Geschichte dieses Frans auf den Grund zu gehen. 

Ich kann zwar verstehen, dass sie gerne den Wunsch ihrer Großmutter erfüllen möchte und daher die Geschichte dieses Mannes, der Namensgeber ihres Kinder werden soll, erforschen möchte, aber wirklich um jeden Preis? Für mich, die selbst Mutter ist, ist das Ganze etwas befremdlich. Ich hätte nie meine und die Gesundheit des Kindes aufs Spiel gesetzt. Auch ihre Beziehung zu dem in ihr wachsenden Kind. Auf mich macht sie den Eindruck, als wenn sie sich gar nicht auf ihr Kind freuen würde. Sie betrachtet es immer wieder als eine Art Fremdkörper. 

Mich hat das Buch leider nicht mitnehmen können. Mir kommt in dem Buch auch zu viel Schwangerschaft und weniger die eigentliche Geschichte des Frans vor. Das Ende ist mehr als seltsam. Vielleicht ist es auch einfach nicht mein Buch. 





Gebundene Ausgabe
206 Seiten
Atlantik




Auch, wenn es nicht meine Geschichte ist, so möchte ich dennoch dem Verlag danken, dass ich das Buch lesen und vorstellen durfte.








Samstag, 13. Juli 2019

"Dünengeflüster" von Evelyn Kühne

Eine Geschichte, die Sehnsüchte weckt

Anne erbt das Haus ihrer Tante Sabine. Ein Haus in Prerow an der wunderschönen Ostsee. Anstatt sich zu freuen, empfindet Anne das Erbe jedoch eher als Belastung. Schließlich lebt und arbeitet sie in Berlin, auch, wenn sie bald keinen Job mehr dort hat, da der kleine Laden, in dem sie arbeitet, schließen wird. Aber soll sie wirklich das Haus ihrer Tante verkaufen? Als Kind hat sie wunderbare Ferien dort verbracht. Leider hat sie seit vielen Jahren gar keinen Kontakt mehr zu ihrer Tante gehabt. Angeblich wollte diese sie nicht mehr sehen. 

Anne fährt erst einmal nach Prerow. Alles ist ihr sofort wieder vertraut. Und dann ist da auch noch der gut aussehende Ralf, ein Ranger auf dem Darß. Anne verliebt sich augenblicklich in ihn, doch warum wird sie von allen alten Bekannten und Freunden gewarnt? Und was hat es mit den seltsamen Geräuschen und Gerüchen im Haus auf sich, die immer wieder unerwartet auftreten?

"Dünengeflüster" - ein wunderbarer Ostsee-Roman, der mich lesetechnisch zurück an die Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern geführt hat, zurück zu meinem Sehnsuchtsort. So wie der Protagonistin Anne ergeht es mir auch jedes Mal, wenn ich dort oben ankomme. Es ist ein Nachhause-Kommen.

Evelyn Kühne ist es hervorragend gelungen, Landschaft und Atmosphäre des Darß im Buch zu verewigen. Frisch und lebendig und mit einer Protagonistin, mit der man sich identifizieren kann. Eine Frau wie du und ich. Ein wunderbarer Sommerroman mit etlichen Überraschungen. Zurück bleibt die Sehnsucht, selbst direkt wieder losfahren zu wollen. 




Taschenbuch
300 Seiten
FOREVER